Motor starten - ohne Strom

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Roger-Tecumseh
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Re: Motor starten - ohne Strom

Beitrag von Roger-Tecumseh »

TGerd hat geschrieben: Damit habe ich meine Erfahrungen gemacht, das Ding liegt jetzt in einem ägyptischen Schott.

Wüstengruß


Ich gehe - in Kenntnis Deiner Liebe zur Reinheit der Wueste - davon aus, dass er es war, der sich (wie Du es zu Recht so plastisch angedeutest hast) ploetzlich mit erheblicher Beschleunigung selbststaendig machte - oder gar schmatzend in den Tiefen verschwand - und nicht etwa DU ihn entnervt in den Schott katapultiertest. :lol:
TGerd
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Re: Motor starten - ohne Strom

Beitrag von TGerd »

Ich katapultierte. Nicht entnervt, sondern mit einem Gefühl tiefer Befriedigung.

'... Weit hinein schleuderte TGerd den ehernen Angreifer in der Salzpfanne blendende Weiße,
hoch aufspritzend der salzige Schlamm, in dem sich schmatzend das unnütze Eisentrumm dem Erdmittelpunkte nähert ...'

Eisen gibt's in der Wüste jede Menge. Keine Bange wegen der paar zusätzlichen Eisenionen, die Witwenmacher rosten doch schon beim Zuschaun, umso mehr in der konzentrierten Elektrolytlösung eines nassen Salzsumpfs von beträchtlichem Ausmaß. Von dem Ding findet man kein Teilchen mehr. Öl oder Fett war keines dran. Da würde der Sand ja noch mehr kleben bleiben.

Btw: man findet in den Weiten der Wüste gelegentlich auch extraterrestrisches Eisen, erkennbar an einem beträchtlichen Iridiumgehalt und bis auf Einzelfälle (Ni) Widmanstättenschen Strukturen. (Wenn man mit geeignetem Blick danach sucht). Nicht immer sind es kompakte Vorkommen.

Wüstengruß
Nach Süden!
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Wolfgang16
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Re: Motor starten - ohne Strom

Beitrag von Wolfgang16 »

Ich schätze mal, daß der LKW in dem Video einen 76 Oktan Benzinmotor hat. Auf hochverdichtete Dieselmotoren läßt sich sowas nicht übertragen.
Gerhard Göttler
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Re: Motor starten - ohne Strom

Beitrag von Gerhard Göttler »

Hallo TGerd,

Dein Oldtimer-Dasein in der Sahara sollte nicht in Frage gestellt werden!

Richtig gründlich raufschieben - damit hast Du in manchen Welten- und Sahara-Regionen ziemliche Probleme.

Und klar, irgendwas kann immer sonst noch kaputt gehen, ob das jetzt die Anlasserwicklung ist oder was auch immer - für alles kann halt keiner Vorsorge treffen. Kleinwagen oder 100-Ah-Kiste ist da ziemlich egal.

Erschwerende Bedingungen: Selbstverständlich. Michael Martin beschreibt so einen Fall, als sein Diesel bei tiefen Minustemperaturen (in Äthiopien?) nicht anspringen wollte: Wasser zum Kochen bringen, Handtuch über den Zyl-Ko und dann immer wieder das heiße Wasser drauf. In Russland stellen sie eine Büchse mit brennendem Sprit oder ähnliches direkt unter den Motor; würde ich im Fall des Falles vielleicht auch mal so versuchen, war aber noch nie erforderlich.

Versmaßfrei: Schönen Abend!

Der Gerhard (Göttler)
Chrigu
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Re: Motor starten - ohne Strom

Beitrag von Chrigu »

In Sibirien stellt man teilweise die Motoren gar nicht ab in der Nacht. Wenn da sonst mal was "verreckt" siehts schlecht aus.

Ein früherer Bekannter hat dort an die Minus 70°C erlebt.

Er erzählte mir, dass wenn man das Mundwerk öffnet, können die Zähne spalten wegen dem Temperaturunterschied. Dem einen, oder anderen würde so ein Mund-offen-Aufenthalt dort oben gut tun. :kotz:

Zu einem anderem Zeitpunkt brach ihnen der Laster bei einer Flussüberfahrt im Eis ein. Auch mühsam.

Da wird auch kein Diesel mehr anspringen bei den Temperaturen.

Ich stelle mir das Hochschieben mit Wagenheber bildlich vor. Scheint auch ne längere Sache zu sein.

Die Landrover Serie konnte man doch noch ankurbeln. Müsste zwar schwer gehen, jedoch möglich.

Man muss schon etwas einfallsreich sein, wenn mal alleine reist. Ganz alleine.
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TGerd
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Re: Motor starten - ohne Strom

Beitrag von TGerd »

Vielen Dank für den Regionalhinweis. Mit dem Raufschieben in gewissen Sahararegionen komme ich schon klar. Wie das geht, habe ich oben beschrieben.

