Vielen Dank für die Infos und für die schönen Eindrücke!WolfgangA hat geschrieben: ↑Sa 29. Jan 2022, 21:07Nein. Ich konnte frei mit dem Taxi in die Stadt fahren und mein gebuchtes Hotel beziehen. Was bei positivem Ergebnis passiert wäre, weiß ich nicht.
Ansonsten werden die Regeln in Jordanien eher locker gehandhabt. Vereinzelt trägt man Maske, gerne am Kinn. Theoretisch muss man für Restaurants, Geschäfte, Museen, etc. die Impfung nachweisen, das wurde aber nur in großen Shopping Malls und ich glaube im Jordan Museum tatsächlich kontrolliert. Die Anzeige der Zertifikate in der deutschen Corona-Warn-App wurde akzeptiert.
Ich selbst habe halt aus Eigenschutz möglichst Abstände gehalten und in engen Situationen, Taxi, Souk, Museum, etc. eine FFP2-Maske aufgezogen.
Arabien Winter 2022
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Re: Arabien Winter 2022
- Achim Vogt
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Re: Arabien Winter 2022
Lieber Wolfgang,
auch von mir herzlichen Dank für die tollen Bilder, bei denen Erinnerungen wachwerden - immerhin habe ich von 2008 bis 2012 viereinhalb Jahre in Amman gewohnt. Es waren tolle Jahre, auch deswegen, weil wir damals noch die komplette Region bereisen konnten. Nur Saudi-Arabien war noch lange nicht so offen, wie es heute ist!
Viele Grüße - bin auch gespannt auf die Fortsetzung!
Achim
auch von mir herzlichen Dank für die tollen Bilder, bei denen Erinnerungen wachwerden - immerhin habe ich von 2008 bis 2012 viereinhalb Jahre in Amman gewohnt. Es waren tolle Jahre, auch deswegen, weil wir damals noch die komplette Region bereisen konnten. Nur Saudi-Arabien war noch lange nicht so offen, wie es heute ist!
Viele Grüße - bin auch gespannt auf die Fortsetzung!
Achim
Re: Arabien Winter 2022
Vorbei ist es mit dem Schönwetterfenster. Ich schaue mir noch das schöne Petra Museum an, bevor ich mich wieder durch Nebel und Schnee kämpfe…
… raus aus den Bergen, runter nach Aqaba, wo es deutlich wärmer ist.
Das Rote Meer ist ja (seit mindestens 1973
) ein Paradies für Taucher, aber das fange ich auf meine alten Tage nicht mehr an. Ich sehe mir die Korallen und Fische vom Trockenen aus an, von einem Boot mit „Keller“ und enthusiastisch erklärt von der tauchbegeisterten Irina. Man hat einen Panzer, ein Flugzeug und ein Schiff versenkt, um künstliche Riffe und Tauchattraktionen zu schaffen.
Ansonsten verbringe ich zwei Tage in Aqaba recht gechillt. Die weiteren Ziele planen, im Souk bummeln, mir unbekannte Angebote erklären lassen (wie z.B. die rosaroten Pickles), am Stadtstrand rumhängen, Auftragsfotos schießen und abends nach Speicherkarten-Download per WhatsApp oder Mail an die Abgelichteten verschicken. Tatsächlich ist die Kamera ein echter Eisbrecher, ich hatte nicht erwartet, wie viele Menschen damit fotografiert werden wollen und von den Porträts begeistert sind.
… raus aus den Bergen, runter nach Aqaba, wo es deutlich wärmer ist.
Das Rote Meer ist ja (seit mindestens 1973
Ansonsten verbringe ich zwei Tage in Aqaba recht gechillt. Die weiteren Ziele planen, im Souk bummeln, mir unbekannte Angebote erklären lassen (wie z.B. die rosaroten Pickles), am Stadtstrand rumhängen, Auftragsfotos schießen und abends nach Speicherkarten-Download per WhatsApp oder Mail an die Abgelichteten verschicken. Tatsächlich ist die Kamera ein echter Eisbrecher, ich hatte nicht erwartet, wie viele Menschen damit fotografiert werden wollen und von den Porträts begeistert sind.
