LY / Libyen und der Alltag nach der Revolution
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Alexander
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Re: LY / Libyen und der Alltag nach der Revolution
Demonstranten stürmen Sitz des Übergangsrats
Stundenlang belagerten hunderte Menschen den Sitz des libyschen Übergangsrates in Bengasi und protestierten gegen die geplanten neuen Wahlgesetze. Dann eskalierte die Situation: Die Demonstranten sprengten mit Handgranaten die Tore und stürmten das Gebäude. mehr...
Ehrlich gesagt bin ich jetzt etwas besorgt. Von Normalität kann man offensichtlich noch nicht sprechen. Bekommen wir in Libyen nun ägyptische Verhältnisse? Auch wenn der Root Cause ein anderer ist. Die Ausgangssituation beider Länder läßt sich nicht unbedingt vergleichen. In Ägypten eine machtbesessener Militärrat, den es schon seit langer Zeit gib und in Libyen eine Übergangsregierung. Aber unzufrieden scheinen beide Völker zu sein. Und das zeigen sie auch deutlich, notfalls mit Gewalt.
Grüsse
Alexander
Stundenlang belagerten hunderte Menschen den Sitz des libyschen Übergangsrates in Bengasi und protestierten gegen die geplanten neuen Wahlgesetze. Dann eskalierte die Situation: Die Demonstranten sprengten mit Handgranaten die Tore und stürmten das Gebäude. mehr...
Ehrlich gesagt bin ich jetzt etwas besorgt. Von Normalität kann man offensichtlich noch nicht sprechen. Bekommen wir in Libyen nun ägyptische Verhältnisse? Auch wenn der Root Cause ein anderer ist. Die Ausgangssituation beider Länder läßt sich nicht unbedingt vergleichen. In Ägypten eine machtbesessener Militärrat, den es schon seit langer Zeit gib und in Libyen eine Übergangsregierung. Aber unzufrieden scheinen beide Völker zu sein. Und das zeigen sie auch deutlich, notfalls mit Gewalt.
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Alexander
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Alexander
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Re: LY / Libyen und der Alltag nach der Revolution
Ein anderes Problem stellen die Remains der Revolution dar: Minen, Munition, Explosives
Libyan de-miners scour former front lines
Mission to clear unexploded ordnance left from uprising and make swathes of the countryside safe again.
http://www.aljazeera.com/video/africa/2 ... 94825.html
Grüsse
Alexander
Libyan de-miners scour former front lines
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Alexander
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Kuno
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Re: LY / Libyen und der Alltag nach der Revolution
Die Normalitaet ist wahrscheinlich erstmal nur vordergruendig, da die Leute ja irgendwie ihren Alltag bestreiten muessen und ihren Geschaeften nachgehen. Da aber niemand mit Gaddies altem Machtapparat weitermachen will und man somit keine "Organisationen" (oder wie sagt man dazu?) hat, die das Land "leiten", schwebt alles mehr oder weniger dahin und ist noch nicht veranert. In TN war Und dann gibt es auch noch das Gefuehl, dass der NTC im hinergrund irgend was mischelt, und niemand weiss so richtig was laeuft. Gerade, wenn es um das Wahlverfahren geht, haben die Leute das Gefuehl, dass da etwas hinter ihrem Ruecken aufgesetzt und man dann vor vollendete Tatsachen gesetzt wird.Alexander hat geschrieben:Demonstranten stürmen Sitz des Übergangsrats
Die Revolution ist noch nicht zuende. Man ist erst den gemeinsamen Feind losgeworden und hat nun den ganzen weiten Weg nch vor sich, etwas stabiles zu konstruieren. Dieser zweite Teil ist wahrscheinlich der schwierigere der beiden...dies so nicht der Fall, auch nicht in ET. Die Libyer haben es eigentlich diesbezueglich viel schwerer, weil sie etwas komplett neu aufbauen muessen - und dann noch in einem Feld, wo sie sich eigentlich gar nicht auskennen koennen.
Viele Leute sind auch ungedultig und wollen die Verbesserungen in ihrem Leben sofort haben. Jobs, mehr Lohn usw.. Man haette gerne jetzt die Ernte der Revolution eingefahren.
