Rund um Afrika in einem phönizischen Boot

Unterwegs zu Fuß, mit Kamel oder Muli, mit dem Drahtesel

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mikepiller
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Re: Rund um Afrika in einem phönizischen Boot

Beitrag von mikepiller »

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Nick Burningham schreibt:


OK, let us start with the Borobudur ship expedition -- Phillip Beale's project which preceded the Phoenicia project.
Many years ago Phillip had seen the bas relief carvings showing strange sailing ships at the 8th century temple of Borobudur in Central Java. More recently he had learned that Madagascar was first populated by people from Indonesia. They had first arrived about 1500 years ago, possibly more like 2000 years ago. It was the first purposeful trans-oceanic migration in history.

Indonesians had also visited Africa's east coast, and there is some speculation that they had reached and settled in equatorial west Africa. The west Africa idea is controversial, but some of domesticated plant species, musical scales and metal working techniques seem to have reached equatorial west Africa a long time back, direct from Southeast Asia without diffusion across Africa from the east coast. There is a little linguistic support for the idea also.

Phillip's dream was to build a replica of the type of ship depicted at Borobudur and sail it across the Indian Ocean and around the Cape of Good Hope to west Africa.

It was coincidence that brought Phillip into contact with me and thus he had the possibility of turning his Borobudur ship dream into the nightmare of a real replica ship expedition. Phillip was visiting a former girl-friend in Ravenna, northern Italy. Francesca had a studio where she did mosaic in the corner of a boatbuilders shed where I was working with my friend and sometimes-colleague Tom Vosmer, and a team from the University of Bologna, building a replica of a Bronze-age boat from Oman.

(At this point, let me say that where I use the word "replica" here I should really write "hypothesised reconstruction". You can only build a "replica" if the precise design of the original is known. Most "replicas" are built to designs reconstructed from fragments of archaeological, historical, iconographic and ethno-archaeological evidence combined with principles of naval architecture.)


Übersetzung folgt gleich.
Zweiter Teil folgt gleich.
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mikepiller
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Re: Rund um Afrika in einem phönizischen Boot

Beitrag von mikepiller »

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Übersetzung:

OK, lasst uns mit der Borobudur Expedition beginnen- - Phillip Beales Projekt vor der Phoenicia.
Vor einigen Jahren sah Phillip hölzerne Bas-Reliefs

(Anmerkung Wiki: Bei einem Relief handelt es sich um eine Darstellung, die sich plastisch vom Hintergrund abhebt. Je nachdem, wie stark die Figuren aus der Grundfläche herausragen, spricht man von einem Flachrelief (auch Basrelief), Halbrelief oder einem Hochrelief.)

in denen ungewöhnliche Schiffe zum Borobudur Tempel

http://de.wikipedia.org/wiki/Borobudur

aus dem 8. Jahrhundert in Central Java segelten. Später erfuhr er, das Madagaskar ursprünglich von indonesischen Völkern besiedelt worden war. Sie erreichten die Insel vor 1500 Jahren, vielleicht sogar vor ca. 2000 Jahren. Es war die erste zielbewusste transozeanische Migration der Geschichte.

Die Indonesier hatten auch Afrikas Ostküste erreicht und es gibt manche Spekulationen, nach denen sie das äquatorialische West Afrika erreicht und besiedelt hätten. Letztere Theorie ist umstritten, doch einige Zuchtpflanzen, Musikrichtungen und Metallarbeit-Techniken scheinen West Afrika vor langer Zeit direkt von Südost- Asien aus erreicht zu haben ohne sich durch Afrika hindurch über die Ostküste zu verbreiten. Eine kleine linguistische Stütze hat diese Theorie ebenfalls.

Philips Traum war es nun, eine Replik des in Borobudur gezeichneten Schiffstyps zu schaffen und damit durch den Indischen Ozean und um das Kap der Guten Hoffnung herum nach West Afrika zu segeln.

(Offizielle Borobudur- Expeditionsseite:)
http://www.borobudurshipexpedition.com/

Es war glücklicher Zufall, der Philip und mich in Kontakt brachte und ihm die Möglichkeit gab, seinen Borobudur Traum von einem Albtraum in eine reale Schiffsexpedition umzuwandeln. Phillip besuchte eine ehemalige Freundin in Ravenna, Norditalien. Francesca hatte ein Studio, in dem sie Mosaike anfertigte- in einer Ecke der Schiffsbauerhütte, in der ich mit meinem Freund und Teilzeit-Kollegen Tom Vosmer sowie einem Team der Bologna Universität daran arbeitete, ein Replikat eines Omanischem Bootes aus der Bronzezeit anzufertigen.

