Aegypten / Gilf Kebir und die Begleitpolizisten

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Stefanie
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Re: Aegypten / Gilf Kebir und die Begleitpolizisten

Beitrag von Stefanie »

Lieber Kuno,
mein Mann hat den Muell mitgenommen, den du fotografiert hast! Ich habe dir nicht unterstellt, ihr haettet welchen hinterlassen! Das ist leider falsch ruebergekommen - sorry!

Was die Falken angeht, so finde ich es tatsaechlich genauso abscheulich wie du! Ich weiss aber, dass ich nicht die Welt retten und heilen kann! Die Falkenjaeger haben ein anderes Bewusstsein in Bezug auf Tierschutz als der normale Europaeer. Sie leben von der Jagd um vom Verkauf. Ich muss mich einfach davon loesen, dass ich die ganze Welt mit meinen ethisch-moralischen Vorstellungen verdamme, wenn sie nicht so ist, wie ich sie gerne haette! Ich kriege zwei Mal jaehrlich das :kotz: -en, wenn Zugvoegel geschossen und verzehrt werden. Das einzige, das ich tun kann, ist staendig mein Unmut zu aeussern und den Kids die Wichtigkeit der Existenz eines jeden Lebewesens nahezubringen. Erwachsene, die ihr Leben lang es so kennen, belaecheln mich. Damit muss ich leider leben!

Dass die Falkenjaeger, Drogen- und Waffenschmuggler je etwas mir Touristen zu tun haetten, grenzt auch schon an eine Unterstellung!

Dass die TP direkt neben euch gelagert hat, liegt ebenso daran, dass ihr vielleicht einen erfahrenen Wuestenfahrer hattet, aber keinen, dem man das anmerkte (ich beziehe mich auf die Schilderungen der Fahrer, da ich ja selber nicht dabei war!). Im Normalfall ist das nicht so! Das Sagen dafuer hat der verantwortliche Guide - der muss es versaeumt haben sie darauf hinzuweisen ... und manchmal muss man einfach bestimmen und nicht bitten - vor allem bei Mitgliedern hierarchischer Organisationen wie Polizei und Militaer!
Ueber den Punkt mit den Plastik-Benzinkanistern in deinem Bericht haben wir ja telefoniert. Aus meiner Sicht nicht akzeptabel! Erstens Plastik, zweitens soll die TP ihre eigene Ausruestung transportieren.

Zusammenfassend kann ich nur sagen, dass ich mich bemueht habe zu erfahren, warum du die Reise so negativ empfunden hast und deshalb die "Gegenseite" gehoert habe. Ich wollte dich weder kritisieren noch angreifen, mir ist es einfach nicht erklaerlich, wie man aus einer so beeindruckenden Landschaft so negativ gepraegt zurueckkommen kann. Es muss wohl irgendwie zwischen den beiden Seiten nicht gestimmt haben. Vielleicht ist es auch so, dass die, die in der Wueste geboren wurden und sie wie ihre Westentasche kennen sich nicht gern von einem Auslaender fuehren lassen...Das bedaure ich ausdruecklich, bin aber froh, dass es selten so ist. Leider hattet ihr das Pech!
Gruesse aus Baharia
Stefanie

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Kuno
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Re: Aegypten / Gilf Kebir und die Begleitpolizisten

Beitrag von Kuno »

Stefanie; bevor wir beide uns hier in die Haare kriegen, lass es mich doch auf ein paar ganz einfache Punkte setzen:

A) Wenn 6 Auslaender, die aufgrund ihrer langjaehrigen Erfahrung und ihrer Ausruestung eine Wuestenreise autark durchfuehren KOENNEN zusaetzlich noch 15 Einheimische mitnehmen muessen, damit sie die Reise machen DUERFEN, dann ist es ganz einfach so, dass viele das nicht mehr WOLLEN.

B) Wuestentourismus - so wie wir ihn moegen, ob nun organisiert, begleitet oder individuell, wird in Aegypten im Vergleich zum gesamten Umsatz im Tourismus niemals eine relevante Rolle spielen. Insofern wird wohl weder Militaer noch Polizei noch Touristikministerium je daran interessiert sein, uns wieder so reisen zu lassen, wie wir das gerne haetten. Das Problem ist allerdings, dass sich "unser" Tourismus zwar in den Gesamtzahlen kaum bemerkbar macht, wenn er aber nicht mehr stattfindet, die Individualtouristen und auch die kleinen Anbieter - wie zB. die Leute in Baharia - doch ein richtiges Problem haben. Der Tourist kann sich zwar immer auf ein anderes Gebiet konzentrieren, den Leuten in Baharia wird das aber wahrscheinlich doch etwas schwerer fallen.

C) Auch die Leute, die "in der Wueste aufgewachesen" sind, muessen nicht unbedingt DIE Wuestenkenner sein. Mindestens von Libyen ist es meine Erfahrung, dass die allerwenigsten, die aus den Wuestenorten kommen die Wueste moegen oder sich gar damit auskennen (ich kenne auch Leute, die in Zermatt aufgewachsen sind und vom Bergsteigen keine Ahnung haben...). Die lokalen Touristikanbieter taeten nicht schlecht daran, wenn auch sie etwas vom hohen Ross runterkommen wuerden und einsaehen, dass ein Auslaender oft mehr ueber die historischen Plaetze weiss, als sie selber (nicht zuletzt auch dadurch, da sich der ausalender oft bessere Informationsquellen erschliessen kann, als es dem Einheimischen je moeglich waere).

So, damit ist das Thema fuer mich erschoepft. Schlussendlich liegt es alleine bei den Aegyptern, was sie wie aus dem Tourismus machen wollen. Wenn sie den Wuestentourismus abwuergen wollen, dann sollen sie es tun (und sie sind auf dem besten Weg dazu). Wie ich mich dazu stelle, ist da voellig irelevant - ich werde jedoch immer sagen, wie ich etwas empfunden habe und was ich von etwas halte. Auch wenn dies an den Umstaenden wohl kaum etwas aendern wird :?
Kuno
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Re: Aegypten / Gilf Kebir und die Begleitpolizisten

Beitrag von Kuno »

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