Libyen - Demonstrationen und Proteste

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schu achbar ?

Re: Libyen - Demonstrationen und Proteste

Beitrag von schu achbar ? »

""Chávez, Ortega und Castro
Gaddafis letzte Freunde ""

Und die drei haben wiederum in Deutschland viele Freunde.
Könnte man da nicht was zusammenführen irgendwo im venezuelanischen Busch ?
Wäre doch befriedend für uns und für Libyen.
Und die armen Indianer haben dann unsere Bahnhofspunker, SEDler, viele Studienräte , Sozialwissenschaftler und Theologen an der Backe.
Die Punks zeigen den Eingeborenen wie man mit einer geschickt geworfenen Flasche Aldi Schnaps nen Äffchen vom Baum holt u. Ghaddafi verteilt ein paar grüne Bücher u. Kopftücher für die Frauen.
Und eine Gruppe Gender Aktivist_innen übersetzt das _innen endlich in Stammessprache u. verteilt Aufklärungsblätter über das Patriarchat des Häuptlings.

Das ist doch mal kulturelle Befruchtung vom Feinsten.
Die armen Indianer.
Kann man auch nicht machen..... :roll:
Götz Krieger
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Re: Libyen - Demonstrationen und Proteste

Beitrag von Götz Krieger »

Gaddafi-Milliarden strömen in Rebellen-Fonds

Libyens Rebellen erhalten Finanzhilfe: Die internationale Kontaktgruppe will einen Treuhandfonds zur Unterstützung der Aufständischen einrichten - gespeist aus dem eingefrorenen Vermögen von Diktator Gaddafi. Allein in Deutschland sind Konten im Wert von etwa sechs Milliarden Euro gesperrt....
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0 ... 40,00.html

Gruß
Götz
Kuno
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Re: Libyen - Demonstrationen und Proteste

Beitrag von Kuno »

Ich moechte hier nur einen Ausschnitt des Fotos zeigen, welches mich heute am meisten beeindruckt hat:

Bild

Die Erschoepfung ist dem Mann nach zwei Monaten Belagerung und Strassenkampf in Misuratha anzusehen. Ist es wirklich Misuratha? Vielleicht Zintan? Vielleicht Nalut? Oder anderswo in Libyen. Ich koennte noch nicht einmal sagen, ob der Mann auf Seiten des Widerstandes gegen addhafi oder fuer Gaddhafi kaempft. Ist aber eigentlich nicht einmal so wichtig, das so genau zu wissen. Er hat eben geholfen einen von Geschossen zerfetzten Kameraden aus dem Fahrzeug zu heben. Die Wanne ist noch voll von Blut.

Eine aehnliche Farbe hat der Sirup im Glas in meiner Hand. Ich sitze gemuetlich an meinem Computer. Ausgeschlafen und entspannt.

Mir ist eben wieder einmal bewusst geworden, wie schnell ich des Themas Libyen muede geworden und wieer in den Alltag zurueckgekehrt bin.


Geht das euch auch so?
Alexander
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Re: Libyen - Demonstrationen und Proteste

Beitrag von Alexander »

Kuno hat geschrieben: Mir ist eben wieder einmal bewusst geworden, wie schnell ich des Themas Libyen muede geworden und wieer in den Alltag zurueckgekehrt bin.

Geht das euch auch so?
Hallo Kuno, den gleichen Gedanken hatte ich auch schon. Zu Beginn des Aufstandes wurde hier heftigst geschrieben und diskutiert. Ebenso in den Medien. Heute hat man fast den Eindruck, dass das Geschehen in Libyen zum "normalen" Alltag gehört.

Dieses Phänomen habe ich zum ersten Mal während des ersten Irak Krieges festgestellt. Ich erinnere mich noch genau an den Morgen, als RTL am ersten Tag des Kriegsausbruches berichtete. KRIEG IM IRAK stand in dicken grossen Buchstaben im Hintergrund, währen der Nachrichtensprechen von den ersten Angriffen berichtete. Wenige Wochen später, selbst als der Krieg an Intensität gewannt, rückte er immer mehr in den Hintergrund. Selbst banalere Ereignisse erhielten mehr Priorität.

