Alexander hat geschrieben:Abenteuerlust oder Naivität
Afrikawissenschaftler hält Reisen in die äthiopische Danakil-Region für sehr riskant
In Äthiopien sind fünf Ausländer getötet worden, darunter zwei Deutsche. Der Afrikawissenschaftler Andreas Eckert hält den Vorwurf, dass der Überfall auf die Touristengruppe vom Nachbarland Eritrea aus geplant worden sein könnte, für reine Spekulation. Gleichwohl seien Grenzgebiete ein idealer Platz für Rebellen.
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Ein Interview mit Afrikawissenschaftler Andreas Eckert und seine Einschätzungen
Grüsse
Alexander
Einer der heissesten Orte der Welt. Atemberaubend. Und gefaehrlich.
Das Aussenministerium hat schon lange gewarnt.
....also also noch gefaehrlicher – und man hat es ja schon lange gewusst.
Dann kommt Eckert, der „Afrikawissenschaftler“ mit einer Auflistung, die man auch aus Wikipedia ziehen kann. (Was ist eigentlich ein „Afrikawissenschaftler“? Das Pendant zu einem „Saharaexperten und Islamkenner“?)
„...Das ist im Moment noch reine Spekulation. In jedem Fall kann man sagen, dass solche Grenzgebiete, in denen eben relativ schwierig ist, auch Kontrolle auszuüben, ein idealer Platz ist für Rebellen jeder Art.“
Wenn ich jetzt ein Deutschlehrer waehre, dann wuerde es mir vermutlich die Nackenhaare straeuben, wenn ich so etwas lesen muesste. Aber fuer mich ist das die schwammige Aussage eines Politikers, niemals eine Darstellung eines Wissenschaftlers. Die folgenden Angaben von Herrn Eckert sind dann noch etwas vager. Gerne mal eingerahmt von einem „Ehrlich gesagt“ ...
Die Reporterin fragt dann, warum jemand in dieser Gegend Abenteuerurlaub macht. Das Wort „Abenteuer“ wird immer mehr in einem negativen Zusammenhang gebraucht. Es ist noch nicht so lange her, da habe ich – und wahrscheinlich auch die meisten meines Alters – Abenteuergescgichten gelesen. Damals war das noch in Ordnung. Heute scheint es etwas verwerfliches zu sein. Warum?
Dann wieder Eckert:
„Aber wie gesagt, gerade die Region, um die es jetzt geht, ist ein Ort, wo es schon Entführungen gegeben hat, wo es eigentlich auch Dauerwarnungen des Auswärtigen Amtes gegeben hat. Und dass man sich dorthin begibt, war nun tatsächlich ein großes Risiko, und dieses Risiko mussten jetzt eben einige Touristen auf tragische Weise bezahlen.“
Die alte Leier – wer dorthin geht, der ist selber Schuld, wenn ihm etwas passiert. Mittlerweile stellt sich ja immer mehr heraus, dass sich die Opfer der kriminellen Tat ganz korrekt verhalten haben, ebenso wie die Organisatoren der Reise. Trotzdem – wer hinfaehrt ist selber Schuld.
Ich glaube nicht, dass Eckert einfach so etwas herausplappert. Aber er weiss wohl gleichviel, wie wir alle, was „dort unten“ gerade abgegangen ist. Dann meldet sich die Presse bei ihm und fragt um ein Interview nach... er kann ja auch nicht nur sagen:“Ich weiss nichts.“. Also sagt er halt etwas, moeglichst allgemein gehalten und moeglichst so, dass man daraus schliessen kann, die Touristen waeren an ihrer eigenen Ermordung Schuld gewesen. Solange die Touristen selber Schuld sind, ist ja fuer die, die alles richtig machen noch alles in Ordnung – also fuer Wissenschaftler, Entwicklungshelfer, NGO Vertreter...