(Lass mich an diesem Punkt erwähnen wann ich das Wort „Replik“ benutze. Hier sollte ich eher „hypothetische Rekonstruktion“ schreiben. Man kann ein Replikat nur dann bauen wenn das präzise Design des Originals bekannt ist. Die meisten „Repliken“ sind aufgrund eines Designs gebaut, das aus archäologischen, historischen, ikonografischen und ethno-archäologischen Beweisfragmenten in Kombination mit Grundsätzen aus der Marinearchitektur besteht.)
Zuletzt geändert von mikepiller am Sa 31. Okt 2009, 11:28, insgesamt 1-mal geändert.
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mikepiller
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Re: Rund um Afrika in einem phönizischen Boot

Beitrag von mikepiller »

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Fortsetzung:

I had designed and supervised construction of a number of replicas, and my main area of research was Southeast Asian watercraft, so I was really in a position to design and have built a Borobudur ship replica for Phillip if anyone was. Phillip and I met again in London when the Ravenna project was finished, and Phillip courageously said "Let's do it".

My first task was to come up with a design, then I built a scale model because the traditional Indonesian shipwrights who I would engage to build the ship do not read "blueprints". They are very good at understanding the shape and design presented as a model.

(I can send a .pdf setting out how the design was developed -- I don't know how much detail you want or what type of detail is most appropriate to your Wuestenschiff- Forum.)

In late 2002 Phillip and I went to Indonesia and travelled to the islands lying eastwards from Madura because I thought it was in those small islands that we would most likely find the combination of skills and traditions best suited to building the Borobudur replica. A combination of Java/Madura traditions with Sulawesi and Sama-Bajo ("Sea-Gipsy") traditions.


Nick Burningham
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mikepiller
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Re: Rund um Afrika in einem phönizischen Boot

Beitrag von mikepiller »

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Fortsetzung:

Ich habe viele Repliken entworfen und deren Erbauungen beaufsichtigt und mein Hauptforschungsgebiet waren südostasiatische Wasserfahrzeuge. Somit war ich besser geeignet, das Replikat des Borobudur Schiffs für Philip zu entwickeln und zu bauen als jeder andere.
Philip und ich trafen uns dann wieder in London, nach Ablauf des Ravenna Projekts, und Philip sagte mutig „lass es uns machen!“.

Meine erste Maßnahme war, den Bauentwurf zu zeichnen. Dann baute ich ein Maßstab- getreues Model, da die indonesischen Schiffsbauer, die ich engagieren wollte, keine Baupläne lesen konnten.
(Einwand von Micha: Ich habe unzählige Handwerker getroffen, die keine Baupläne vom Architekten lesen können- in Deutschland!)
Sie verstanden dann sehr gut die Gestalt und das Design anhand dieses Models.

Ende 2002 reisten Phillip und ich nach Indonesien. Wir reisten zu den Inseln ostwärts von Madura, da ich dachte, das wir auf diesen kleinen Inseln am wahrscheinlichsten die Kombination aus Fertigkeiten und Tradition finden würden, die am besten für den Bau des Replikat geeignet ist. Eine Kombination aus Java/Madura Traditionen und Sama-Bajo („Sea-Gipsy) Traditionen.


(Ich kann eine erklärende pdf senden wie die Entwurfe entstanden- Ich weiß nicht wie viele oder welche Details passend für das Forum sind).


Nick Burningham
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Kuno
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Re: Rund um Afrika in einem phönizischen Boot

Beitrag von Kuno »

...was mich immer wieder erstaunt: Wie klein die damaligen Schiffe doch waren! Und: Was heute als grosses Abenteuer gilt - damals war es oft der Alltag eines Mannschaftsmitglieds...
mikepiller
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Re: Rund um Afrika in einem phönizischen Boot

Beitrag von mikepiller »

So Leute,

dies ist keine Kopie irgend eines Berichtes.

Ich habe Nick direkt angeschrieben und er hat sich freundlicherweise bereit erklärt

für uns
exklusiv für das Wüstenschiff

ein paar Zeilen zu der Phoenicia zu schreiben.

Dies war seine Antwort auf meine ersten Fragen.
Wir können jederzeit- vielleicht entsprechend der Entwicklung seiner Geschichte- Fragen an ihn richten, die er gerne für uns beantworten wird.

