Wir starten am Katurum Gate, dem südlichen Parkeingang
Katurum Lodge - um die Ruinen ranken sich haarsträubende Legenden -
zu Idi Amins Zeiten sollen Menschen von den Felsen hinuntergestoßen worden sein, ihre Gebeine - so heißt es - liegen auch heute noch am Fuße der Felsen. Bewacht von hunderten Schlangen.
Wir haben den Toten (und den Schlangen) ihren Frieden gelassen und die Ruinen nur aus der Ferne betrachtet
Der Kidepo Valley Nationalpark umfasst zwei Flusstäler:
- im Norden das Tal des Kidepo, der zeitweise völlig austrocknet und sich nur in der Regenzeit in einen Fluß verwandelt
- im Süden das Tal des Narus, der ganzjährig Wasser führt
Nun ist der Narus allerdings kein Fluss im herkömmlichen Sinn, sondern eher ein Wasserlauf - mal ober- und mal unterirdisch. Man erkennt seinen unterirdischen Verlauf sehr leicht an dem zarten Grün der Oberfläche, wo sich die Tiere tummeln - an einigen Stellen jedoch hat der Narus die Erde aufgebrochen und sein Rinnsal sucht sich den Weg
Das "Leben" spielt sich daher im Narus Tal ab, das dominiert wird von riesigen Büffelherden. Schätzungsweise 6000 Tiere leben im Park, die sich auf wenigen Kilometern hin und her bewegen. Die Sichtung der Herden ist deshalb zu 100 % garantiert
Die Reste eines Kills am Wegesrand -
Geier lungern in der Nähe
Ganz gemächlich cruisen wir über die Pisten im Narus-Tal -
auf der Suche nach weiteren Tieren ...
... die gegenüber den Büffeln aber deutlich in der Unterzahl sind
Eine der zahlreichen Windhosen
Das Herzstück des Narus Tal ist die leicht erhöht gelegene Apoka Lodge mit dem Apoka HQ. Die Lichter des kleinen Villages sind nachts deutlich zu sehen - und (leider) auch die Suchscheinwerfer der Safari-Fahrzeuge, mit der die Fly-In-Touristen auf dem nächtlichen Gamedrive auf "ihren" Leopard hoffen
Die Campsite ...
... sehr schön gelegen auf einem kleinen Granithügel.
Die Granitfelsen sind perfekte Sitzmöbel für den Wein am Abend, denn von hier hat man einen wunderbaren Blick über das Narus-Tal bis hin zum Apoka HQ
Klippschliefer wohnen hier -
ungemein neugierige und putzige Kerlchen
Die Sonne versinkt hinter dem Horizont
Am nächsten Morgen - wir sind auf dem Weg in den Nordteil des Parks - versperrt uns kurz hinter Apoka ein Elektrozaun den Weg
Ab hier soll uns ein bewaffneter und gesondert zu zahlender Guide begleiten -
wir drehen um und studieren in der Rangerstation die Karte.
Von unserer Campsite führt eine Piste entlang der Parkgrenze zunächst in westliche Richtung, um später nach Norden abzuzweigen. Wir sind richtig. Die Piste scheint nicht sehr stark frequentiert
Elefanten unterwegs
Kidepo River
Borassus-Palmen säumen die Piste
Piste entlang der park- und gleichzeitig südsudanesischen Grenze -
auf unserer Suche nach den Kananarok Springs
Sattes Grün weist uns den Weg ...
... zu den Quellen
Die erhofften Tiermassen bleiben aus, das Wasser riecht unangenehm nach Schwefel -
lediglich einige Affen treiben sich hier rum
Nur wenige Meter hinter den Quellen ein Militärposten
Wir sind etwas verunsichert, wie sie reagieren, da wir den Elektrozaun ja einfach umfahren haben. Aber sie erklären uns ganz freundlich, dass sie hier stationiert sind, um den Grenzbereich zu sichern, denn gleich hinter dem Posten beginnt der Südsudan.
Auf dem Rückweg wählen wir - ganz bewusst - die Hauptpiste Richtung Apoka. Die Rückseite des Elektrozauns interessiert uns, und auch, ob man uns durchlässt. Ja - man lässt uns ohne Diskussion passieren. Lachend öffnen sie das Tor und wünschen uns eine gute Fahrt.
So ganz verstanden haben wir den Sinn des Zauns nicht. Würde er der Sicherheit dienen, dann wären alle Pisten nach Norden nicht passierbar. Eine zusätzliche Einnahmequelle, um Ranger als Guides den Touristen zu verkaufen, schließen wir auch aus. Hier ist viel zu wenig Individualtourismus, als dass sich das lohnen würde.
Egal - wir verlassen ein schönes aber leider auch viel zu kleines Stückchen Paradies
Noch ein Hinweis:
Der kpl. Park ist teilweise extrem TseTse-verseucht, insbesondere in den etwas "bewaldeteren" Regionen. Glücklicherweise ist die Campsite nicht davon betroffen. Übrigens, TseTse verschmähen mit LSF 20 eingecremte Haut - Personen ohne Sonnenschutz hingegen scheinen ziemlich schmackhaft
