Libyen - Demonstrationen und Proteste

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Alexander
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Re: Libyen - Demonstrationen und Proteste

Beitrag von Alexander »

Kuno hat geschrieben:Alexander; dein obiger Artikel bzw. die Aktionen, die dahinter stehen haetten doch auch einen Aufschrei der Entruestung unter denen, die immer wieder die perfide Vorgehensweise des "Westens" und der "Nato" anmahnen hervorrufen sollen - tut es aber irgendwie nicht.
Die Nato, die für die Überwachung des Flugverbots zuständig ist, reagierte allerdings bislang nicht darauf.

Die Rebellen auch nicht.

Es scheint, wie weiter oben schon diskutiert, auf allen Seiten eine Gewisse "Lähmung" aufzutreten. Anscheinend wurde auch die NATO von dieser Aktion überrascht, sollte sie aber nicht. Nimmt die NATO ihre Aufgabe nicht ernstgenug oder nur halbherzig wahr?

Grüsse
Alexander
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Alexander
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Re: Libyen - Demonstrationen und Proteste

Beitrag von Alexander »

Ghadhafis Truppen schiessen laut Amnesty gezielt auf Wohngebiete

Die Menschenrechtsorganisation kritisiert das Ghadhafi-Regime heftig wegen des Einsatzes von Artillerie und Streubomben in Misrata. Die Versorgungslage in der umkämpften Hafenstadt spitzt sich zu. mehr...

Wie oben schon erwähnt: was kümmern Gadaffi Menschenrechte. :evil:

Grüsse
Alexander
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Re: Libyen - Demonstrationen und Proteste

Beitrag von Alexander »

Roger-Tecumseh hat geschrieben: Das ist keineswegs ein sich selbst bedingender, naturgegebener Vorgang, sondern - auch! - eine machtpolitisch kalkulierte Taktik, der selbst die unterworfen sind, die sie anwenden.
Mit anderen Worten: Gadaffi wird seine Strategie stumpf weiter verfolgen, da der Widerstand der Welt sich aus den von Rogers trefflich geschilderten Gründen irgendwann auf ein Minimum nicht mehr gefährliches Maß reduziert haben wird.

Grüsse
Alexander
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Kuno
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Re: Libyen - Demonstrationen und Proteste

Beitrag von Kuno »

Alexander hat geschrieben:Wie oben schon erwähnt: was kümmern Gadaffi Menschenrechte. :evil:
Er hat ja -mit der netten Unterstuetzung von Jean Ziegler aus der Schweiz- auch einmal den Gaddhafi Menschenrechspreis ins Leben gerufen. Weiss jemand, wer ausser Jean-Ziegler diesen je in Empfag genommen hatte? (Jean ziegler bestreitet uebrigens, dass er den Preis entgegennahm und dass er mit dem Thema etwas zu hatte).
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Re: Libyen - Demonstrationen und Proteste

Beitrag von Kuno »

Sunday, May 8, 2011

Youths raise €3,000 for Misurata

Around 200 people raised €3,000 for the besieged Libyan city of Misurata on Thursday night during a fundraising dinner at the University, organised by Libyan and Maltese youngsters.


Umgerechnet hat also jeder der Jugendlichen EUR 15.- fuer Hilfe nach Misuratha gespendet. Nicht viel eigentlich - aber trotzdem kann ma damit sicher viel helfen.

Outgoing KSU president Carl Grech said Malta could no longer stand idle in the face of the bloodshed and had to stand up to be counted.

“We have to play our part,” he said, urging Maltese youths to help raise funds for those caught up in the conflict and contribute in any way they could.


Welche Rolle Malta bisher gespielt hat ist im moment nicht mehr wichtig - die Einsicht und die folgenden Taten zaehlen.
Alexander
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Re: Libyen - Demonstrationen und Proteste

Beitrag von Alexander »

Erdogan hat den Gadaffi Menschenrechtspreis bekommen.
Ich glaube die Kriterien, um für den Preis "nominiert" zu werden, sollten neu überdacht werden :roll:

In Libyen werden Demonstranten aus der Luft bombardiert… doch Erdoğan will auf Gaddafi Menschenrechtspreis nicht verzichten

Es war schlimm genug, als der türkische Ministerpräsident Recep Erdoğan letztes Jahr einen Preis für Menschenrechte ausgerechnet vom libyschen Despot Muammar Gaddafi angenommen hat. mehr...

