RIM ja oder nein... (Meinungsäußerungen)
Moderator: Moderatoren
Re: RIM ja oder nein... (Meinungsäußerungen)
ich denke die geschichten in MAUR werden absolut überbewertet. vor 3 wochen - also kaum ein monat nach den morden in aleg - war vor ort augenscheinlich alles in bester ordnung.
ich denke solche aktionen schiebt wohl nur ein kleiner teil der bevölkerung, im endeffekt schaden sie aber dem weitaus größeren teil - die medien geben dann oft ihr schäuflein panikmache (good news are no news) dazu.
grüße
ich denke solche aktionen schiebt wohl nur ein kleiner teil der bevölkerung, im endeffekt schaden sie aber dem weitaus größeren teil - die medien geben dann oft ihr schäuflein panikmache (good news are no news) dazu.
grüße
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Manfred Franz
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Re: RIM ja oder nein... (Meinungsäußerungen)
Dem kann ich nur beipflichten.martääh hat geschrieben:ich denke die geschichten in MAUR werden absolut überbewertet.
Mauretanien Schiesserei Überfall Attacke
ja, denk ich auch. es ist ja nicht DIE bevölkerung, welche mordet und schiesst, sondern nur eine handvoll davon. nur - dieser handvoll möchte ich lieber aus dem weg gehen ...
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Manfred Franz
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Re: Mauretanien Schiesserei Überfall Attacke
sicher, nur eine oder zwei Hände voll gibt es zu Hause auch immer.ursula hat geschrieben:nur - dieser handvoll möchte ich lieber aus dem weg gehen ...
Denen kann man auch nicht aus dem Weg gehen.
Re: RIM ja oder nein... (Meinungsäußerungen)
Manfred - bleibst du denn jetzt zuhause und fährst nicht mehr nach Mauretanien 
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Manfred Franz
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Re: RIM ja oder nein... (Meinungsäußerungen)
Aber nein, Ursula!
Natürlich fahre ich weiterhin. Zu Hause ist es auch gefährlich
Natürlich fahre ich weiterhin. Zu Hause ist es auch gefährlich
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Franz (UNI)Murr
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Re: RIM ja oder nein... (Meinungsäußerungen)
Hallo Ursula, hallo Forum,
Solche Gefahren gibt es überall auf der Welt und gab es in der Sahara schon immer. Ich denke nur an meine Bekannten, die Philips, denen man auf der Tannezrouft in den Mittachzigern die Kehle durchgeschnitten hat. Da gab es keinen weltweiten Aufschrei und es tauchte in keiner Zeitung auf der Titelseite auf.
Was neu ist, dass jeder Vorfall sofort zum terroristischen Anschlag mit Al kaida Hintergrung hoch gepuscht wird.
Deine Verhaltensratschläge sind logisch und immer angebracht. Ich könnte noch ein paar anfügen.
Es geht aber grundsätzlich um die Einsicht, das Reisen auf eigene Faust immer ein Risiko ist.
Eine große Zahl von Wüstenfahrern hat das immer noch nicht kapiert. Wunderbar in Tunesien zu beobachten. Bis auch dort wieder mal etwas passiert.
Wer mit dem Bewustsein unterwegs ist, verhält sich von hausaus achtsam und meidet Orte und Situationen, die Übergriffe provozieren.
Das muss nicht zum Reisen unter Angst werden. Wir fühlten uns im Algerien im August 2003 durchaus wohl. Ich achte eben sehr darauf, wie sich die Atmosphäre im Land anfühlt.
Und wenn's mal schief geht, wie in Syrien 2007, braucht man das Quentchen Glück.
Wie gesagt, dieser Thread erinnert mich fatal an das Saharaforum 2003.
Gruß
Franz
ps. In Spanien an der Küstenstraße hätte ich zur Zeit mehr Sorgen, als in Mauretanien.
Solche Gefahren gibt es überall auf der Welt und gab es in der Sahara schon immer. Ich denke nur an meine Bekannten, die Philips, denen man auf der Tannezrouft in den Mittachzigern die Kehle durchgeschnitten hat. Da gab es keinen weltweiten Aufschrei und es tauchte in keiner Zeitung auf der Titelseite auf.