Sind wir zu sehr der Gewohnheit verfallen, langweilen wir uns zu schnell, sind wir zu sehr und zu schnell gesättigt von der Informationsflut? Ich vermag es nicht zu sagen.

Grüsse
Alexander
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Turi
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Re: Libyen - Demonstrationen und Proteste

Beitrag von Turi »

"Sind wir zu sehr der Gewohnheit verfallen, langweilen wir uns zu schnell, sind wir zu sehr und zu schnell gesättigt von der Informationsflut? Ich vermag es nicht zu sagen. "

Mir ist schon vor Wochen die Frustation hochgekommen über den Krieg in Libyen, zu lesen und darüber zu schreiben.
Warum ist das so, weil ich mit meiner Annahme, was aus einem halbherzigen Eingreifen wird, richtig gelegen bin.
Hätte man nicht eingegriffen, wären und werden mM nach sicher weniger Zivilisten dabei umkommen, allerdings hätte man auch keinen Systemwechsel herbeigeführt (hat man so bis jetzt ja auch nicht).

Es werden noch sehr viele Unschuldige sterben, was danach kommt ist mehr als ungewiss.

Die ganze "Revolution" in Libyen verkommt, wie schon an vielen anderen Schauplätzen in den letzten Jahrzehnten, zu einem politischen Geplänkel.

Leidtragende waren und sind die Zivilisten, genau die, denen man Schutz versprochen hat.

Ein nicht erheblicher Teil der Zivilbevölkerung wird umgebracht sein.
Der Rest der Welt wird hinterher, egal mit wem, wieder seine schmutzigen Geschäfte machen.
Jeder auch nur halbwegs logisch denkende Mensch,( dafür muss man kein Militärgrint sein) hätte von einem Eingreifen, nur aus der Luft, und ohne Bodentruppen, die Sinnlosigkeit erkennen müssen.
Für ein paar wild um sich schiessende Chaoten, die mangels Schlagkraft, bei der ersten Gegenwehr den Rückzug antreten müssen, genügt nur Luftunterstützung einfach nicht, das denke ich, wussten die ach so hilfsbereiten Westler aber sicher auch, wenn nicht, wären diverse Posten beim Militär neu zu besetzen.
Es ist für die Libyer ein sehr langsames Sterben und wenn nicht aufgehört wird mit halbherzigem Eingreifen, hört man besser ganz damit auf.
Wie gesagt, man hätte nie damit anfangen sollen.
Anderorts tut man's ja auch nicht, Beispiel täglich in den Nachrichten.

Frustation macht sich breit, darum verläuft sich das Thema "Libyen",
nicht aus Teilnahmslosigkeit sondern wegen der unsäglichen Hilflosigkeit die man verspürt.
Mir geht es wenigstens so.
nachdenkliche Grüsse
Turi
Wenn man die Ruhe nicht in sich selbst findet, ist es umsonst, sie anderswo zu suchen!
Roger-Tecumseh
Beiträge: 2066
Registriert: Mi 6. Jun 2007, 16:37

Re: Libyen - Demonstrationen und Proteste

Beitrag von Roger-Tecumseh »

Alexander hat geschrieben: Sind wir zu sehr der Gewohnheit verfallen, langweilen wir uns zu schnell, sind wir zu sehr und zu schnell gesättigt von der Informationsflut? Ich vermag es nicht zu sagen.