Wenn jemand mit geliertem Diesel stehenbleibt, hält sich mein Mitgefühl in Grenzen. Wenn ich im Januar über die Hamada al Hamra möchte, weiß ich das doch schon in Tunesien bei der Zufahrt nach Ras Jedir. Nahezu an jeder tunesischen Tankstelle gibt's Petroleum aus dem Zapfhahn für die vielen LKW, die damit dort rumfahren. Dort muß man sich halt mit ein paar Kanistern eindecken und vor dem Abendlager auf der eiskalten Plaine zweckmäßig und petroleumsparend den Diesel verschneiden. Damit bleibt der Kraftstoff flüssig. Wenn die Mühle morgens kalt wieder angesprungen ist, das tut sie auch mit der geeigneten Mischung, und der Kraftstoff über die Rücklaufleitung erwärmt ist, dann kann wieder blanker Diesel verfüllt werden. Wenn der Stoff warm ist, fällt auch kein Paraffin aus dem reinen Diesel mehr aus.

Ein Vorteil der Vorkammermotoren mit mechanischer Einspritzpumpe, die vertragen das. Der Sechszylinder RD28T wird auch heute noch verbaut. Mir allemal lieber als eine hochgezüchtete elektronisch geregelte Einspritzung. Ich fahre mit dem Fahrzeug schließlich hauptsächlich in der Sahara rum und nicht in Europa.

Mit solchen Märchen wie den Zylinderkopp mit heißen Tüchern zu wärmen bekommt man kältegestocktes Paraffin nicht aus dem Tank und durch den Kraftstoff-Filter, wenn der Sturm heulend lateral um das eisverkrustete Zelt pfeift.

Gruß
Zuletzt geändert von TGerd am Di 21. Dez 2010, 20:23, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Motor starten - ohne Strom

Beitrag von Bäärti »

Wolfgang16 hat geschrieben:Ich schätze mal, daß der LKW in dem Video einen 76 Oktan Benzinmotor hat. Auf hochverdichtete Dieselmotoren läßt sich sowas nicht übertragen.
Es dürfte sich hier um einen Tata LPT 1613 handeln; 6-Zylinder Diesel mit 130 PS...

Gruss Bäärti

.
der Muger - ein Bergler auf Abwegen.
Chrigu
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Re: Motor starten - ohne Strom

Beitrag von Chrigu »

TGerd hat geschrieben:Vielen Dank f
Ein Vorteil der Vorkammermotoren mit mechanischer Einspritzpumpe, die vertragen das. Der Sechszylinder RD28T wird auch heute noch verbaut. Mir allemal lieber als eine hochgezüchtete elektronisch geregelte Einspritzung. Ich fahre mit dem Fahrzeug schließlich hauptsächlich in der Sahara rum und nicht in Europa.

Gruß
Insbesondere ein reiheneinspritzpumpe kommt mit Petroleum-Gemisch klar. bei der Verteilerpumpe des RD28T hätte ich da eher etwas Bedenken.

War das RD28T eigentlich auf mich bezogen, weil Du das Patrol Bild siehst, oder fährst Du selber einen?
Bei mir ist mittlerweile der Stirnradgesteuerte TD42 Sauger drinn.

(mal Kurz etwas Offtopic: wo wird denn der RD28T noch verbaut? Im Patrol bis 1999, dann der ZD30)

Grüsse vom Chrigu
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TGerd
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Re: Motor starten - ohne Strom

Beitrag von TGerd »

Der RD28T wurde/wird genauso wie der TD42 in Gabelstaplern verbaut :-))

Habe nach 4 Stück 160ern -1 Sauger SD33, 3 SD33T- , jetzt den vierten W260 - RD28T, alle long wheel base, also ein wenig Erfahrungen mit den Motoren und den Autos gemacht. Alle auf Fernreisen in Afrika, ausgesprochen zuverlässige und geländegängige Geräte. Der radgetriebene Nockenwellentrieb des 160ers hatte Vorteile, allerdings mußten die Ventile öfters eingestellt werden, was die Hydrostößel des 260ers überflüssig machen. Alle 100.000 wechsle ich Zahnriemen und Rollen. Problemlose Sache.

Wenn es mit dem Petroleum kritisch bei Verteilerpumpen wird, dann füll halt auf eine Tankfüllung einen halben Liter Zweitaktöl rein (max. 1 Liter bei hohem Petroleumanteil), schmiert die Pumpe und verbrennt rauchlos und vollständig. Ich hatte noch NIE einen Einspritzpumpenschaden beim 260er, trotz häufigem Petroleumeinsatz bei beschriebenem Winterbetrieb.

Gruß
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Re: Motor starten - ohne Strom

Beitrag von Chrigu »

Achso, dort wird der noch verbaut!
Wusste ich nicht...

Der TD42 gibts wohl nun auch schon bald mal 25 Jahre...

Hatte 2 160er (K und W) mit dem SD33T. Hatte die aber nicht so lange.
Der hat doch Steuerkette? Hab mich bei diesem mit der Technik nicht auseinandergesetzt.

