Die Schuld der Touristen.

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Kuno
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Re: Die Schuld der Touristen.

Beitrag von Kuno »

Danke fuer die sehr konstruktiven bisherigen Beitraege zu diesem Thema.

Ich frage mich gerade, ob wir bei diesem Verhalten, die Opfer zu den Schuldigen zu machen, im deutschsprachigen Raum (A/CH/DE)alleine dastehen, oder ob das in Frankreich, England, Italien usw. aehnlich gehandhabt wird? Kennt sich da jemand etwas besser aus als ich?
Bakunin83
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Re: Die Schuld der Touristen.

Beitrag von Bakunin83 »

Hallo Zusammen

Aus der Sicht des 'Normalen' Bürgers (was Normal ist wäre nochmals eine Diskussion wert :mrgreen: ) trägt jeder eine Mitverantwortung an den negativen Ereignissen die ihm widerfährt wenn man wo hin geht wo die 'übliche' Kontrolle und Sicherheitsgarantien eines 'normalen' Staates nicht wirkt.
Aus dieser Sichtweise betrachtet ist jeder selber 'Schuld' wenn jemand in der Wüste an einer Grippe erkrankt. Schliesslich weiss doch jeder dass es da gefährlich ist. Wenn aber jemand in Mitteleuropa überfallen wird ist er einfach ein armes Opfer und der böse Staat hat seine Pflicht nicht erledigt.

Es ist doch so. Jemand muss Schuld sein. Jemand muss etwas zu viel, zu wenig getan haben oder etwas unterlassen haben. Hier bei uns wird doch für alles gesorgt. Selber denken und handeln ist unerwünscht. Wenn etwas passiert hat wie gesagt der Staat etwas versäumt.
Getraut sich aber jemand in Gegenden wo die Kontrolle nicht dem hiesigen Standard entspricht, ist jeder selber für alles Verantwortlich. Auch für Schiesswütige Gangster oder lebensmüde Autofahrer.

Bezüglich denen die geschossen haben. Ob das jetzt Gangster oder Terroristen oder Freiheitskämpfer sind ist egal. Die Anforderungen die wir aus den Westen an solche Leute haben ist riesig. Das hat immer den Anschein als währen das Top ausgebildete und ausgerüstet top Ausgerüstet. Das jedes Todesopfer mutwillig und gezielt getroffen wurde. Wer aber eine Militärische Ausbildung hat weiss jedoch wie viel Übung das braucht. Wie gepflegt und eingestellt die Waffen sein müssen. Schon nur eine neue AK47 hat auf dem Scheibenschiessen keine chance gegen ein modernes Sturmgewehr. Geschweige denn eine alte zum teil angerostete.
Man stelle sich das durcheinander vor. Eine Gruppe Bewaffneter stürmt in ein Camp. Evtl. ist es schon dunkel. 1 oder 2 Bewaffnete Bewacher sind unter den Opfern. Die machen anstalten den Angriff ab zu wehren. Jemand der sehr nervösen und schlecht ausgebildeten Angreiffern schiesst. Das gibt eine Kettenreaktion. Andere schiessen auch. Das grosse Chaos. Ob da jemand getroffen wird und wo ist reiner Zufall. Einzigst die Anzahl Kugeln entscheiden wie gross der Zufall ist getroffen zu werden.

Den Opfern hilft das nicht. Aber evtl. hilft es ja die Diskussion sachlicher zu gestalten. Wenn man sich das ganze im Detail versucht vor zu stellen. Dann noch die richtige Wortwahl.

Uns nun wünsche ich euch allen eine friedliche und und gesunde Reise.

Gruss Christian
leben und leben lassen
Wolfgang K
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Re: Die Schuld der Touristen.

Beitrag von Wolfgang K »

Kuno hat geschrieben:Danke fuer die sehr konstruktiven bisherigen Beitraege zu diesem Thema.