Grüsse
Alexander

Das Internet hat eine enorme Nachrichtenbeschleunigung ausgeloest. Parallel dazu wachsen die - eher selten von Sachkenntnis geleiteten - Wortmeldungen der User. Beides sind Phaenomene, die nun in einer direkten Relation zum Ablauf der Zeit stehen, wie es sie frueher nicht geben konnte! Wir "erleben" nun Vorgaenge in Echtzeit, die aber mit unserer persoenlichen Zeit, unserer Realitaet, oft nicht mehr verknuepft sind. Das ist ein schwer verdaubarer Schock, der um so nachhaltiger wirkt, weil er nicht immer bewusst wahrgenommen wird.
Das Unterbewusstsein ist jedoch ein sehr einflussreicher Herrscher. - Noch nachdruecklicher wird dieser Schock durch den Nachrichteninhalt: Konflikte, Katastrophen, Kriege. Wer kann aber schon andauernd im Schockzustand leben?
Die unausweichliche "Abstumpfung" ist deshalb wahrscheinlich eher ein Schutzmechanismus, als ein bewusstes Abkehren vom Thema. Babylon ist heute kein linguistisches, sondern kognitives Problem!
Das ist keineswegs ein sich selbst bedingender, naturgegebener Vorgang, sondern - auch! - eine machtpolitisch kalkulierte Taktik, der selbst die unterworfen sind, die sie anwenden.

JWvG konnte seine Spiesbuerger noch ironisch beschreiben, indem er sie genuesslich fabulieren liess:"...wenn fern in der Tuerkei die Voelker aufeinander schlagen...". Heute schlagen sie in unseren Wohnzimmern aufeinander! Wir werden zu machtlosen Zeugen (Zuschauern) von Unrechtigkeit, von Gewalt - ohne echte Einflussmoeglichkeiten. Unsere "Stellungnahmen" werden zu wirkungslosen Alibi-Aktionen.

Ich meine, dass nur diejenigen, die - aus welchen Gruenden auch immer - noch eine direkte Verbindung zum Thema aufbauen koennen (siehe Libyen, Tunesien, Syrien usw.), wegen dieser Fatalitaet Frustration empfinden. Bei den anderen fuehren wahrscheinlich Ratlosigkeit und Schreckstarre eher direkt in Resignation und Abkehr!
Kuno
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Re: Libyen - Demonstrationen und Proteste

Beitrag von Kuno »

Danke fuer eure drei Darstellungen, Alexander, Turi & Roger.
Jürgen Kempe
Beiträge: 632
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Re: Libyen - Demonstrationen und Proteste

Beitrag von Jürgen Kempe »

Ja, ja, alles , was wir dazu äussern können, ist gesagt worden, vielmals. Richtig, man kann sich nicht immer wieder entsetzen, über die gleichen Meldungen, die gleichen schrecklichen Bilder.

Mir fällt leider nichts Neues mehr dazu ein; auch sind inzwischen weitere schlimme Nachrichten aus anderen Weltecken hinzugekommen. Tote in grosser Zahl, "men made" oder durch Natuekatastrophen. Mein Entsetzen bleibt folgenlos. Der hier schon erwähnte Selbstschutz führt zum Abstumpfen. Traurig!

Jürgen Kempe
Hans Weber
Beiträge: 7
Registriert: Mi 11. Jul 2007, 23:52

Re: Libyen - Demonstrationen und Proteste

Beitrag von Hans Weber »

Im November 2010 hatten wir unsere zehnte Libyenreise durchgeführt.
Erg Ubari,Erg Murzuk, Wau an Namus,Erg Rebiana,Kufra,Buzaymah,Tazerbo,Ajabya,Sirte,Misratah,Besuch von Leptis,Zentrum vonTripolis mit Besuch des Bazars,Besuch von Sabratha,dann zürück nach Tunesien.Viele Plätze hatten wir im Zuge unserer Libyenreisen vorher besucht.Nun sind wir sehr froh,dass wir dieses schöne Land wohl ein letztes Mal besuchen konnten.Wir haben in Libyen zahlreiche Freunde zurückgelassen.
Die Entwicklung stimmt uns sehr traurig.Jeden Tag denken wir an sie.
Bodensee
Beiträge: 570
Registriert: Fr 8. Apr 2011, 19:37
Wohnort: Bodensee

Viel-Leser

Beitrag von Bodensee »