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Kuno
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Re: LY / Libyen und der Alltag nach der Revolution
Es soll vor allem die Gegend zwischen Misuratha und Zliten betroffen sein aber auch die umkaempftne Gebiete am Jebel Nafusah. Man hat Warntafeln aufgestellt und versucht die Minen aufzuspuehren und zu vernichten. Da es sich aber um diese kleinen Plastik AP Minen handelt, ist das finden nicht einfach. Zudem gibt es natuerlich keine Minenplaene, wie man sie zB. aus dem Wuestenfeldzug des Zweiten Weltkriegs kennt - es wurden kein regulaeren Minenfelder angelegt. Aufpassen muss man sicher, wenn man in die Naehe von Strommasten kommt, die beschaedigt sind. Minen wurden dort platzier, um die Reparatur zu verhindern. Leider sind wohl auch die "schoenen Plaetze", die sich der Reisende als Rastplatz gerne aussucht besonders gefaehrdet. Die Minen werden wohl noch lange eine Gefahr darstellen.Alexander hat geschrieben:Ein anderes Problem stellen die Remains der Revolution dar: Minen, Munition, Explosives
Bengasi: Streit über das Wahlgesetz
aus: http://www.orf.at/#/stories/2100927/Ein Machtkampf zwischen jungen „Revolutionären“ und dem Nationalen Übergangsrat (NTC) belastet den Demokratisierungsprozess in Libyen. Heute hieß es aus Kreisen des Übergangsrates in der Stadt Bengasi, der stellvertretende NTC-Vorsitzende Abdul Hafis Ghoga sei zurückgetreten. Ghoga selbst war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.
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Wolfgang K
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Re: LY / Tripolis und der Alltag nach der Revolution
Die Jafara Ebene (
Ich habe mal ein wenig rumgefragt und man hat mir „small problems“ bestätigt.
Das war auch im Herbst schon so. Als „save“ galt nur die Küstenstraße.
Bei einer Sache wäre ich aber vorsichtig, nämlich mit dem Begriff „Gaddafi Loyalisten“. Dass bei Reibereien dem Gegner die grüne Flagge aufs Dach gestellt wird, ist naheliegend. Ob das aber mit Loyalität zum Alten (ein recht verlorener Posten) oder doch eher mit dem Zwist zwischen angestammten Berbern und den Neusiedlern zu tun hat darf man sich schon fragen.
Interessant wäre auch wie das Land für die neuen Orte den Besitzer gewechselt hat.
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Kuno
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Re: LY / Libyen und der Alltag nach der Revolution
Das toent aeusserst plausibel, Wolfgang.
Erinnert mich etwas an die DDR; als die weg war und die alten Grundbesitzer ihre Liegeschaften einklagten. Das Thema ist auch in Tripolis aktuell. Leute, denen von Gaddie Landparzellen / Haeuser beschlagnahmt wurden wollen diese natuerlich wueder zurueck.
Ich bin grad zweieinhalb Stunden kreuz und quer durch die Stadt gefahren. Die Laeden haben auf, die Leute bummeln und die autos draengen sich. Zwei haben sich um einen Parkplatz gestritten. Das war's auch schon. Langweilig, eigentlich - oder so, wie es sein soll.
Erinnert mich etwas an die DDR; als die weg war und die alten Grundbesitzer ihre Liegeschaften einklagten. Das Thema ist auch in Tripolis aktuell. Leute, denen von Gaddie Landparzellen / Haeuser beschlagnahmt wurden wollen diese natuerlich wueder zurueck.
Ich bin grad zweieinhalb Stunden kreuz und quer durch die Stadt gefahren. Die Laeden haben auf, die Leute bummeln und die autos draengen sich. Zwei haben sich um einen Parkplatz gestritten. Das war's auch schon. Langweilig, eigentlich - oder so, wie es sein soll.