Ich frage mich gerade, ob wir bei diesem Verhalten, die Opfer zu den Schuldigen zu machen, im deutschsprachigen Raum (A/CH/DE)alleine dastehen, oder ob das in Frankreich, England, Italien usw. aehnlich gehandhabt wird? Kennt sich da jemand etwas besser aus als ich?
Zumindest in F und GB ist das sicher nicht ganz so extrem wie im deutschsprachigen Raum. Ob’s an der Sprache oder am Wasser liegt kann ich leider nicht sagen. Was der Durchschnittsfranzose denkt mag ich nicht pauschalisieren, aber zumindest fällt in den Kommentaren der Onlinemedien auf, dass den Pöblern wesentlich stärker Kontra gegeben wird.
Turi
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Re: Die Schuld der Touristen.

Beitrag von Turi »

Wir werden uns mit dieser Diskussion so lange im Kreise drehen bis endlich jemand den politischen Mut aufbringt den Staat hier aus der Verantwortung zu nehmen. Positiv formuliert: Dem Bürger die Verantwortung überlässt – auch durch eine echte Wahlfreiheit unwiderruflich auf Hilfe zu verzichten.

meine Worte
Ich habe schon vor einiger Zeit eine Verfügung hinterlegt, dass für mich von jedweder Seite auf eine Bezahlung von Lösegeld oder sonstige Forderungen zu verzichten ist.
Als freier Mensch erwarte ich von jedem, der Familie und dem Staat dass darauf eingegangen wird.
Auf eine Patientenverfügung die evtl. mit dem Tod enden kann wird ja auch eingegangen.
Was in so einer Situation dann geschieht liegt nun nicht mehr in meiner Hand, ich trage die Verantwortung für mein Leben und niemand anders, solange ich nicht entmündigt bin.
Noch was betreffend Schuld, wenn man schon von Schuld reden will, dann trägt doch sicher der, zB. Entführer oder Mörder die Schuld und nicht das Opfer.
Kein Risiko gibts nirgends, eine Frau ist ja auch nicht selbst Schuld wenn sie nachts im Park vergewaltigt wird, oder??
Also, sucht keine Schuldigen, sondern tragt einfach eure Verantwortung selbst mit allen Konsequenzen, bei der Auswahl eures Reiseziels wie auch beim Spaziergang nachts im Park.
Gruss Turi
Wenn man die Ruhe nicht in sich selbst findet, ist es umsonst, sie anderswo zu suchen!
Wolfgang16
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Re: Die Schuld der Touristen.

Beitrag von Wolfgang16 »

Ich häng das mal einfach hier dran:
Warum es Personen gerade jetzt in Länder wie Libyen treibt und wie das von Destinationen und Reiseveranstaltern ausgenutzt wird, erklärt Touristik-Professor Rainer Hartmann von der Hochschule Bremen. Er erstellte nach jüngsten Entführungen im Frühjahr in Äthiopien eine Typologie abenteuerlustiger Reisender und gibt Tipps, wie man auch risikoarm Abenteuer erleben kann.

...


Jemen zum Beispiel präsentiere sich im Internet zu positiv, und weise nicht sehr transparent auf die Entführungsgefahr hin. “Dort entführt zu werden, ist momentan aber schon recht wahrscheinlich”, schätzt er. Wenn von einer Stadt eine Warnung bekannt sei, hält das Abenteurer noch lange nicht von einem Jemenbesuch ab. Sie führen trotzdem in den Jemen und umgingen diese Stadt einfach.

Problematisch findet er auch den aktuellen lonely planet-Reiseführer über Eritrea. Dort werde sogar erwähnt, wie wirtschaftlich zerstört das Land und unsicher die Gegend sei. Sobald aber von der unvergleichlichen Schönheit der Landschaft geschrieben werde, entstehe der Eindruck “es ist alles gefährlich und unsicher aber, boah, Leute, fahrt dorthin”. Psychologisch begründet Hartmann, dass Gefahren wie Krankheiten als viel größer eingeschätzt werden als Kriege oder Unruhen. Er bezieht sich dabei auf aktuelle Studien der Mondial Versicherungs-AG.

