Wie startet man einen Lastwagenmotor, wenn die Batterie leer ist, oder diese irgendwie abhanden gekommen ist?
Man braucht dazu einem Strick und einem Inder im rosa Hemd…
das ist eigentlich seit Wüstenfuchs-Därrs Zeiten ein alter Hut. Kleiner Unterschied: Der Rosahemdige scheint das Drehmoment der Zwillingsbereifung auszunutzen, wohingegen die Wüstenfuchsmethode darin besteht, via Band um den Reifenumfang den eingekuppelten Motor direkt anzuwerfen.
Die Spanngurt Methode kenn ich zwar, habe das aber noch nie versucht. Jemand hier, der das mal erfolgreich gemacht oder getestet hat. Da hatten wir doch schon mal nen Fred, oder?
Das mit der Schwungradmethode erscheint mir fast einfacher. Das muss ich doch grad mal versuchen.
Versuch es mal und berichte hier darüber!
Wenn dein Auto aber über so Sachen "Elektronik", "Steuerung", "Fehlerspeicher" usw. verfügt, kannst du es gleich bleiben lassen. Er springt nicht an...
Toyota HZJ, 6 Mann (1 im Auto zum Vorglühen und Einkuppeln ,5 zum Ziehen)
Bergegurt um aufgebocktes Hinterrad gewickelt, 3. Gang in Untersetzung,
dann ist der 6-Zylinder angelaufen. Mit weniger als 5 Mann beim Ziehen
haben wir ihn nicht in die Gänge bekommen, der Schwung und Drehmonent reichen dann nicht aus!!
Für die Situation muß man natürlich Randbedingungen festlegen.
Ich geh von einem Alleinreisenden aus, max. 2 Personen, Batterie ist platt.
Wenn andere Fahrzeuge verfügbar sind, hat man möglicherweise mit Anschleppen keine Schwierigkeiten, wenn ...
... die Karre angeschleppt werden darf.
Deshalb habe ich nach wie vor ein Fahrzeug, feldmäßig reparabel, Vorkammerdiesel ohne Elektronik, kein Gaspedalpoti, und ohne irgendwelche Fehlerspeicher.
Die Karre läßt sich notfalls per Hydraulikheber und Sandblech über Nacht auf eine Düne schieben und beim Runterrollen mit dem 2. oder 3. Gang anlassen.
Außerdem hab ich unter einigem Anderen immer eine volle 100 Ah-Ersatzbatterie an Bord. Immer.
Gruß
Nach Süden!
In der Wüste triffst Du Dich selbst.
Oder Du triffst nichts.
TGerd hat geschrieben:Die Karre läßt sich notfalls per Hydraulikheber und Sandblech über Nacht auf eine Düne schieben und beim Runterrollen mit dem 2. oder 3. Gang anlassen.
Ist doch leicht zu verstehen. https://kunden.stahlgruber.de/Kataloge/ ... ber&page=1
ADX 4-370, Hubhöhe 260 mm, gegen Sandblech abstützen, viermal ausschachten, biste einen Meter weiter, bergauf überhaupt keine Schwierigkeit, einfach Keil gegen Rückrollen benutzen. Das geht ganz alleine ohne weitere Hilfsperson. Gibt nichts Besseres und Feinfühligeres als Hydraulik zum Heben-Drücken-Biegen.
Witwenmacher mit Kletterbolzentechnik lehne ich ab, weil ein einziges Sandkorn die Dinger funktionsunfähig macht. Haut man mit dem Hammer gegen den Bolzen, kriegt man vom zurückschnellenden Hebel einen unters Kinn. Ansetzen lassen sich die Dinger auch kaum richtig, rutscht die Karre weg, ist die Karosserie verbogen. Damit habe ich meine Erfahrungen gemacht, das Ding liegt jetzt in einem ägyptischen Schott.
Wüstengruß
Nach Süden!
In der Wüste triffst Du Dich selbst.
Oder Du triffst nichts.
das mit dem Raufschieben ist nicht immer erfolgreich - wenn der Down-Hill-Effekt nicht ausreicht. Und warum eine 100-AH-Batterie? Ich hab stets eine ganz kleine dabei, 45er, die tuts als Neuteil im Fall des Falles allemal.
Das Thema Batterie und solche, die explodieren, hatten wir hier auch schon mal.
Naja, ich bin nicht gerade ein Newcomer auf Wüstenreisen, meistens solo unterwegs. Wenn ich meine Karre irgendwo raufschiebe, dann gründlich.
Mir ist ein 100Ah-Akku lieber, mit dem kann ich länger orgeln, Dieselabschaltventil bleibt länger in Betrieb, wenn's denn sein muß, es ist mehr als die doppelte Ladung gegenüber einer 45 Ah drin und mit altem Gelumpe fahre ich nicht weg. Ich hab auch keinen Kleinwagen.
Explodiert ist mir noch keine Batterie. Das wäre mir aufgefallen. Der Block gehört auch richtig geladen und gelagert.
Ein Batterie-'Neuteil' bietet keine Gewähr auf volle Leistung. Die muß durch einen Belastungstest geprüft werden. Also 'allemal' kann daher nur auf Deine Ausrüstungsverhältnisse zutreffen. Hier muß sich jeder nach seinen Gegebenheiten richten.
Man kann ja auch von einer intakten Batterie, aber verbrannter Anlasserwicklung ausgehen, Dieselmotor kalt, Ersatzanlasser nicht an Bord, jwd, Randbedingungen wie oben beschrieben. Dann muß die Karre ja irgendwie angelassen werden. Hier nützt die volle Batterieladung oder Parallel-Fremdstart wenig.
Bei Wüstentemperaturen unter 0°C und im Land getanktem Diesel verschärft sich die Situation um eine weitere Zehnerpotenz.
Gruß
Nach Süden!
In der Wüste triffst Du Dich selbst.
Oder Du triffst nichts.