Grüsse
Alexander
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Turi
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Re: Libyen - Demonstrationen und Proteste

Beitrag von Turi »

Hallo Alexander

"Nimmt die NATO ihre Aufgabe nicht ernstgenug oder nur halbherzig wahr? "

Der Auftrag ist nur halbherzig, er wird genauso ausgeführt wie er erteilt wurde, halbherzig ,rein politisch und ohne einen Funken militärischen Verstands.

Oder wie nennst Du einen Auftrag der die Zivilbevölkerung von Bodentruppen Gaddafis, in den Städten zB, rein von der Luft aus schützen soll.
Wie schon gesagt, da braucht es keine Militärstrateken um ein Scheitern dieses Einsatzes zu erkennen.
Frage mich ob jemals irgend jemand für die zehntausenden von Toten Zivilisten die Veantwortung übernehmen muss, ausser natürlich Ghaddafi.
Wenn die Situation nicht so todernst wäre, man könnte einen Witz daraus machen.
sandige Grüsse
Turi
Wenn man die Ruhe nicht in sich selbst findet, ist es umsonst, sie anderswo zu suchen!
Alexander
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Re: Libyen - Demonstrationen und Proteste

Beitrag von Alexander »

Kuno hat geschrieben: Welche Rolle Malta bisher gespielt hat ist im moment nicht mehr wichtig - die Einsicht und die folgenden Taten zaehlen.
Auch wenn die Einsicht sehr spät, fast schon zu spät kommt. Auch andere Länder haben sich in der einen oder anderen Eintscheidungsfindung nicht besonders hervorgetan.

Grüsse
Alexander
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Kuno
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Re: Libyen - Demonstrationen und Proteste

Beitrag von Kuno »

Details zum Preis gibt es natuerlich wie immer bei Wiki:

http://de.wikipedia.org/wiki/Internatio ... chenrechte
Alexander
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Re: Libyen - Demonstrationen und Proteste

Beitrag von Alexander »

Wenn ich die Liste der Gadaffi-Menschenrechtspreis-Empfänger sehe verdient der Preis den Namen nicht.

Der Preis ist Hohn und Beleidigung für jeden, der sich für Menschenrechte einsetzt und sie praktiziert.

Grüsse
Alexander
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luise
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Re: Viel-Leser

Beitrag von luise »

Kuno hat geschrieben:@ Luise; fuer wie hilfreich erachtest du es, wenn du hier solche Artikel einstellst, die vor lauter Polemik nur so tropfen?
Danke vielmals, lieber Kuno. Diese Frage gebe ich im Hinblick auf deine Beiträge gerne an dich zurück, sind sie doch fast durchgängig geprägt von Polemik und Polarisation, soweit du nicht gerade verlinkte Quellen zitierst.

Beweis dafür ist dein Umgang mit eben meinem - nebenbei bemerkt mit Quellenangabe (s.o.) zitierten - letzten Beitrag. Mit Wonne stürzt du dich auf in der Tat polemische Passagen des Textes, welche ich der Vollständigkeit halber nicht herausgelöscht hatte und übersiehst dabei geflissentlich, daß ich den mir wichtigen Textabschnitt fett gekennzeichnet hatte.

Um deine Eingangsfrage nicht unbeantwortet zu lassen: Ein jeder fragt sich derzeit doch, wie es wohl mit Libyen weitergehen wird, wenn die militärische Phase erst mal beendet ist? Insofern empfinde ich diesen Artikel als durchaus passend. Beschreibt er doch mit unverblümten Worten, von welchen Motiven die Handlungen der Aliierten in diesem Konflikt tatsächlich geprägt sein könnten. Humanität und Nächstenliebe lassen sich viel besser journalistisch verkaufen als das, was wirklich dahintersteckt. Da dürfte "Gaffi" durchaus richtig argwöhnen: "Die wollen doch nur unser ÖL!" Ich möchte nicht ausschließen, daß ich mich irre. Es würde mich sehr freuen "wenn", aber es spricht alles dafür "daß nicht".
mfg aus M. von L.
Kuno
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Re: Viel-Leser