Postet also Eure Fragen hier, schickt sie mir per PM-
wenn möglich auf englisch, auch holperig- Nick ist ein furchtbar netter Kerl der sowas british höflich übersehen wird!
Wer kein englisch kann- ich übersetze dann.

Und auch wenn Nick unsere Sprache nicht spricht- er wird ab und an reinschauen.
Ein paar nette Reaktionen hier an ihn werden ihm zeigen, dass seine Mühe, hier allein für uns zu schreiben,
nicht völlig umsonst ist!

Gruß an Euch
Micha
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Kuno
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Re: Rund um Afrika in einem phönizischen Boot

Beitrag von Kuno »

Darf ich gleich mal anfangen:

Was macht die Mannschaft eigentlich den ganzen Tag? Vor allem wenn das Schiff in einer Flaute duempelt? Gibt es daein 'Freizeitprogramm'? Haengt man einfch ab und traeumt vor sich hin? Oder gibt es am Schiff selber so viel zu tun, dass man kaum zu genuegend Schlaf kommt?
mikepiller
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Re: Rund um Afrika in einem phönizischen Boot

Beitrag von mikepiller »

Hi Kuno,

nach meinem Wissen war Nick als Konstrukteur der Phoenicia zwar am Bau und sicherlich auch bei Probefahrten an Bord- hat jedoch keine volle Etappe mitgemacht. Ich frage ihn aber.

Es ist jedoch nicht unwahrscheinlich, dass wir demnächst auch noch ein Mitglied der Crew hier bei uns haben- wir sind schon am bandeln...

Und dann ist der Zeitpunkt für Deine Frage vermutlich besser und ich werfe sie sofort rein.

Einverstanden?

Gruß
Micha
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mikepiller
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Re: Rund um Afrika in einem phönizischen Boot

Beitrag von mikepiller »

Und noch was Neues vom Phoenicia blog:


Wer gerade in Ostafrika unterwegs ist-
in etwa 4 Wochen wird die Phoenicia voraussichtlich in Tansania- Daressalam festmachen.

Man kann sie besuchen!
Ansonsten kommentiere ich den Originaltext nicht!

We have 4 women joining the ship at the next Port, Dar es Salaam. If you are a woman (or a man!) and you want to join let us know. All experienced sailors with a spirit of adventure are welcome to apply www.phoenicia.org.uk - thanks!
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Re: Rund um Afrika in einem phönizischen Boot

Beitrag von Kuno »

Ok.
mikepiller
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Re: Rund um Afrika in einem phönizischen Boot

Beitrag von mikepiller »

Guten Morgen,

zunächst eine kleine- eine winzig kleine Entschuldigung von mir für den bunten, lautstarken Auftritt zur Verkündung unserer neuen
"Live- Bericherstattung".

Zum Einen: Es war Halloween!!
Hier in Berlin liefen überall Kiddys rum mit Messer im Kopf und heraushängenden Augäpfeln, blutiger Kleidung etc.-
und ich bin Tarantino Fan!
Und zu meiner Zeit gab es sowas nicht, zu meiner Zeit ist man im Oktober
mit einem selbstgebastelten Papierballon in Reih und Glied durch die Straßen gezogen...
Laterne, Laterne, Sonne Mond und Sterne...

Das hat mich fertig gemacht als Kind!!!

Also habe ich passend zum Termin ein wenig Halloween hier gespielt.
Aufarbeitung, Trauma- Bewältigung... das muss drin sein!

Aber natürlich habe ich mich auch wahnsinnig gefreut- kindlich gefreut- als Nick mir geantwortet hat:
"Klar Mike, erzählen wir ein wenig über die Phoenicia und ihre Anfänge."

Ich versuche nun wieder etwas
e r n s t e r, s a c h l i c h e r, e r w a c h s e n e r
hier aufzutreten.

Aber die Banner mit der Phoenicia und dem Bild des Berichtenden bleiben-
ich finde die hübsch!
Konzentriert Euch einfach auf den Inhalt und überseht meine Spielerei!

- - - -

Nick Burningham hält sein Versprechen, für uns zus schreiben:

"I will attach a document about the designing of the Borobudur ship. It discusses the evidence and ideas -- it was written before the precise design was drawn on paper and a model was made.

I will also send something I wrote about the Borobudur ship project which briefly tells the whole story."


Ich werde diese beiden Dokumente gleich hier einstellen- jedoch unübersetzt im englischen Original.

Anschließend geht es weiter mit Nicks Bericht zur Phoenicia-
unter anderem geht er auf meine Frage ein, wie solche Projekte finanziert werden- Ob Philip Beal Millionär ist...

und den werde ich auch wieder übersetzen!