Re: Arabien Winter 2022
Nun zum letzten Highlight in Jordanien, Ihr könnt es euch denken, Wadi Rum. Ich lasse den Mietwagen stehen und mich einen Tag lang im Toyota Hilux chauffieren. Ich trage keine Eulen nach Athen und lasse es bei wenigen Bildern bewenden. Die warme Dusche fällt erneut aus, die Nacht im Camp ist grimmig kalt, 4 Decken und Mütze auf dem Kopf lassen mich überleben. Morgens ist Reif auf dem Sand.
Als Eisenbahnfan komme ich an einem Halt am Bahnhof der Hedjaz-Bahn nicht vorbei. 4 Jungs schweißen und flexen an der japanischen Dampflok rum, und behaupten, die fährt noch. Was ich zuerst nicht glauben will, schon wenn ich die verbogenen Gleise ansehe, was aber Birgitt in ihrem Bericht bezeugt.
Dann 300 km Autobahn zurück nach Amman, Mietwagen dreckig aber beulenfrei wieder abgeben, nochmal durch Downtown bummeln, Wäsche waschen, PCR-Test für die Weiterreise machen lassen (mit 3 Stunden Vorlauf konnte der Tester ins Hotel bestellt werden), Päckchen mit Ballast und Souvenirs nach Hause aufgeben, ein sehr leckeres Abendessen in der Rainbow Street genießen, und die abendliche Bilderverarbeitung von einem letzten Bier begleiten lassen, bevor es ins trockene Saudi-Arabien geht. Und dann sind 18 Tage Jordanien auch schon vorbei.
Der Januar ist vielleicht nicht die ideale Jahreszeit, aber die Wetterkapriolen haben mich nicht zu sehr beeinträchtigt, haben im Gegenteil zum Erlebnis beigetragen. Ich hab’s eh lieber kühler als zu heiß. Januar zusammen mit Corona hat Touristenmassen ferngehalten. Oft war ich allein auf weiter Flur, Hotelzimmer waren einfach zu finden, Jerash hatte ich einen ganzen Vormittag exklusiv. Petra und Wadi Rum nicht ganz, aber sicher kein Vergleich zu Vor-Corona-Zeiten.
Tolles Land, tolle Leute (mit Ausnahme von ein paar Unsympathen in Little Petra und Petra, denen ausreichend Kundschaft abging), alle haben sich gefreut, dass ich da bin, ein toller Einstieg in meine Tour. Wird schwer zu toppen sein.
Einen Tag nach meinem Weiterflug versinkt der Nahe Osten inklusive Amman erneut im Schnee, was es bis in die deutschen Nachrichten geschafft hat.
Als Eisenbahnfan komme ich an einem Halt am Bahnhof der Hedjaz-Bahn nicht vorbei. 4 Jungs schweißen und flexen an der japanischen Dampflok rum, und behaupten, die fährt noch. Was ich zuerst nicht glauben will, schon wenn ich die verbogenen Gleise ansehe, was aber Birgitt in ihrem Bericht bezeugt.
Dann 300 km Autobahn zurück nach Amman, Mietwagen dreckig aber beulenfrei wieder abgeben, nochmal durch Downtown bummeln, Wäsche waschen, PCR-Test für die Weiterreise machen lassen (mit 3 Stunden Vorlauf konnte der Tester ins Hotel bestellt werden), Päckchen mit Ballast und Souvenirs nach Hause aufgeben, ein sehr leckeres Abendessen in der Rainbow Street genießen, und die abendliche Bilderverarbeitung von einem letzten Bier begleiten lassen, bevor es ins trockene Saudi-Arabien geht. Und dann sind 18 Tage Jordanien auch schon vorbei.
Der Januar ist vielleicht nicht die ideale Jahreszeit, aber die Wetterkapriolen haben mich nicht zu sehr beeinträchtigt, haben im Gegenteil zum Erlebnis beigetragen. Ich hab’s eh lieber kühler als zu heiß. Januar zusammen mit Corona hat Touristenmassen ferngehalten. Oft war ich allein auf weiter Flur, Hotelzimmer waren einfach zu finden, Jerash hatte ich einen ganzen Vormittag exklusiv. Petra und Wadi Rum nicht ganz, aber sicher kein Vergleich zu Vor-Corona-Zeiten.