RD28 hatte ich auch schon einige in den Fingern. Mal lauter, mal leiser. Einige klackern ganz schön. Hab oft Motorspülungen gemacht, dann wurde es besser.

Dem TD42 hab ich heut grad die Ventile eingestellt. 0,35mm Spiel. Ist einiges leiser geworden...
Und Riemenwechsel muss ich nie... Das ist von der Wartung her gut vertretbar.

2 Taktöl kommt auch so rein. 250ml pro Tankfüllung. Für die Schmierung und gegen Russbildung, eigentlich genau wie Du beschreibst.

Hat der TD42 Kolbenbodenkühlung? Der TD42T in meinem Safari sollte sie jedenfalls haben, sowie der RD28T.
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TGerd
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Re: Motor starten - ohne Strom

Beitrag von TGerd »

Steuerkette beim SD33, klar, sorry, Freudsche Fehlleistung.
Ob der 42 Kolbenbodenkühlung hat, weiß ich nicht. War da nicht mal was mit Motorschäden und Umbau?

Klackernde 260er sind meistens ungepflegt. Frag den Besitzer, wann er das letzte mal die Kompression gemessen hat? Ölkohle? Wie schaun die Einspritzdüsen aus, wie alt, wann Spritzbild und Einspritzdruck geprüft? Wann hat er zuletzt die Pleuellager gecheckt? Meist kriegst Du bloß ein Achselzucken. Sowas kaufe ich nicht.

Gruß
Zuletzt geändert von TGerd am Di 21. Dez 2010, 21:51, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Motor starten - ohne Strom

Beitrag von Chrigu »

Wenn sie aufgeladen werden, kann ich mir vorstellen, dass es Schäden gibt.

Ansonsten soll der TD42 einer der haltbarsten Motoren sein.

Auch schon der TD27. Sah einen vom Marokkanischen Militär, der hatte 1'020'000Km drauf und ging noch.

Der RD28 ist halt für Kopfschäen bekannt.
Und Getriebeschäden vom FS5R30A. Ist auch munzig dimensioniert.

Mein RD28T (der im Moment auf einer Palette steht) hat nen Ölkühler und eine kurze Zeit auch nen LLK. Der hatte nie Probleme mit der Temperatur.
Auch im Dünengeprügel nicht wirklich.

Übrigens: Der SD33 wurde von Volvo entworfen. Ob auch von Volvo gebaut oder nur entworfen weiss ich nicht.
Jedoch von der Zuverlässigkeit dem TD42 ebenbürtig. Das wär meine erste wahl wenn kein TD42!
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TGerd
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Re: Motor starten - ohne Strom

Beitrag von TGerd »

Kopfschäden beim RD28T sind meistens hausgemacht. Kühlmittelstand wird nicht geprüft und die Kiste mit zu wenig Kühlung auf der Bahn geprügelt. Dann füllen sie 'Kühlerdichtmittel' rein, das Zeug setzt durch Kavitation die Kühlkanäle zu und zerstört die Wasserpumpendichtlippe usw. Kein Wunder, daß die Motoren verglühn. Da sind Stegrisse und Koppdichtungsschäden vorprogrammiert. Sag ich doch schon. Die fahren bloß und pflegen nix.

Beim Getriebe muß man deutsche Lager einbaun, wo es möglich ist. Vorgelegewellenlager vorn und hinten, die ohne Außenring, gibt's leider bloß von der Firma, außer das Hauptlager. Das ist aber das kritischste, wenn das gegen SKF getauscht ist, dann ist Ruhe. Mein Getriebe ist absolut ruhig.

Gruß
Zuletzt geändert von TGerd am Di 21. Dez 2010, 22:03, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Motor starten - ohne Strom

Beitrag von Chrigu »

Stegrisse hat fast jeder Diesel. Solange sie nicht zuuu tieff sind geht das auch. :mrgreen:

Mit dem Kühlmittel hast recht. :!:

Richtige Männer dichten sogar ne lecke Wasserpumpe mit Dichtmittel (Sie versuchen es). Das ist nichtmal sinnvolle Symptombekämpfung. Beim RD28 gehört da eine neue als Ersatz mit. Wohl fast wichtiger als ne 100Ah Batterie :wink:

Richtige Pflege der Fahrzeuge vor der Tour und durch das Jahr sind für das Überleben wichtig. Wird wohl oft unterschätzt. Und doch kann es jeden erwischen.

Niemand hat den "Röngenblick"
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Wolfgang K
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Re: Motor starten - ohne Strom

Beitrag von Wolfgang K »

TGerd hat geschrieben: Beim Getriebe muß man deutsche Lager einbaun, wo es möglich ist. Vorgelegewellenlager vorn und hinten, die ohne Außenring, gibt's leider bloß von der Firma, außer das Hauptlager. Das ist aber das kritischste, wenn das gegen SKF getauscht ist, dann ist Ruhe. Mein Getriebe ist absolut ruhig.

Gruß
Aber SKF sind doch Schweden oder? :?:
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