Bis gleich

Gruß
Micha
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Re: Rund um Afrika in einem phönizischen Boot

Beitrag von mikepiller »

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Borobudur Ship Reconstruction

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"I will attach a document about the designing of the Borobudur ship. It discusses the evidence and ideas -- it was written before the precise design was drawn on paper and a model was made.


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Best Regards
Nick Burningham
Zuletzt geändert von mikepiller am So 1. Nov 2009, 15:40, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Rund um Afrika in einem phönizischen Boot

Beitrag von mikepiller »

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"I will also send something I wrote about the Borobudur ship project which briefly tells the whole story."

The Borobudur Ship Expedition

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Best Regards
Nick Burningham
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Re: Rund um Afrika in einem phönizischen Boot

Beitrag von mikepiller »

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Hi members/ guests of wuestenschiff,

Turning now to Phoenicia.

I am not the primary designer of the Phoenicia.
The main source of evidence about Phoenician ship-design from approximately 6th century BCE is shipwrecks off the Mediterranean coast of France: the so-called Jules-Verne wrecks, particularly the wrecks designated J-V 7 and 9.
The designs of those wrecks were reconstructed by Professor Patrice Pomey and colleagues. There are other Phoenician wrecks off the coast of Spain and elsewhere.

Phillip Beales wish was for a ship considerably larger than any Phoenician ship known from shipwreck archaeology. He also wanted a fully-decked ship with a modern cabin and accommodation.

Kostas Damianidis made drawings of a design based on the J-V wrecks, scaled up and modified to Phillips specifications. I only modified Damianidis' drawings where they were impractical and where the various drawings did not agree with each other.

Aside from that, my role was to interpret the design to the master shipwright, Khalid, on Arwad, and at the start of the construction I explained plank-first construction with the planks joined edge-to-edge using tenons.
Normal boatbuilding on Arwad is frame-first construction. Some details of the ancient Phoenician construction seemingly remained unchanged on Arwad, particularly the rabbet or rebate on the stem and stenpost (stevenen) and the sudden transition to a bevel with no rebate about 1m from either end of the keel.

Khalid and his team adapted to plank-first construction remarkably well. The main difficulty was acquiring big pieces of naturally shaped timber and acquiring an adequately big mast. The mast on Phoenicia is not of adequate diameter towards the top in my opinion. I did the sail-making and set up the rigging when the ship was ready.

The other big problem has been the system for securing the rudders. The beam to which they are secured was not big enough and did not protrude far enough (though it was bigger than specified by Damianidis). We do not know how the rudders of Phoenician ships were secured. The Borobudur ship had similar rudders mounted on the quarters.

Indonesians continue to use such rudders until know, so the expertise is still available. However, the very limited iconography does not obviously show a system like the Indonesia rudder mounting system in the ancient Mediterranean.

As you will know, Phoenicia's rudders came away from their mounting whenever the ship sailed at a reasonable speed. The problem was not resolved until some Indonesian seamen from the Borobudur ship joined the expedition and built an Indonesian rudder mounting.

You ask about Phillip's motivation and financial situation. I think Phillip is driven by a kind of obsession (you could say the same about me). He does not often seem to enjoy these projects. He is not extremely wealthy, as far as I know. He used to be a superannuation fund manager. He uses his own finances to start his projects and also looks for sponsors to share the financial burden. You can see the sponsors on the websites.

And you ask also about "rebirth of history".
"Living history" and "experimental archaeology" are other names used to describe this kind of recreation of aspects of the past for serious academic reasons. It's a subject I sometimes write and speak about. Indeed I will speaking about it at a conference in Beijing, China next week.

One of the basic principles, in my opinion, is that experimental archaeology using replica or reconstruction sailing vessels is too expensive for most museums and universities to indulge in.
Fortunately, replica ship projects are initiated for other reasons. The challenge and opportunity is for archaeology to be involved in ways that make replica projects authentic, good research, but do not contradict the other aims of a project.

Personally I have been involved in replica ship projects because i have been obsessively interested in traditional sailing ships and how they were sailed since I was a child. I don't know why.

It is not a good career path, but it is very interesting to me.
When a replica ship performs well, it is satisfying. The Duyfken replica and the Borobudur ship have both performed well.


Enough for today I think.

Nick Burningham


(Übersetzung folgt gleich)
mikepiller
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Re: Rund um Afrika in einem phönizischen Boot

Beitrag von mikepiller »

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Hi Wüstenschiffer,

wenden wir uns nun der Phoenicia zu.