Tolles Land, tolle Leute (mit Ausnahme von ein paar Unsympathen in Little Petra und Petra, denen ausreichend Kundschaft abging), alle haben sich gefreut, dass ich da bin, ein toller Einstieg in meine Tour. Wird schwer zu toppen sein.
Einen Tag nach meinem Weiterflug versinkt der Nahe Osten inklusive Amman erneut im Schnee, was es bis in die deutschen Nachrichten geschafft hat.
Re: Arabien Winter 2022
Zum Schluss noch ein paar Empfehlungen für eventuelle Nachahmer.
Gut geschlafen und gefrühstückt habe ich, eigentlich überall, aber besonders
Gut geschlafen und gefrühstückt habe ich, eigentlich überall, aber besonders
- in den Nomads Hotels in Amman und Wadi Musa. Eher Hostels für junge Leute, aber das junge Team hat dem älteren Herrn „a very young spirit“ zugesprochen und ihn mental 30 Jahre zurückversetzt, da kann er nicht anders, als weiterzuempfehlen.
- im Hadrian Gate Hotel in Jerash, einfach, aber direkt am Hadrian Gate.
- im Beit Al Baraka in Umm Qais, sehr gemütlich mit urigem Holzofen.
- im Dead Sea Spa Hotel mit direktem Strandzugang, weniger teuer als die Hiltons, Kempinskis und Mövenpicks, gefehlt hat trotzdem nichts.
- im Laverda Hotel in Aqaba.
- im Sufra in Amman,
- im Um Khalil oder Lebanese House in Jerash, da war Nelson Mandela schon,
- im Umm Qais Resthouse in wunderschöner Lage in der Ruinenstadt.
- In der zweiten Liga erwähnenswert das Al Wadi in Wadi Musa und das Rakweet Kanaan in Aqaba.
Re: Arabien Winter 2022
Nun also Saudi-Arabien. Hier darf ich mir wohl einen größeren Pionierstatus zugestehen als in Jordanien, da es die freien Touristenvisa ja erst seit 3 Jahren gibt, mit 1 Jahr Corona-Unterbrechung.
Einreise mit eVisum und damit einhergehender Pflicht-Krankenversicherung, etwas aufwändiges mehrseitiges Online-Formular, aber dann in Sekundenschelle offensichtlich von einem Algorithmus erteilt. Ein paar Tage vor Einreise eine Online-Registrierung des Impfstatus, man muss Impfstoff und Datum eingeben, aber witzigerweise kein Zertifikat nachweisen oder hochladen. Die dritte Impfung passt nicht ins Formular, soll aber ab morgen für einen grünen Status vorgeschrieben sein, wenn die zweite länger als 8 Monate her ist. Ist meine nicht, Glück gehabt. Dieser Impfstatus landet dann in der nach Ankunft zu installierenden Tawakkalna App (zusammen mit dem bei der Einreise geschossenen Foto, Datenschutz, was ist das?) und ermöglicht den Zugang zu Hotels, Restaurants, etc., was durchaus kontrolliert wird, manchmal zusammen mit Fiebermessung. PCR-Test vor Abflug, aber keiner bei Einreise.
Man trägt zu fast 100% Maske, draußen eher am Kinn, wird aber hochgezogen wenn Kontrollen zu drohen scheinen oder es enger wird. Die Inzidenzen in Saudi-Arabien gehen nach einem kurzen Peak vor zwei Wochen schon wieder stetig nach unten, während sie in Jordanien gerade hochschnellen.
In Jeddah schlafe ich im Mena Red Sea Palace Hotel, dessen größter, um nicht zu sagen einziger Vorzug die Fußläufigkeit zur Altstadt ist. Ansonsten bescheiden für’s verlangte Geld, lauwarme Dusche, Fenster schließt erst nach Reparatur. Lustig ist die Ausrede für fehlendes Klopapier „because of the corona virus“, im Kontext unserer heimischen Versorgungskrise im letzten Jahr.