Beitrag von Kuno »

luise hat geschrieben:Vielleicht sollten die Libyer sich bei den Bürgern der ehemaligen DDR nach der Wirksamkeit und nach der Wirkungsweise der deutschen “Treuhand-Anstalt” erkundigen, die das staatliche Vermögen der DDR privatisierte, um die “Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen zu sichern”. Im Ergebnis der Treuhand-Bemühungen wurde das staatliche Eigentum zerschlagen, das Gebiet der früheren DDR weitgehend von Industrie befreit und die Arbeitslosenrate kräftig in die Höhe getrieben. Noch ist die Wirtschaft Libyens weitgehend verstaatlicht. Man darf annehmen, dass die internationalen Konzerne diesen Zustand treuhänderisch ändern werden. Nach dem Sieg der Aufständischen. Allerdings: Der Bär, dessen Fell von der internationalen Kontaktgruppe bereits verteilt wird, lebt noch. Auf eine Coca Cola-Filiale in Tripolis wird man noch warten müssen."
@ Luise, ich habe nicht realisiert, dass du diesen Teil des Artikels fett markiert hattest - ich ging fälschlicherweise davon aus, dass dies im Original auch schon so war.

Da du mich nun darauf aufmerksam gemacht hast, möchte ich natürlich der Aussage des Artikels gleich widersprechen.

Erstens hat LY in den letzten Jahren nicht unerhebliche Anstrengungen zur Privatisierung der Wirtschaft unternommen. Dass dabei eine gewisse Familie jeweils bevorzugt als der neue Privateigentümer hervortrat ist nicht weiter verwunderlich. Allerdings gab es seit etwa zwei Jahren die Möglichkeit, dass ein JV mit einer Mehrheitsbeteiligung des Auslaendischen Firmenpartners registriert und betrieben werden konnte. Ich denke, dass die Bestrebungen da waren, dass es jedoch noch nicht ueberall im gewünschten Ausmass zu Privatisierungen gekommen ist (ich glaube, hier ist jetzt nicht der Platz, um sich weiter in die Details zu vertiefen).

Den Vergleich mit der DDR sehe ich so eigentlich nicht wirklich. LY hat nach wie vor erhebliche finanzielle Mittel zur Verfügung - das Geld kann vereinfacht gesagt nur aus dem Boden gepumpt werden. Da LYs Haupteinnahmequelle der Export von Rohöl bzw. Teilraffiniertem Öl ist und ansonsten keine Industrie von substantieller Bedeutung im Land aufgebaut werden konnte hat LY auch nicht das Problem, das die DDR bei der Vereinigung mit der BRD hatte - die DDR hatte eine Industrie, die am Markt nicht konkurrenzfaehig war und auf groesstenteils veralteten Produktionsstätten beruhte.

Desweiteren könnte ich mir sehr gut vorstellen, dass Internationale konzerne (natürlich vorwiegend aus dem Bereich Oil & Gas) sich in LY niederlassen wollen, sobald da eine gewisse Eigentums- und Rechtssicherheit besteht (was bisher nicht der Fall war). Dass solche Firmen dann gewinnbringend operieren wollen halte ich für logisch. Ich traue es LY dabei durchaus zu, dass über das "Werkzeug" JV ein schneller Wissenstransfer erreicht wird und dass gerade in diesem Sektor eine recht zügige Professionalisierung stattfinden kann.

Ein äusserst wichtiger Faktor wird nebst den auszuhandelnden Kooperationsverträgen auch die grundsätzliche Bereitschaft der LY Angestellten sein, Leistung im Betrieb zu erbringen und sich regulären Firmenrichtlinien zu unterwerfen - ansonsten kommt es zwangsläufig zur Situation, dass die Arbeitsstellen mit Ausländern aus Afrika und vor allem Asien besetzt werden (in geringem Masse auch noch aus Europa).