Ich bin nicht der Hauptdesigner (Konstrukteur) der Phoenicia.

Die Hauptquellen für Anhaltspunkte über die phönizische Schiffsbauart aus dem 6. Jahrhundert unserer Zeitrechnung sind Schiffswracks an der Mittelmeerküste Frankreichs:
Die so genannten Jules Verne Wracks- insbesondere diejenigen mit den Kennzeichnungen J-V 7 und 9.
Die Entwürfe dieser Wracks sind von Professor Patrice Pomey und seinen Kollegen geschaffen worden. Andere phönizische Wracks liegen unter anderem an der spanischen Küste.

Phillips Wunsch war ein deutlich größeres Schiff als jedes in der Schiffswrack-Archäologie bekannte, phönizische Schiff. Er wollte ebenfalls ein voll beplanktes (ohne Lücken/ Fugen) Schiff mit moderner Kabine und Einrichtung.

Kostas Damianidis entwarf die Zeichnung eines Designs basierend auf den J-V Wracks- vergrößert und nach Phillips Angaben modifiziert.
Ich habe Damianidis Entwurf lediglich dort modifiziert, wo er unpraktisch (unrealisierbar?) war oder wenn unterschiedliche Zeichnungen nicht zueinander passten.

Abgesehen davon war es meine Rolle, die Entwürfe dem Schiffsbauer- Khalid aus Arwad/Syrien-
zu übersetzen (erklären?) und ihm zu Beginn des Baus die "plank-first Konstruktion" zu erklären, bei der die Planken durch Verzapfung Kante an Kante verbunden werden. Der normale Schiffsbau in Arwad beruht auf einer "frame-first" Konstruktion.

engl. Erklärung:
http://en.wikipedia.org/wiki/Comparison ... Techniques

Manche Details aus der alten, phönizischen Bauweise sind anscheinend in Arwad unberührt geblieben, insbesondere die Falzarbeiten (Holztechnik) an den Stämmen und Achtersteven-

http://de.wikipedia.org/wiki/Steven

oder der plötzliche Übergang zu einer Schrägfläche ohne Falz, circa ein Meter von beiden Enden des Kiels.
Khalid und sein Team bewerkstelligten die Adaption zur plank-first Konstruktion bemerkenswert gut.

Die Hauptschwierigkeit war die Beschaffung von natürlich geformten Balken und die Anschaffung eines adäquat dicken Mastes. Meiner Meinung nach hat der Mast der Phoenicia nicht den passenden Umfang zur Spitze hin.
Ich entwickelte das Segel und stellte die Takelage auf, als das Schiff so weit war.

Das andere große Problem war das System zur Sicherung der beiden (Steuer)Ruder. Der Balken an dem sie gesichert waren, war nicht dick genug und ragte nicht weit genug heraus (wobei er schon dicker war als der von Damianidis festgelegte.)
Wir wussten nicht, wie die Ruder phönizischer Schiffe gesichert worden waren. Das Borobudur Schiff hatte ähnliche Ruder an den „quarters“
(? Bitte um Erklärung, wenn jemand Ahnung hat))
befestigt.

Indonesier benutzen solche Ruder bis heute, somit ist das Expertenwissen noch verfügbar. Allerdings zeigt die sehr beschränkte Ikonografie (bekanntes Ausgangsmaterial?) nicht offensichtlich ein System im antiken Mittelmeerraum wie das des indonesischen Ruder-Befestigungssystems .

Wie ihr sicherlich schon erfahren habt, sind die Ruder der Phoenicia aus der Halterung gesprungen wann immer das Schiff in einer vernünftigen Geschwindigkeit segelte. Das Problem wurde nicht gelöst-
bis einige indonesische Seemänner vom Borobudur Schiff sich der Expedition anschlossen und eine indonesische Ruderbefestigung bauten.

Ihr habt nach Phillips Motivation und den finanziellen Aspekt der Expeditionskosten gefragt. Ich denke Phillip ist von einer Art Obsession getrieben (man könnte dasselbe auch über mich sagen).
Er kommt nicht oft in den Genuss solcher Projekte. Er ist nicht reich, so viel ich weiß. Für gewöhnlich ist er ein guter „Verwalter der Pensionskasse“.
Er benutzte seine eigenen Geldmittel, um seine Projekte zu starten und bemühte sich ebenfalls um Sponsoren, um die finanziellen Hürden zu überwinden. Ihr könnt die Sponsoren auf den Websites sehen.


(den Rest übersetze ich noch)

Nick Burningham
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