Einreise mit eVisum und damit einhergehender Pflicht-Krankenversicherung, etwas aufwändiges mehrseitiges Online-Formular, aber dann in Sekundenschelle offensichtlich von einem Algorithmus erteilt. Ein paar Tage vor Einreise eine Online-Registrierung des Impfstatus, man muss Impfstoff und Datum eingeben, aber witzigerweise kein Zertifikat nachweisen oder hochladen. Die dritte Impfung passt nicht ins Formular, soll aber ab morgen für einen grünen Status vorgeschrieben sein, wenn die zweite länger als 8 Monate her ist. Ist meine nicht, Glück gehabt. Dieser Impfstatus landet dann in der nach Ankunft zu installierenden Tawakkalna App (zusammen mit dem bei der Einreise geschossenen Foto, Datenschutz, was ist das?) und ermöglicht den Zugang zu Hotels, Restaurants, etc., was durchaus kontrolliert wird, manchmal zusammen mit Fiebermessung. PCR-Test vor Abflug, aber keiner bei Einreise.
Man trägt zu fast 100% Maske, draußen eher am Kinn, wird aber hochgezogen wenn Kontrollen zu drohen scheinen oder es enger wird. Die Inzidenzen in Saudi-Arabien gehen nach einem kurzen Peak vor zwei Wochen schon wieder stetig nach unten, während sie in Jordanien gerade hochschnellen.
In Jeddah schlafe ich im Mena Red Sea Palace Hotel, dessen größter, um nicht zu sagen einziger Vorzug die Fußläufigkeit zur Altstadt ist. Ansonsten bescheiden für’s verlangte Geld, lauwarme Dusche, Fenster schließt erst nach Reparatur. Lustig ist die Ausrede für fehlendes Klopapier „because of the corona virus“, im Kontext unserer heimischen Versorgungskrise im letzten Jahr.
Re: Arabien Winter 2022
Definitiv sehenswert ist die historische Altstadt „Al Balad“. Wikipedia sagt zum Baustil: „Typisch für die Architektur von Dschidda sind turmartige Wohnhäuser mit großen hölzernen Roshan. Die Roshan sind Fenstererker, die einerseits dem Schutz der Privatsphäre, andererseits in Zusammenhang mit den Windtürmen der Luftzirkulation dienten.“
Aber es gibt noch viel zu richten und die Gastarbeiter aus Bangladesch, Jemen und Somalia sind fleißig am Werkeln. Diese wie anscheinend auch jede andere Baustelle sind Teil des Infrastrukturprojekts „Vision 2030“ https://www.vision2030.gov.sa/. Es ist erst 2022, es gibt noch viel zu tun.
Aber es gibt schon urige Cafés und einige Museumshäuser. Das Nassif House ist geschlossen, besuchen kann ich aber das Matbouli House und das Salloums House.
Aber es gibt noch viel zu richten und die Gastarbeiter aus Bangladesch, Jemen und Somalia sind fleißig am Werkeln. Diese wie anscheinend auch jede andere Baustelle sind Teil des Infrastrukturprojekts „Vision 2030“ https://www.vision2030.gov.sa/. Es ist erst 2022, es gibt noch viel zu tun.
Aber es gibt schon urige Cafés und einige Museumshäuser. Das Nassif House ist geschlossen, besuchen kann ich aber das Matbouli House und das Salloums House.
Re: Arabien Winter 2022
Ich habe wieder ein Auto, vielleicht zu klein für hiesige Standards.
Damit fahre ich am zweiten Tag die Corniche am Roten Meer entlang rauf und wieder runter. Eine besondere Attraktion ist das Privathaus des Architekten Dr. Sami Angawi, der hier allerlei islamische Baustile vereint hat. Zu besuchen nach Vereinbarung, ich versuche es auf gut Glück und, siehe da, ein Sohn des Hauses lässt mich ein und führt mich freundlich herum.
Hingegen bleibt mir der Zugang zur „Floating Mosque“ Masjid Al-Rahma durch eine Großbaustelle am neuen Formel-1-Ring versperrt, alles Bitten am Baustelleneingang hilft nichts. Vision 2030 in Aktion.
Schön dann der Abend an der Corniche unterm lokalen Volk.