Kurz: Ich würde den ganzen obigen Artikel als Polemik bezeichnen, nicht nur einzelne Passagen :wink:

(Das kann eventuell auch daher rühren, dass der Autor halt einfach irgendwie versucht, Parallelen zu ziehen - wahrscheinlich, um irgendwie seinen vorgefassten Standpunkt zu untermauern. Eine nähere Kenntnis der Situation in LY kann ich bei ihm allerdings beim besten Willen nirgends erkennen.)
Kuno
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Re: Viel-Leser

Beitrag von Kuno »

luise hat geschrieben:Um deine Eingangsfrage nicht unbeantwortet zu lassen: Ein jeder fragt sich derzeit doch, wie es wohl mit Libyen weitergehen wird, wenn die militärische Phase erst mal beendet ist? Insofern empfinde ich diesen Artikel als durchaus passend. Beschreibt er doch mit unverblümten Worten, von welchen Motiven die Handlungen der Aliierten in diesem Konflikt tatsächlich geprägt sein könnten. Humanität und Nächstenliebe lassen sich viel besser journalistisch verkaufen als das, was wirklich dahintersteckt. Da dürfte "Gaffi" durchaus richtig argwöhnen: "Die wollen doch nur unser ÖL!" Ich möchte nicht ausschließen, daß ich mich irre. Es würde mich sehr freuen "wenn", aber es spricht alles dafür "daß nicht".
@ Luise, lassen wir mal den unglücklichen Artikel beiseite. Die Frage, was nach der militärischen Phase in LY sein wird ist eine sehr berechtigte. Aber ich glaube, dass sie zur Zeit von niemandem gültig beantwortet werden kann. Versuche gibt es wohl, die drücken meiner Meinung nach jedoch eher Hoffnungen aus als dass sie auf zuverlässigen Fakten basieren. LY hat einen Vorteil gegenüber ET und TN: Ihr grosses Vermögen liegt nach wie vor im Boden und kann abgesaugt werden. Die Nachbarstaaten müssen sich ihr Einkommen auf einem harten Weltmarkt erarbeiten - die werden mehr wirtschaftliche Probleme haben als LY. LYs Problem liegt mehr auf der menschlichen Seite - die Revolution (oder der Bürgerkrieg) wird viel brutaler geführt als bei den Nachbarstaaten. Da werden viele Wunden heilen müssen, bis alles wieder einigermassen normal laufen kann. Und je länger es dauert, desto tiefer werden die Wunden sein.

Dass das Öl eine sehr hohe Qualität hat und von "uns" gebraucht wird steht ausser Frage. Obwohl man auch hier noch für eine recht lange Zeit auf das Öl aus LY verzichten könnte (die anderen Produzenten würde das wahrscheinlich richtig freuen und Öl im Boden hat ja kaum ein "Verfallsdatum"). Aber ich glaube dennoch nicht, dass das Öl der grosse ausschlaggebende Faktor zu einem Eingreifen in LY gewesen sein muss. Die Europäischen Regierungen und die US wurden von den Umstürzen in TN und ET total überrascht und mussten sich danach viele Vorwürfe wegen ihrer Unterstützung der beiden Diktatoren gefallen lassen. Man rechnete zuerst nicht damit, dass es in LY ebenfalls zu einem Aufstand gegen das Regime kommen könnte - und als er dann doch und sehr heftig kam, wollte man wohl nicht nochmal mit derselben peinlichen Situation konfrontiert werden wie bei den beiden anderen Staaten.

Dass es dann gleich zu massiven Lufteinsätzen kommen würde hätte wohl kaum einer von Anfang an geglaubt. Aber wer haette damit gerechnet, dass das Regime mit schwerer Artillerie und Raketen gegen die eigene Bevölkerung vorgehen würde?

So. Ich hoffe, das war für dich jetzt nicht polemisch, polarisierend und aus den Medien zitiert :wink:
Roger-Tecumseh
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Registriert: Mi 6. Jun 2007, 16:37

Re: Viel-Leser

Beitrag von Roger-Tecumseh »

Kuno hat geschrieben: Kurz: Ich würde den ganzen obigen Artikel als Polemik bezeichnen, nicht nur einzelne Passagen :wink:

(Das kann eventuell auch daher rühren, dass der Autor halt einfach irgendwie versucht, Parallelen zu ziehen - wahrscheinlich, um irgendwie seinen vorgefassten Standpunkt zu untermauern. Eine nähere Kenntnis der Situation in LY kann ich bei ihm allerdings beim besten Willen nirgends erkennen.)