Hier schaue ich täglich vorbei. Daneben visitiere ich die Nato-Seite, Al-Jazeera, Libya17th, Malta-Times, Tunesien-Info, Libya-Al-Hurra, den
Corriere, den Guardian, die NY Times, die FAZ, Welt, den Standard aus Wien.
Ich gehe davon aus, dass die Leute, die sich wirklich für Libyen interessieren, ein ähnliches Programm haben. Deshalb verzichte ich meistens darauf, hier Infos aus zweiter oder dritter Hand einzustellen. Vielmehr hoffe ich, dass ein Libyen ohne Gadhaffi und seine Bande es viel mehr Leuten ermöglichen wird, die Schönheit der Wüste, die Zeugen der Vergangenheit, die Schönheit des Landes allgemein mit eigenen Augen sehen zu dürfen. Für mich ist die Sache klar, in wenigen Monaten wird es in Lybien miteinander auf- und vorwärts gehen.
luise
Beiträge: 72
Registriert: So 2. Okt 2005, 14:11

Re: Viel-Leser

Beitrag von luise »

Bodensee hat geschrieben: Für mich ist die Sache klar, in wenigen Monaten wird es in Lybien miteinander auf- und vorwärts gehen.
Wenn du dich da mal nicht täuschst.

http://www.readers-edition.de/2011/05/0 ... ommt-noch/

"Noch im Tod erweist die Terror-Ikone Osama bin Landen den westlichen Kriegspropagandisten einen letzten Dienst: Der Kampf um die Herrschaft in Libyen ist nicht mehr die Nummer eins in den Nachrichten, selbst die Meldung über den Mord an den Enkel-Kindern von Gaddafi in der Nacht zum 1. Mai verschwindet hinter der Bin-Laden-Sensation. Die Enkelkinder wurden von den NATO-Bombern als Kollateralschäden abgebucht. Denn das Haus, in dem sich die Kinder und einer der Gaddafi-Söhne befand, sei ja eine “Kommando-Zentrale” gewesen. Schon die Anwesenheit der Kinder verweist die NATO-Behauptung in das Reich der Kriegslügen. Die Bomber versuchten mit ihrem Angriff den Kopf einer der beiden Kriegsparteien in Libyen zu treffen: Muammar al-Gaddafi. Das widerspricht zwar dem Völkerrecht, aber wenn es um die westliche Rohstoff-Freiheit geht, dann wird das Völkerrecht unwesentlich.

Nun hat jüngst eine ominöse Libyen-Kontaktgruppe entschieden, einen “Treuhand-Fonds” für Libyen einzurichten. Ein Fonds, der Geld einsammeln soll, um eine der beiden Bürgerkriegsparteien, nämlich die Aufständischen im Osten Libyens, mit Geld zu versorgen. Denn der Übergangsrat, ein Gremium, das angeblich für alle Libyer spricht, muss ” . . . seinen Soldaten Sold zahlen, er muss Nahrungsmittel . . . kaufen. Und dafür braucht der libysche Übergangsrat dringend Geld”, kommentiert “tagesschau.de“. Und natürlich werden von den geforderten drei Milliarden Dollar auch Waffen gekauft werden. Das widerspricht zwar eindeutig der UN-Resolution, die nichts von Parteinahme im Bürgerkrieg enthält, sondern nur den Schutz der Zivilbevölkerung fordert, aber wenn es um die treuhändische Übernahme Libyens geht, dann ist dem Westen jeder Rechtsbruch recht.

An der Spitze des “Übergangsrates”, der so dringend mit Geld versorgt werden muss, steht der Ökonom Mahmud Dschibril, der Chef einer Gegenregierung in Bengasi. Der Mann hat in den USA studiert und gelehrt. In den von Wiki-Leaks veröffentlichten Papieren der US-Diplomatie wird er als “ernsthafter Gesprächspartner” bezeichnet, der die USA schon vor dem Krieg ermunterte, sich in Libyen stärker zu engagieren. Allerdings übt er auch Kritik an den USA: Sie würden ihre alltagskulturellen Vorteile wie McDonalds und Hollywood im Nahen Osten nicht ausreichend einsetzen. Tatsächlich gibt es in Tripolis immer noch kein Disneyland, die demokratischen Defizite des Landes sind daran klar erkennbar.

Das NATO-Bomabardement Libyens geht in den dritten Monat. Mehr als 2000 Luftangriffe haben die alliierten Truppen hinter sich.