Damit fahre ich am zweiten Tag die Corniche am Roten Meer entlang rauf und wieder runter. Eine besondere Attraktion ist das Privathaus des Architekten Dr. Sami Angawi, der hier allerlei islamische Baustile vereint hat. Zu besuchen nach Vereinbarung, ich versuche es auf gut Glück und, siehe da, ein Sohn des Hauses lässt mich ein und führt mich freundlich herum.
Hingegen bleibt mir der Zugang zur „Floating Mosque“ Masjid Al-Rahma durch eine Großbaustelle am neuen Formel-1-Ring versperrt, alles Bitten am Baustelleneingang hilft nichts. Vision 2030 in Aktion.
Schön dann der Abend an der Corniche unterm lokalen Volk.
Re: Arabien Winter 2022
Zuerst habe ich mir eine Runde durch den Süden vorgenommen, in die Provinz Asir, ins Hochland Arabiens. Von Jeddah fahre ich zuerst auf 5-spuriger Autobahn nach Mekka (Makkah). Nein, natürlich nicht, da darf ich ja nicht hin. Mein Kindheits-Karl-May-Held Kara Ben Nemsi hatte sich seinerzeit verkleidet reingeschlichen, musste aber nach Entdeckung um sein Leben reiten. Das lasse ich sein und die Muslime an ihrer heiligen Stätte unter sich bleiben.
Aber auf der 5th Ring Road in Süden der Stadt kann man aus 16 km Entfernung den 600 Meter hohen Mecca Royal Clock Tower erspähen.
Hinter Mekka führt die Straße spektakulär den Berg hoch auf 1900m nach Taif, mein erstes Etappenziel. Ich bin früh dran, suche und finde schließlich den Saiysad oder Taif National Park, aber das ist eine eher traurige Angelegenheit. Ein paar Spiel- und Picknickplätze, ein paar Bäume im trockenen Bachbett und viel Plastikmüll.
Dafür ist der Souk in Taif am Abend umso schöner. Ich kann den bunten Hund geben, mir eine arabische Zahnbürste schenken lassen (Miswāk, kannte ich bis dato nicht: ein Zweig, der u.a. Fluorid enthält, fasrig gekaut wird und dann wird damit gebürstet), den Goldverkäufer vor seinen Juwelen ablichten, mir vom 11-jährigen indischen Nerd das Fußballspiel seiner Kumpels erklären lassen, Honig probieren, und schließlich ein indisches Hühnchen-Curry in Kantinenambiente zu mir nehmen. Wenn Gebetszeit ist, fallen für 20 Minuten die Rolläden, im Restaurant sind die Kellner verschwunden. Es beten nicht unbedingt alle, aber das Geschäft wird unterbrochen.
Aber auf der 5th Ring Road in Süden der Stadt kann man aus 16 km Entfernung den 600 Meter hohen Mecca Royal Clock Tower erspähen.
Hinter Mekka führt die Straße spektakulär den Berg hoch auf 1900m nach Taif, mein erstes Etappenziel. Ich bin früh dran, suche und finde schließlich den Saiysad oder Taif National Park, aber das ist eine eher traurige Angelegenheit. Ein paar Spiel- und Picknickplätze, ein paar Bäume im trockenen Bachbett und viel Plastikmüll.
Dafür ist der Souk in Taif am Abend umso schöner. Ich kann den bunten Hund geben, mir eine arabische Zahnbürste schenken lassen (Miswāk, kannte ich bis dato nicht: ein Zweig, der u.a. Fluorid enthält, fasrig gekaut wird und dann wird damit gebürstet), den Goldverkäufer vor seinen Juwelen ablichten, mir vom 11-jährigen indischen Nerd das Fußballspiel seiner Kumpels erklären lassen, Honig probieren, und schließlich ein indisches Hühnchen-Curry in Kantinenambiente zu mir nehmen. Wenn Gebetszeit ist, fallen für 20 Minuten die Rolläden, im Restaurant sind die Kellner verschwunden. Es beten nicht unbedingt alle, aber das Geschäft wird unterbrochen.
Re: Arabien Winter 2022
... Jubbah lohnt sich sehr, wenn man sich für Felsgravuren interessiert. Die Landschaft ist auch sehr schön. Allerdings ist alles, wie in Al Ula auch, eingezäunt und Besichtigungen nur mit Führung möglich.