Was neu ist, dass jeder Vorfall sofort zum terroristischen Anschlag mit Al kaida Hintergrung hoch gepuscht wird.
Deine Verhaltensratschläge sind logisch und immer angebracht. Ich könnte noch ein paar anfügen.
Es geht aber grundsätzlich um die Einsicht, das Reisen auf eigene Faust immer ein Risiko ist.
Eine große Zahl von Wüstenfahrern hat das immer noch nicht kapiert. Wunderbar in Tunesien zu beobachten. Bis auch dort wieder mal etwas passiert.
Wer mit dem Bewustsein unterwegs ist, verhält sich von hausaus achtsam und meidet Orte und Situationen, die Übergriffe provozieren.
Das muss nicht zum Reisen unter Angst werden. Wir fühlten uns im Algerien im August 2003 durchaus wohl. Ich achte eben sehr darauf, wie sich die Atmosphäre im Land anfühlt.
Und wenn's mal schief geht, wie in Syrien 2007, braucht man das Quentchen Glück.
Wie gesagt, dieser Thread erinnert mich fatal an das Saharaforum 2003.
Gruß
Franz
ps. In Spanien an der Küstenstraße hätte ich zur Zeit mehr Sorgen, als in Mauretanien.
Zuletzt geändert von Franz (UNI)Murr am Fr 1. Feb 2008, 13:02, insgesamt 1-mal geändert.
Der Mensch braucht zuweilen etwas Wüste. Das Sein in der Wüste ist wie Yoga für meine Seele.
Re: RIM ja oder nein... (Meinungsäußerungen)
Hallo Manfred,
wenn du schon alle für überängstlich hältst, die sich ein paar Gedanken machen, ob jetzt der richtige Zeitpunkt für eine Mauretanienreise ist, würde mich schon interessieren, ob dein nächster Trip in Tagen, Wochen oder Monaten stattfinden soll.
Viele Grüße
Horst
wenn du schon alle für überängstlich hältst, die sich ein paar Gedanken machen, ob jetzt der richtige Zeitpunkt für eine Mauretanienreise ist, würde mich schon interessieren, ob dein nächster Trip in Tagen, Wochen oder Monaten stattfinden soll.
Viele Grüße
Horst
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Roger-Tecumseh
- Beiträge: 2066
- Registriert: Mi 6. Jun 2007, 16:37
Re: RIM ja oder nein... (Meinungsäußerungen)
Manfred Franz hat geschrieben:Aber nein, Ursula!
Natürlich fahre ich weiterhin. Zu Hause ist es auch gefährlich
Das kann man wohl sagen! Versuch mal, dem Affen die geklaute Banane wieder aus dem Rachen zu ziehen - bei den Zähnen kriegt ein auch ein Beagle Gänsehaut. - Oder die Touristentruppen in der Main Street - da läuft man besser nicht in Sandalen, sondern in Bergschuhen. Mal ganz zu schweigen vom Sandwich in "The House of Sacarello" in der Tuckey's Lane. Hat man lange was von - echt englisch!
Man kann es natürlich beim Reisen auch so machen, wie seinerzeit Ronald Reagan beim Einsteigen ins Auto: als er durch Kugeln schwerverletzt zusammenbrach, soll er nach Zeugenaussagen auf dem Transport ins Krankenhaus noch gemurmelt haben: "Verflixt, ich hab' vergessen mich zu ducken!" Er wußte halt aus seiner Zeit als B-Western-Darsteller, wie man sich vor (Platzpatronen) geschickt wegduckt!
Also immer die Augen auf und schön locker in der Hüfte!
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Manfred Franz
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- Registriert: So 11. Sep 2005, 17:55
Re: RIM ja oder nein... (Meinungsäußerungen)
horst.k hat geschrieben:wenn du schon alle für überängstlich hältst, wo habe ich das denn gesagt? die sich ein paar Gedanken machen, ob jetzt der richtige Zeitpunkt für eine Mauretanienreise ist, würde mich schon interessieren, ob dein nächster Trip in Tagen, Wochen oder Monaten stattfinden soll. Im Herbst 2008, darum sehe ich das jetzt
sehr gelassen - abwarten und Tee trinken. Auf keinen Fall überbewerten.