Der von @luise gepostete Artikel enthaelt sicher einige polemische Ueberspitzungen (z.B. die wenig ueberzeugenden Hinweise auf McDo + Cola), aber auch durchaus zahlreiche Gedanken, die in die zutreffend sind!

So ist es doch schon seit einigen Wochen eindeutig, dass die "Koalition" die UN-Resolution 1973 verletzt. Man kann ja nun durchaus darueber streiten, ob man einen die Menschenrechte missachtenden Diktator gezielt toeten darf (noch dazu von Aussen - also durch fremde Maechte). Unzweifelhaft ist aber, dass damit Voelkerrecht gebrochen wird, da dieser Diktator kein Land angegriffen hat und hier also nicht zum Kriegsgegner der NATO stilisiert werden duerfte. (Ein wesentlicher Unterschied zum Krieg gegen Saddam, als der Kuweit ueberfallen hatte und durchaus von "Vater Bush" im Rahmen der Kampfhandlungen haette getoet werden koennen!)
Der Gedanke des "Revolutionsrates", jetzt ueber Teile der Auslandsguthaben verfuegen zu wollen, ist abenteuerlich und entbehrt jeder juristischen, voelkerrechtlichen Grundlage! Selbst wenn diese Milliarden von Kaddafi und seinem Clan zu Unrecht ausgefuehrt wurden (was in jedem Fall nachgewiesen werden muss), dann gehoeren sie immer noch dem libyschen Volk!
Nehmen wir an, dort finde tatsaechlich eine Revolution mit Ziel Demokratie statt, dann sind damit unausweichlich Wahlen verbunden, die zu einer mehrheitlich anerkannten Regierung fuehren sollen. Nur diese ist - als Rechtsnachfolger der Kaddafi-Diktatur - berechtigt, ueber Auslandsguthaben Libyens zu verfuegen. Sie jetzt schon einem revolutionaeren "Uebergangsrat" zur Verfuegung zu stellen, wuerde also nur die Fortfuehrung eines Unrechts bedeuten. Niemand - ausser dem Hausphilosophen BHL, Sarkozy und Bunga-Bunga-Silvio - "weiss" jedoch, wen dieser undurchsichtige Rat eigentlich repraesentiert! Die Unsicherheiten zu diesem Thema sind ja inzwischen wirklich nicht mehr zu uebersehen. Sie stehen nur deswegen nicht im Vordergrund der Betrachtungen, weil die unglaubliche Not von Teilen der Bevoelkerung und - besonders ! - der Fluechtlinge dringende humanitaere Hilfe benoetigt.

Ich will in diesem Zusammenhang hier mal meine Bewunderung fuer die selbst nicht gerade in Stabilitaet und Ueberfluss lebenden Tunesier ausdruecken, die - mit internationaler Hilfe - einigen fuehrenden europaeischen Staaten ein humanitaeres Beispiel geben, welches diese EU-Staaten zutiefst beschaemen muesste - unsere Politik hat tatsaechlich einen deprimierenden moralischen Tiefpunkt erreicht!!
Turi
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Registriert: Di 14. Feb 2006, 21:49
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Re: Libyen - Demonstrationen und Proteste

Beitrag von Turi »

Hallo Roger
"Ich will in diesem Zusammenhang hier mal meine Bewunderung fuer die selbst nicht gerade in Stabilitaet und Ueberfluss lebenden Tunesier ausdruecken, die - mit internationaler Hilfe - einigen fuehrenden europaeischen Staaten ein humanitaeres Beispiel geben, welches diese EU-Staaten zutiefst beschaemen muesste - unsere Politik hat tatsaechlich einen deprimierenden moralischen Tiefpunkt erreicht!!"

Danke Du sprichtst mir aus der Seele

In Europa (einschiesslich CH) wird nur politisiert, geholfen wird selbstlos und ohne Hintergedanken wo anders, das wenige das die Tunesier haben wird noch geteilt.
Traurig aber wahr.
Aber ein Grund mehr das Land zu bereisen und unseren kleinen Beitrag zur Erholung des Landes beitragen, sie werden es uns mit ihrer Gastfreundschaft danken.
sandige Grüsse
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