Übergangsrat warnt vor Bürgerkrieg
mehr: http://www.orf.at/#/stories/2101039/Der Vorsitzende des libyschen Übergangsrats, Mustafa Abdul Dschalil, hat vor neuer Gewalt gewarnt, sollte das Gremium zurücktreten. „Wir treten nicht zurück, weil dies zu einem Bürgerkrieg führen würde“, sagte Dschalil gestern Abend dem Fernsehsender Libya al-Hurra.
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Kuno
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Re: LY / Libyen und der Alltag nach der Revolution
So, in ein paar Tagen werde ich wieder nach Europa reisen.
Meine Erfahrungen in den zurueckliegenden zwei Wochen waren durchwegs positiv und eignen sich nicht unbedingt dazu, die Berichte in den Medien zu bestaetigen. Es war gut, einiges mit eigenen Augen zu sehen und mit den Leuten reden zu koennen. Ein abschliessendes Bild, welches alle Aspekte beruecksichtig, hat mir das zwar nicht gebracht aber ich wage zu unterstellen, dass die Journalisten, die hier sind (oder vielmehr waren), dies auch nicht hatten und zudem noch unter dem Druck standen, moeglichst sensationelle Meldungen verbreiten zu muessen.
Mein Fazit: Es ist bestimmt nicht das letzte Mal, dass ich nach Libyen komme
Ich hoffe, ich konnte ein paar Eindruecke vermitteln und moechte dieses Thema hier fuer mich hier abschliessen, denn beim naechsten Besuch sieht die Welt wahrscheinlich schon wieder ganz anders auf und ich kann dann ja ein neues aufmachen.
Meine Erfahrungen in den zurueckliegenden zwei Wochen waren durchwegs positiv und eignen sich nicht unbedingt dazu, die Berichte in den Medien zu bestaetigen. Es war gut, einiges mit eigenen Augen zu sehen und mit den Leuten reden zu koennen. Ein abschliessendes Bild, welches alle Aspekte beruecksichtig, hat mir das zwar nicht gebracht aber ich wage zu unterstellen, dass die Journalisten, die hier sind (oder vielmehr waren), dies auch nicht hatten und zudem noch unter dem Druck standen, moeglichst sensationelle Meldungen verbreiten zu muessen.
Mein Fazit: Es ist bestimmt nicht das letzte Mal, dass ich nach Libyen komme
Ich hoffe, ich konnte ein paar Eindruecke vermitteln und moechte dieses Thema hier fuer mich hier abschliessen, denn beim naechsten Besuch sieht die Welt wahrscheinlich schon wieder ganz anders auf und ich kann dann ja ein neues aufmachen.
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Alexander
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Re: LY / Libyen und der Alltag nach der Revolution
Anscheinend wurde Gaddafis letzter Telefonanruf ihm zum Verhängnis bzw. trug zumindestens dazu bei:
Wikileaks: Gaddafi's Last Phone Call to Algeria Identified his Location
A new U.S diplomatic cable, published in Wikileaks website revealed that Colonel Muammar Gaddafi tried several times to contact the Algerian authorities, trying to resort to Algeria President Bouteflika, but he refused to respond to his contacts. mehr...
Grüsse
Alexander
Wikileaks: Gaddafi's Last Phone Call to Algeria Identified his Location
A new U.S diplomatic cable, published in Wikileaks website revealed that Colonel Muammar Gaddafi tried several times to contact the Algerian authorities, trying to resort to Algeria President Bouteflika, but he refused to respond to his contacts. mehr...
Grüsse
Alexander
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Wolfgang K
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Erster postrevolutionärer Trecker läuft vom Band !
http://www.libyaherald.com/?p=11816First post-Revolution tractor produced
The Libyan Tractor and Agricultural Tools Company, part of the Ministry of Industry, celebrated the production of the first post-Revolution tractor last week.
At a ceremony at the Tajura Industrial Zone based factory, headed by the Deputy Minister for Industry, Hassan Al-Droui, it was stressed that the tractor (model MF 240) was made to international standards which would make it one of the most advanced tractors produced.
Interessanterweise ist Grün auch hier aus der Mode gekommen.
Die Massey Ferguson Lizenzbauten sind jetzt auch in Libyen rot.
Grüße
Wolfgang