Reisen mit Risiko – von der Lust nach Lebensgefahr
TErdogan
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Re: Die Schuld der Touristen.

Beitrag von TErdogan »

Hallo alle zusammen,

auch wenn das Thema etwas her ist, durchs Wolfgangs Beitrag ist er nach oben gerutscht und da ich seit langem mal wieder hier reinschaue, will ich mal auch meinen Senf hierzu abgeben. :-)

Den Thread der vermutlich Motivation für diesen war in dem es um den Überfall auf Touristen im Danakil geht, hab ich gelesen und ich kann die Aufregung verstehen, wenn man das Opfer und der Schuldige zugleich ist :-)

Aber ich glaube es handelt sich hierbei nur um ein Missverständnis. Natürlich werden diese Touristen nicht des Mordes beschuldigt, und so simpel sich das anhört, genau da liegt der Unterschied. Es ist eine Anschuldigung an die Touristen, in einer sensiblen und geährlichen Region sich nicht angemessen Verhalten zu haben, was letztlich zum Tot führte. Es ist weder eine ENT-schuldigung der Täter, noch eine Gerechtfertigung der Taten.

Natürlich haben diese Touristen den Tod nicht verdient weil sie sich unangemessen verhalten haben, bestenfalls ein Bußgeld, und die Täter tragen die volle Mordesschuld. Doch dies war hier nicht das Thema, nicht zuletzt da sie hier nicht unsere Ansprechpartner sind.

Es geht hier eher darum, dass sich Menschen aus unseren Reihen, vielleicht sogar Mitglieder im Forum, durch ein leichtsinniges verhalten in Gefahr bringen. Läuft man in der kriminellsten Gegend eine amerikanischen Großstadt alleine Nachts mit einer dicken Goldkette am Hals durch die Gegend und verweigert den Räubern ihren Raub wenn sie die Kette, wirst man vermutlich ums Leben kommen.

Hier ist die Frage: "Hat man es verdient, für dieses Verhalten zu sterben?"...Natürlich nicht! Aber dennoch trifft einen die Schuld des falschen Verhaltens und der Leichtsinnigkeit, die zum Tode führte. Ich denke von dieser Art Schuld ist die Rede.

Was in Äthiopien passiert ist war furchtbar, es war Mord und keiner will dies Entschuldigen. Ich denke was die betreffenden Personen im Forum bezwecken wollten war, dass Reisende, und diese sind ihre Ansprechpartner hier, vorsichtiger sind und sich informieren um nicht Opfer solcher Taten zu werden. Was ich auch sehr vernünftig finde.

Es war also keine durch die Mentalität "an allem sind wir Schuld" hervorgerufene Anschuldigung und Gerechtfertigung, sondern ein Aufruf zur Vorsicht und eine Belehrung derer dies nicht besser wissen, und einfach in jede Region hineinstürzen ohne vorher grundlegende Informationen über lokale Gegebenheiten in Erfahrung zu bringen.

Viele Grüße
Taylan
Kuno
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Re: Die Schuld der Touristen.

Beitrag von Kuno »

Bergsteigen sollte man auch verbieten - sagt mindestens eienr der Kommentatoren zu diesem Artikel:

http://www.20min.ch/news/schweiz/story/ ... r-31910142

Immerhin sterben in den CH Alpen jede Woche drei Bergsteiger.

Hat er recht?
Turi
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Re: Die Schuld der Touristen.

Beitrag von Turi »

Hoi Kuno
Hat er recht?

Recht hat er...aber, Kollateralschäden werden, solange der Tourissmus Geld abwirft, billigend in Kauf genommen :wink:
Fährt man aber mit dem Motorrad in Dijon, dann lehnen die Versicherungen die Haftung ab ist ja grob fahrlässig, Freiklettern nicht??
Ob wohl deren Lebensversicherung zahlt?
Wenn zwei das gleiche Risiko eingehen ist es eben nicht das Selbe.
Gruss
Turi
Wenn man die Ruhe nicht in sich selbst findet, ist es umsonst, sie anderswo zu suchen!
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