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Roger-Tecumseh
- Beiträge: 2066
- Registriert: Mi 6. Jun 2007, 16:37
Re: RIM ja oder nein... (Meinungsäußerungen)
Franz (UNI)Murr hat geschrieben:Solche Gefahren gibt es überall auf der Welt und gab es in der Sahara schon immer. Ich denke nur an meine Bekannten, die Philips, denen man auf der Tannezrouft in den Mittachzigern die Kehle durchgeschnitten hat. Da gab es keinen weltweiten Aufschrei und es tauchte in keiner Zeitung auf der Titelseite auf.
Was neu ist, dass jeder Vorfall sofort zum terroristischen Anschlag mit Al kaida Hintergrung hoch gepuscht wird.
Deinen Gedanken zur Besonnenheit kann ich nur zustimmen!
Zum oben erwähnten Vorfall: Damals waren solche Überfälle einzelne Aktionen von Banditen. Heute mischen sich Banditentum, (Rauschgift- und Waffen-) Schmuggel mit politisch motivierten Attentaten. Die Situation hat sich inzwischen vollständig verändert und verlangt Besonnenheit, Vorsicht, Geistesgegenwart und Glück!
Ich war übrigens wenigen Wochen nach dem von Dir oben erwähnten Doppelmord in Tessalit und bin von dort kreuz und quer nach Norden gefahren. Ich bin dabei nur sehr knapp einem Überfall durch Banditen entgangen. Prägt sich ein und auf den langen wunderschönen Fahrten der folgenden Jahre hatte ich es öfter mal vor Augen.
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Jerome Wüstenwandern
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Das denken wir als lokaler Veranstalter zur Situation
Liebe Forumsmitglieder und Besucher dieser Seite.
Aufmerksam verfolgen wir als Kenner des Landes die aktuelle Diskussion in den Medien und natürlich hier. Wir möchten hier keine Werbung machen für unsere Agentur aber als Bild unserer Meinung auf eine aktuelle Presseerklärung hinweisen. Letztendlich muss jede/r selbst entscheiden, wie er/sie mit der allgegenwärtigen weltweiten Gefährdung umgeht. Was uns jedoch aufstösst, ist die meist pauschale Medienberichterstattung im Zuge der Rallye-Absage, wo oft Motorsportjournalisten über geopolitische Zusammenhänge schreiben (müssen), oft wenig oder keine Hintergrundinfos oder Kenntnisse der Region besitzen und (das ist wohl der Nachteil des Internets) bei der Recherche längst überholte Meldungen, in Ihre Artikel einbauen. Früher waren es die Schlangen, Skorpione und Treibsand, dann natürlich Geiselgefahr in der ganzen Sahara und heute ist es Al Qaida hinter jeder Düne...
Ich kenne Mauretanien seit zehn Jahren bestens, bin im Jahr einige Monate dort und denke, die Zusammenhänge dadurch etwas differenzierter zu sehen, als Beamte des Außenministeriums, die sich auf Hinweise der Geheimdienste verlassen müssen (die auch oft genug Politik machen). Ich bin kein Freund großer Verschwörungstheorien aber es ist erschreckend, mit anzusehen, wie die Sahara seit einigen Jahren als neues Betätigungsfeld der "Al Qaida" propagiert wird und in diesem Zuge europäische und amerikanische Soldaten, Abhörstationen (wie in Südalgerien) oder Ausbildungscorps (wie z.B. die Marines, die in dieser Woche in Mauretanien angekommen sind) problemlos in den Ländern stationieren können. Ob und wieviel es dabei um Öl geht, muss man für sich selbst entscheiden. Namhafte Orientwissenschaftler und Journalisten haben dazu (meist im Zuge der Geiselaffäre in Algerien) interessante Dinge herausgefunden, die in Zeitungsartikeln bzw. als Dokus erschienen sind. Ich denke, Mauretanien ist nicht gefährlicher, als andere Länder in der Region. Was nach den Vorfällen klar geworden ist, ist dass es überhaupt keine Unterstützung von Islamismus aus dem Volk heraus gibt. Die Mauretanier waren schockiert über das, was passiert ist und heute leidet eine ganze Region an einem simplen Text des französischen Aussenministeriums, der auch aus unserer Sicht zu pauschal für ein ganzes Land ist. Besonders, nachdem die Rallye abgesagt wurde. Es gibt Ecken, da würde ich als Individualtourist heute nicht hinfahren, das ist die Region östlich der Linie Tichit/ Ouadane hin zur Grenze Algerien/ Mali. Aber das ist ja nix Neues, wennman sich erinnert an den Überfall auf die Därrs plus ihren Konvoi vor vielen Jahren. Ansonsten muss man wie überall auf der Welt aufpassen, etwas wache Augen haben. Aber es kann einem genauso passieren, in einer Großstadt in den USA in ein falsches Viertel abzubiegen und das geht dann nicht gut aus.....