Al Ula hat zwar eine noch schönere Landschaft zu bieten, allerdings hat man nicht wirklich Zeit, sie zu geniessen. Man wird durch die Highlights durchgescheucht und muss sich sputen, überhaupt noch Fotos machen zu können. Man muss oft auch einen seeehr grossen Abstand zu den Felsen und Gräbern halten. Für die Gräber in Dadan ist ein gutes Tele muss, sonst sieht man praktisch nix.
Unbedingt früher als auf dem Ticket angegeben an der zentralen Bushaltestelle am Winter Park erscheinen! Die Busse sind früher abgefahren als gedacht.
Al Ula hat zwar eine noch schönere Landschaft zu bieten, allerdings hat man nicht wirklich Zeit, sie zu geniessen. Man wird durch die Highlights durchgescheucht und muss sich sputen, überhaupt noch Fotos machen zu können. Man muss oft auch einen seeehr grossen Abstand zu den Felsen und Gräbern halten. Für die Gräber in Dadan ist ein gutes Tele muss, sonst sieht man praktisch nix.
Unbedingt früher als auf dem Ticket angegeben an der zentralen Bushaltestelle am Winter Park erscheinen! Die Busse sind früher abgefahren als gedacht.
Re: Arabien Winter 2022
Dann werde ich das lassen. Der Umweg ist zu groß für mein Interesse.
Danke für die Tipps. Ich bin gespannt ...Akauka hat geschrieben: ↑Mi 2. Feb 2022, 05:28Al Ula hat zwar eine noch schönere Landschaft zu bieten, allerdings hat man nicht wirklich Zeit, sie zu geniessen. Man wird durch die Highlights durchgescheucht und muss sich sputen, überhaupt noch Fotos machen zu können. Man muss oft auch einen seeehr grossen Abstand zu den Felsen und Gräbern halten. Für die Gräber in Dadan ist ein gutes Tele muss, sonst sieht man praktisch nix.
Unbedingt früher als auf dem Ticket angegeben an der zentralen Bushaltestelle am Winter Park erscheinen! Die Busse sind früher abgefahren als gedacht.
Re: Arabien Winter 2022
Bevor ich Taif verlasse, möchte ich mir den Shubra Palast aus der osmanischen Zeit ansehen. Es ist heute ein, leider geschlossenes, Museum. Als ich ein Foto davon schieße, springt ein eifriger Polizist aus seinem kleinen Toyota und meint, ich darf das nicht. Nach Betrachten der Fotos, meinem Verweisen auf das Museumsschild, Fürsprache eines Passanten und Telefonat mit dem Chef darf ich schließlich mitsamt Foto von dannen ziehen.
Dasselbe ist schon in Jeddah auf der Corniche passiert, wo ich ein Weitwinkel-Foto auf’s Meer hinaus wieder löschen musste, weil sich wohl auf der in der Ferne vorgelagerten Landzunge etwas Verbergenswertes befindet.
Bei der Einreise nach Jordanien erregte mein beim Röntgenscan des Koffers entdeckte Taschenfernglas Verdacht und kostete eine halbe Stunde, Pass und Fernglas fotografieren und per WhatsApp (!) irgendwo hinschicken, telefonieren. Das gleiche wieder zwei Wochen später beim Gepäckscan beim Betreten des Flughafens. Hatten die schon auf mich gewartet?
Bisher konnte ich diesen Situationen immer mit Freundlichkeit und zur Schau gestellter Naivität entkommen, toi, toi, toi, habe aber Alexanders Geschichte in Kairo im Hinterkopf.
Dasselbe ist schon in Jeddah auf der Corniche passiert, wo ich ein Weitwinkel-Foto auf’s Meer hinaus wieder löschen musste, weil sich wohl auf der in der Ferne vorgelagerten Landzunge etwas Verbergenswertes befindet.
Bei der Einreise nach Jordanien erregte mein beim Röntgenscan des Koffers entdeckte Taschenfernglas Verdacht und kostete eine halbe Stunde, Pass und Fernglas fotografieren und per WhatsApp (!) irgendwo hinschicken, telefonieren. Das gleiche wieder zwei Wochen später beim Gepäckscan beim Betreten des Flughafens. Hatten die schon auf mich gewartet?