Die Hersteller der Kampfjets - primär britische und französische Rüstungslieferanten - bezeichnen ihre Produkt-Tests am Himmel über Nordafrika als erfolgreich. Doch die Truppen Gaddafis weichen bisher nicht. Nach allen Gesetzen der Kriegsführung heißt das: Es gibt eine Mehrheit in Libyen, nicht nur im Militär, die den Gaddafi-Clan stützt. Wenn es aber eine Mehrheit für Gaddafi gibt, warum muss dann der Westen eine Minderheit unterstützen? Und vor allem: Wer ist diese Minderheit?

Mahmud Dschibril, der Mann dessen Ziel es ist, der ersten McDonalds-Filiale in Tripolis einen gebührenden Platz zu verschaffen, hat die erste Spende für seinen Treuhand-Fonds von 250 Millionen Dollar aus Kuwait bekommen, einem diktatorischen System, dessen Treue zu den USA ebenso unerschütterlich ist wie seine Abneigung gegenüber der Demokratie. Die nächsten Millionen sollen aus der Kriegskasse des Gegners kommen: Das “Gaddafi-Vermögen” im Ausland soll beschlagnahmt und in den “Treuhandfonds” überführt werden. Bisher allerdings gilt dieses Vermögen nicht als privat, sondern als Eigentum des Libyschen Staates. Wie wenig der “Übergangsrat” alle libyschen Stämme repräsentiert und wie sehr er bei seinen Strippenziehern im Westen geschätzt wird, zeigt sich an einer französischen Initiative: Man wolle, erklärte der französische Außenminister beim Treffen der Libyen-Kontaktgruppe, in den kommenden Wochen eine Stammeskonferenz einberufen, um über die Zukunft des Landes zu verhandeln. Der Chef des “Übergangsrates” wurde weder vorher darüber informiert, noch nachher um seine Zustimmung gebeten.

Vielleicht sollten die Libyer sich bei den Bürgern der ehemaligen DDR nach der Wirksamkeit und nach der Wirkungsweise der deutschen “Treuhand-Anstalt” erkundigen, die das staatliche Vermögen der DDR privatisierte, um die “Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen zu sichern”. Im Ergebnis der Treuhand-Bemühungen wurde das staatliche Eigentum zerschlagen, das Gebiet der früheren DDR weitgehend von Industrie befreit und die Arbeitslosenrate kräftig in die Höhe getrieben. Noch ist die Wirtschaft Libyens weitgehend verstaatlicht. Man darf annehmen, dass die internationalen Konzerne diesen Zustand treuhänderisch ändern werden. Nach dem Sieg der Aufständischen. Allerdings: Der Bär, dessen Fell von der internationalen Kontaktgruppe bereits verteilt wird, lebt noch. Auf eine Coca Cola-Filiale in Tripolis wird man noch warten müssen."
mfg aus M. von L.
Bodensee
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Re: Libyen - Demonstrationen und Proteste

Beitrag von Bodensee »

Da kann ich bloss mit diesem Text dagegenhalten:
http://www.dw-world.de/dw/article/0,,15054927,00.html

40 Staaten in der laut Uli G "ominösen Kontaktgruppe" und der Generalsekretär der UN war auch dabei....
Die jeweilige einheimische Industrie hat in den letzten Wochen doch recht kräftig mit den Herren Berlusconi (Italien) und Erdogan (Türkei) gesprochen und siehe da, die beiden haben es eben noch geschafft, wenigstens beim Güterzug aufzuspringen...