Hier der Text unserer Pressemitteilung vom heutigen Tage:
Mauretanienprogramm fortgesetzt!
Wüstenwandern und 19 weitere französische Reiseveranstalter setzen ihre Reisen in die touristische Region Adrar in Mauretanien fort.
Nach den Überfällen Ende Dezember im Süden des Landes auf französische Individualtouristen und im Nordosten auf eine mauretanische Militärpatrouille, hatten wir und einige andere Veranstalter das Reiseprogramm vorsorglich für den kompletten Januar ausgesetzt. Dies stand vor allem in Zusammenhang mit der (kurz danach geplanten) Rallye Dakar, die durch eine starke Medienpräsenz ein gesuchtes Vehikel für terroristische Aktionen darstellen könnte. Die Rallye ist Anfang Januar abgesagt worden. Seitdem ist es in der mauretanischen Wüste ruhig geblieben. Dies und die folgenden Punkte haben Wüstenwandern und viele französische Veranstalter dazu veranlasst, die Reisen weiterhin bzw. wieder durchzuführen:
- Die Attentäter der französischen Individualtouristen aus Aleg (Südmauretanien) sind mittlerweile in Guinea-Bissau festgenommen worden. Diese wurden in Zusammenhang mit der vor wenigen Monaten von GSPC in Al Qaida im islamischen Maghreb AQIM umbenannte zumeist algerische Terrorgruppe gebracht. Fachleute sehen die „Umfirmierung“ in erster Linie als Versuch, mit einem neuen schlagkräftigen Namen fehlende Mitglieder zu rekrutieren, da es keine logistische Verbindung zur ursprünglichen Al Qaida gibt. Bei den Attentätern handelt es sich um polizeilich bekannte Kriminelle aus der Hauptstadt Nouakchott. Laut verlässlichen Quellen in Mauretanien sind die Täter neben ihren kriminellen Handlungen unter anderem für ihren regelmäßigen Alkoholkonsum bekannt, was einen rein fundamentalistischen Hintergrund des Überfalls sehr fraglich erscheinen lässt.
- Durch den Wegfall der Rallye ist eine Bedrohung durch Schmugglerbanden bzw. der Terrorgruppe AQIM aus Algerien, die sich seit vielen Jahren im Grenzgebiet Mali/Algerien/Mauretanien aufhalten, sehr unwahrscheinlich. Das unbewohnte Rückzugsgebiet liegt zudem ca. 1000 km von der touristischen Region entfernt.
- Um jedes Risiko noch weiter zu reduzieren, sind die Sicherheitsmaßnahmen in der Region Adrar, wo alle Veranstalter ihre Reisen durchführen, durch die Regierung verstärkt worden. Die Gruppen reisen per Direktflug ins Zentrum des Landes nach Atar und haben keine langen Transfers durch das Land.
- Unsere Karawanen und Expeditionen finden fast ausschließlich im unzugänglichen und pistenlosen Dünenmeer Erg Ouarane statt, einem Sandgebiet, dass schon immer von der Rallye und allen lokalen Fahrern gemieden wird, da es für Fahrzeuge als unpassierbar gilt. Hier auf ortsfremde Terrorbanden zu treffen, ist genauso wahrscheinlich, wie in irgendeiner Stadt oder einem touristischen Gebiet in der Welt einem Anschlag zum Opfer zu fallen. Außerdem werden unsere Gruppen von erfahrenen Kollegen, mit denen wir seit vielen Jahren fest zusammenarbeiten, begleitet.