Bisher konnte ich diesen Situationen immer mit Freundlichkeit und zur Schau gestellter Naivität entkommen, toi, toi, toi, habe aber Alexanders Geschichte in Kairo im Hinterkopf.
Re: Arabien Winter 2022
In weiteren zwei Tagen fahre ich auf der Straße Nr. 15 nach Abha. Sie führt vierspurig über 530 km auf 2100 bis 2600 Meter Höhe durch viele Ortschaften nach Süden. Es ist zäh, die Geschwindigkeitsbeschränkungen scheinen willkürlich, mal darf man mit 110 km/h durch die Ortschaft brettern, mal muss man wegen einer leichten Kurve oder auch gänzlich unmotiviert auf 60, 50, 40 runterbremsen. Blitzer gibt es zuhauf. Mal schauen, was der Autovermieter am Ende abrechnet, ich kann eigentlich gar nicht alles richtig gemacht haben.
Eine zweite Schwierigkeit sind unmittelbar aufziehende Nebelbänke, die einen nur noch kriechen lassen.
Paviane sind eine Plage, an jedem Parkplatz sitzen sie und warten auf die Anhaltenden.
Je weiter es gen Süden geht desto mehr häufen sich die Heritage Villages. Fast jede Ortschaft scheint einen alten Kern aus Steinhäusern und -türmen zu haben. Nicht mehr bewohnt, meist verfallen, teils renoviert.
Das sehenswerteste davon ist das schon komplett renovierte Thee Ain. Es müsste noch mit etwas Leben gefüllt werden und soll wohl noch weiter zum Museumsdorf mit Visitor Center ausgebaut werden. Vision 2030, ich wiederhole mich.
Es liegt aber unten im Tal, und die waghalsig befahrene Straße dorthin stürzt sich auf 25 Kilometer 1400 Meter in die Tiefe. Auf dem Rückweg schnauft er, der kleine Mietwagen.
Ich übernachte in Baljurashi, was zum kulinarischen Tiefpunkt der bisherigen Reise gerät.
Eine zweite Schwierigkeit sind unmittelbar aufziehende Nebelbänke, die einen nur noch kriechen lassen.
Paviane sind eine Plage, an jedem Parkplatz sitzen sie und warten auf die Anhaltenden.
Je weiter es gen Süden geht desto mehr häufen sich die Heritage Villages. Fast jede Ortschaft scheint einen alten Kern aus Steinhäusern und -türmen zu haben. Nicht mehr bewohnt, meist verfallen, teils renoviert.
Das sehenswerteste davon ist das schon komplett renovierte Thee Ain. Es müsste noch mit etwas Leben gefüllt werden und soll wohl noch weiter zum Museumsdorf mit Visitor Center ausgebaut werden. Vision 2030, ich wiederhole mich.
Es liegt aber unten im Tal, und die waghalsig befahrene Straße dorthin stürzt sich auf 25 Kilometer 1400 Meter in die Tiefe. Auf dem Rückweg schnauft er, der kleine Mietwagen.
Ich übernachte in Baljurashi, was zum kulinarischen Tiefpunkt der bisherigen Reise gerät.
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fourty niner
- Beiträge: 37
- Registriert: Do 28. Jun 2012, 20:11
- Wohnort: Amman/Jordanien
Re: Arabien Winter 2022
Hallo Wolfgang,
herzlichen Dank für deine Reisebeschreibung. Schön das es Dir bei uns in Jordanien so gut gefallen hat. Wir wollen in Kürze Al Ula besuchen. Ist es richtig, dass man die Sehenswürdigkeiten nur als geführte Tour besichtigen kann?? Ich hatte zwei Tage eingeplant--was empfiehlst Du?
Danke und Gruss aus Amman
Fourty Niner
herzlichen Dank für deine Reisebeschreibung. Schön das es Dir bei uns in Jordanien so gut gefallen hat. Wir wollen in Kürze Al Ula besuchen. Ist es richtig, dass man die Sehenswürdigkeiten nur als geführte Tour besichtigen kann?? Ich hatte zwei Tage eingeplant--was empfiehlst Du?
Danke und Gruss aus Amman
Fourty Niner