Tut mir leid, ich bleibe zuversichtlich, nächsten Winter ein Libyen ohne den grossen Führer und seine Bagage besuchen zu können.
Kuno
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Re: Viel-Leser

Beitrag von Kuno »

@ Luise; fuer wie hilfreich erachtest du es, wenn du hier solche Artikel einstellst, die vor lauter Polemik nur so tropfen?
luise hat geschrieben:Tatsächlich gibt es in Tripolis immer noch kein Disneyland, die demokratischen Defizite des Landes sind daran klar erkennbar.
Tatsaechlich gibt es im ganzen Land kaum ene Installation, die zur Unterhaltung und Zerstreuung dienen koennte. Ein paar alte schmuddelige Kinos in BEN und TIP und ein paar kuenstliche Gruenflaechen in denselben Staedten wurden in den letzten Jahren der Bevoelkerung zugaenglich gemacht. Das ist alles. Ob es jetzt noetig ist, dass gerade 'Diesneyland' einen neuen Park aufmacht, weiss ich nicht - der Bedarf an IRGENDETWAS waere allerdings da...
luise hat geschrieben:Doch die Truppen Gaddafis weichen bisher nicht. Nach allen Gesetzen der Kriegsführung heißt das: Es gibt eine Mehrheit in Libyen, nicht nur im Militär, die den Gaddafi-Clan stützt. Wenn es aber eine Mehrheit für Gaddafi gibt, warum muss dann der Westen eine Minderheit unterstützen? Und vor allem: Wer ist diese Minderheit?
Wer das schreibt, der weiss wohl kaum etwas ueber die "Gesetze der Kriegsfuehrung". Die drei Privatmilizen Gaddies schmeissen praktisch alleine den Krieg fuer ihn - nicht die regulaere Armee, welche faktisch kaum existent war (schon vor dem Aufflammen des Aufstandes). Wenn es dich mal interessiert, wie man als Minderheit mit einer schlagkraeftigen und aeusserst brutalen Kampftruppe eine Mehrheit in Schacht haelt, dann blicke einfach mal etwas zuruck in die Geschichte deiner eigenen Heimat... oder wenn du nicht so weit gehen willst, dann frage mal die Leute aus der ehemaligen DDR (die du ja auch heranziehst), ob sie alle gluehende Verehrer von Ulbricht & Honecker waren...
luise hat geschrieben:Auf eine Coca Cola-Filiale in Tripolis wird man noch warten müssen."
Auch diese Aussage ist ein sehr gutes Indiz, dass der Autor des Berichts nicht viel ueber LY und Gaddies Familie weiss. Die Coca Cola Fabrik gab es tatsaechlich. Sie wude im Zuge der "Oeffnung" des Landes aufgemacht - musste dann aber wieder schlissen, weil sich zwei Soehne von Gaddi darum gestritten hatten. Steht irgendwo weiter oben auch in diesem Thema...
Alexander
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Re: Libyen - Demonstrationen und Proteste

Beitrag von Alexander »

Ghadhafi-Truppen sprengen Misratas Benzin-Vorräte in die Luft

Flugzeuge des libyschen Machthabers haben in der Nacht auf heute Treibstoff-Lager in der belagerten Stadt Misrata bombardiert. Zudem verminen Ghadhafis Soldaten Gewässer – mit einem dreisten Trick. mehr...

Gadaffies Truppen versahen Hubschrauber mit den Emblemen des Roten Kreuzes bzw Roten Halbmondes, um den Flug als humanitären Einsatz zu tarnen. Wieder ein Zeichen dafür, dass sich Gadaffi und Co den Teufel über irgendwelches Recht scheren.

Die Gefechte an der libysch tunesischen Grenze werden wieder intensiver. Libysche Granaten landeten auf tunesischem Territorium.

Grüsse
Alexander
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Re: Libyen - Demonstrationen und Proteste

Beitrag von Kuno »

Alexander; dein obiger Artikel bzw. die Aktionen, die dahinter stehen haetten doch auch einen Aufschrei der Entruestung unter denen, die immer wieder die perfide Vorgehensweise des "Westens" und der "Nato" anmahnen hervorrufen sollen - tut es aber irgendwie nicht.

Ganz aktuell ist er mindestens in Bezug auf die Zahlen aber schon laenger nicht mehr.

"Mehr als 30'000 Libyer sind bereits aus der Bergregion südlich von Tripolis nach Tunesien geflüchtet."

Das UNHCR hatte bereits am 4 Mai die Anzahl der LYs, die nach TN gefluechtet sind auf mindestens 45'000 Personen geschaetzt.
Gesperrt