- Das Auswärtige Amt bzw. das französische Außenministerium raten in ihren Hinweisen vom 3./4. Januar 2008 außer in dringenden Fällen ab, das Land zu besuchen. Alle Veranstalter, die seit Jahren in Mauretanien arbeiten und über hervorragende Kenntnis der Region und beste Kontakte zu den Menschen verfügen, halten diesen pauschalen Hinweis angesichts der Einzeltaten und dem in der Bevölkerung absolut fehlenden Rückhalt des Fundamentalismus für nicht akzeptabel und sehen darin eine pauschale Verurteilung eines ganzen Landes auf Grund zweier Einzeltaten, die auch in vielen anderen (europäischen) Ländern vorkommen, OHNE das es dort einen Reisehinweis nach sich ziehen würde. Auch müssen wir die Frage stellen, ob Länder, die eine starke Lobby der Tourismusindustrie haben, ggf. anders beurteilt werden, als kleine (touristische) Entwicklungsländer. Kenia ist ein gutes Beispiel hierfür: Selbst nach mehr als 700 Toten durch den Bürgerkrieg hatte das Auswärtige Amt keine Reisewarnung veröffentlicht. Erst nach dem Tod von zwei deutschen Touristen wurden die Hinweise verschärft und haben heute ungefähr das gleiche Niveau, wie die Hinweise für Mauretanien, wo es weder Bürgerkrieg noch hunderte Tote gegeben hat.
Das britische Außenministerium hat seine Hinweise für Mauretanien am 18. Januar aktualisiert und rät nur von nicht dringend erforderlichen Reisen in die Grenzregion zu Mali und Algerien ab. Selbst die sehr vorsichtigen U.S.A. raten in ihren Reisehinweisen nur von Fahrten in die Grenzregion ab. Dies sehen wir und 19 andere Reiseveranstalter genauso.
Unterstützen Sie gemeinsam mit anderen Touristen das friedvolle und sehr gastfreundliche mauretanische Volk, geben Sie den lokalen Kollegen und ihren Familien durch den sanften Wandertourismus eine Perspektive und tragen mit Ihrem Besuch auch dazu bei, den jungen und vielversprechenden Demokratisierungsprozess im Lande durch Stabilität fortzusetzen. Herzlichen Dank!
Jerome Blösser
Team Wüstenwandern
1. Februar 2008
Liste der 20 Reiseveranstalter:
Déserts, Hommes et Montagnes, Matins du Monde, Point-Afrique, Infinitude, Acabao, Chemins de Sable, l’Ami du Vent, Croq’nature, La Balaguère, Zig-Zag, Mauritanides, Dunes Sauvages, Sport Afrique, Point-Mulhouse, Mauritanie Aventure, Tamera, Wüstenwandern und ab März auch wieder: Allibert, Club Aventure, Terres d´Aventures
Aufmerksam verfolgen wir als Kenner des Landes die aktuelle Diskussion in den Medien und natürlich hier. Wir möchten hier keine Werbung machen für unsere Agentur aber als Bild unserer Meinung auf eine aktuelle Presseerklärung hinweisen. Letztendlich muss jede/r selbst entscheiden, wie er/sie mit der allgegenwärtigen weltweiten Gefährdung umgeht. Was uns jedoch aufstösst, ist die meist pauschale Medienberichterstattung im Zuge der Rallye-Absage, wo oft Motorsportjournalisten über geopolitische Zusammenhänge schreiben (müssen), oft wenig oder keine Hintergrundinfos oder Kenntnisse der Region besitzen und (das ist wohl der Nachteil des Internets) bei der Recherche längst überholte Meldungen, in Ihre Artikel einbauen. Früher waren es die Schlangen, Skorpione und Treibsand, dann natürlich Geiselgefahr in der ganzen Sahara und heute ist es Al Qaida hinter jeder Düne...
Ich kenne Mauretanien seit zehn Jahren bestens, bin im Jahr einige Monate dort und denke, die Zusammenhänge dadurch etwas differenzierter zu sehen, als Beamte des Außenministeriums, die sich auf Hinweise der Geheimdienste verlassen müssen (die auch oft genug Politik machen). Ich bin kein Freund großer Verschwörungstheorien aber es ist erschreckend, mit anzusehen, wie die Sahara seit einigen Jahren als neues Betätigungsfeld der "Al Qaida" propagiert wird und in diesem Zuge europäische und amerikanische Soldaten, Abhörstationen (wie in Südalgerien) oder Ausbildungscorps (wie z.B. die Marines, die in dieser Woche in Mauretanien angekommen sind) problemlos in den Ländern stationieren können. Ob und wieviel es dabei um Öl geht, muss man für sich selbst entscheiden. Namhafte Orientwissenschaftler und Journalisten haben dazu (meist im Zuge der Geiselaffäre in Algerien) interessante Dinge herausgefunden, die in Zeitungsartikeln bzw. als Dokus erschienen sind. Ich denke, Mauretanien ist nicht gefährlicher, als andere Länder in der Region. Was nach den Vorfällen klar geworden ist, ist dass es überhaupt keine Unterstützung von Islamismus aus dem Volk heraus gibt. Die Mauretanier waren schockiert über das, was passiert ist und heute leidet eine ganze Region an einem simplen Text des französischen Aussenministeriums, der auch aus unserer Sicht zu pauschal für ein ganzes Land ist. Besonders, nachdem die Rallye abgesagt wurde. Es gibt Ecken, da würde ich als Individualtourist heute nicht hinfahren, das ist die Region östlich der Linie Tichit/ Ouadane hin zur Grenze Algerien/ Mali. Aber das ist ja nix Neues, wennman sich erinnert an den Überfall auf die Därrs plus ihren Konvoi vor vielen Jahren. Ansonsten muss man wie überall auf der Welt aufpassen, etwas wache Augen haben. Aber es kann einem genauso passieren, in einer Großstadt in den USA in ein falsches Viertel abzubiegen und das geht dann nicht gut aus.....
Hier der Text unserer Pressemitteilung vom heutigen Tage:
Mauretanienprogramm fortgesetzt!
Wüstenwandern und 19 weitere französische Reiseveranstalter setzen ihre Reisen in die touristische Region Adrar in Mauretanien fort.
Nach den Überfällen Ende Dezember im Süden des Landes auf französische Individualtouristen und im Nordosten auf eine mauretanische Militärpatrouille, hatten wir und einige andere Veranstalter das Reiseprogramm vorsorglich für den kompletten Januar ausgesetzt. Dies stand vor allem in Zusammenhang mit der (kurz danach geplanten) Rallye Dakar, die durch eine starke Medienpräsenz ein gesuchtes Vehikel für terroristische Aktionen darstellen könnte. Die Rallye ist Anfang Januar abgesagt worden. Seitdem ist es in der mauretanischen Wüste ruhig geblieben. Dies und die folgenden Punkte haben Wüstenwandern und viele französische Veranstalter dazu veranlasst, die Reisen weiterhin bzw. wieder durchzuführen:
- Die Attentäter der französischen Individualtouristen aus Aleg (Südmauretanien) sind mittlerweile in Guinea-Bissau festgenommen worden. Diese wurden in Zusammenhang mit der vor wenigen Monaten von GSPC in Al Qaida im islamischen Maghreb AQIM umbenannte zumeist algerische Terrorgruppe gebracht. Fachleute sehen die „Umfirmierung“ in erster Linie als Versuch, mit einem neuen schlagkräftigen Namen fehlende Mitglieder zu rekrutieren, da es keine logistische Verbindung zur ursprünglichen Al Qaida gibt. Bei den Attentätern handelt es sich um polizeilich bekannte Kriminelle aus der Hauptstadt Nouakchott. Laut verlässlichen Quellen in Mauretanien sind die Täter neben ihren kriminellen Handlungen unter anderem für ihren regelmäßigen Alkoholkonsum bekannt, was einen rein fundamentalistischen Hintergrund des Überfalls sehr fraglich erscheinen lässt.
- Durch den Wegfall der Rallye ist eine Bedrohung durch Schmugglerbanden bzw. der Terrorgruppe AQIM aus Algerien, die sich seit vielen Jahren im Grenzgebiet Mali/Algerien/Mauretanien aufhalten, sehr unwahrscheinlich. Das unbewohnte Rückzugsgebiet liegt zudem ca. 1000 km von der touristischen Region entfernt.
- Um jedes Risiko noch weiter zu reduzieren, sind die Sicherheitsmaßnahmen in der Region Adrar, wo alle Veranstalter ihre Reisen durchführen, durch die Regierung verstärkt worden. Die Gruppen reisen per Direktflug ins Zentrum des Landes nach Atar und haben keine langen Transfers durch das Land.
- Unsere Karawanen und Expeditionen finden fast ausschließlich im unzugänglichen und pistenlosen Dünenmeer Erg Ouarane statt, einem Sandgebiet, dass schon immer von der Rallye und allen lokalen Fahrern gemieden wird, da es für Fahrzeuge als unpassierbar gilt. Hier auf ortsfremde Terrorbanden zu treffen, ist genauso wahrscheinlich, wie in irgendeiner Stadt oder einem touristischen Gebiet in der Welt einem Anschlag zum Opfer zu fallen. Außerdem werden unsere Gruppen von erfahrenen Kollegen, mit denen wir seit vielen Jahren fest zusammenarbeiten, begleitet.
- Das Auswärtige Amt bzw. das französische Außenministerium raten in ihren Hinweisen vom 3./4. Januar 2008 außer in dringenden Fällen ab, das Land zu besuchen. Alle Veranstalter, die seit Jahren in Mauretanien arbeiten und über hervorragende Kenntnis der Region und beste Kontakte zu den Menschen verfügen, halten diesen pauschalen Hinweis angesichts der Einzeltaten und dem in der Bevölkerung absolut fehlenden Rückhalt des Fundamentalismus für nicht akzeptabel und sehen darin eine pauschale Verurteilung eines ganzen Landes auf Grund zweier Einzeltaten, die auch in vielen anderen (europäischen) Ländern vorkommen, OHNE das es dort einen Reisehinweis nach sich ziehen würde. Auch müssen wir die Frage stellen, ob Länder, die eine starke Lobby der Tourismusindustrie haben, ggf. anders beurteilt werden, als kleine (touristische) Entwicklungsländer. Kenia ist ein gutes Beispiel hierfür: Selbst nach mehr als 700 Toten durch den Bürgerkrieg hatte das Auswärtige Amt keine Reisewarnung veröffentlicht. Erst nach dem Tod von zwei deutschen Touristen wurden die Hinweise verschärft und haben heute ungefähr das gleiche Niveau, wie die Hinweise für Mauretanien, wo es weder Bürgerkrieg noch hunderte Tote gegeben hat.
Das britische Außenministerium hat seine Hinweise für Mauretanien am 18. Januar aktualisiert und rät nur von nicht dringend erforderlichen Reisen in die Grenzregion zu Mali und Algerien ab. Selbst die sehr vorsichtigen U.S.A. raten in ihren Reisehinweisen nur von Fahrten in die Grenzregion ab. Dies sehen wir und 19 andere Reiseveranstalter genauso.
Unterstützen Sie gemeinsam mit anderen Touristen das friedvolle und sehr gastfreundliche mauretanische Volk, geben Sie den lokalen Kollegen und ihren Familien durch den sanften Wandertourismus eine Perspektive und tragen mit Ihrem Besuch auch dazu bei, den jungen und vielversprechenden Demokratisierungsprozess im Lande durch Stabilität fortzusetzen. Herzlichen Dank!
Jerome Blösser
Team Wüstenwandern
1. Februar 2008
Liste der 20 Reiseveranstalter:
Déserts, Hommes et Montagnes, Matins du Monde, Point-Afrique, Infinitude, Acabao, Chemins de Sable, l’Ami du Vent, Croq’nature, La Balaguère, Zig-Zag, Mauritanides, Dunes Sauvages, Sport Afrique, Point-Mulhouse, Mauritanie Aventure, Tamera, Wüstenwandern und ab März auch wieder: Allibert, Club Aventure, Terres d´Aventures
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Manfred Franz
- Beiträge: 2036
- Registriert: So 11. Sep 2005, 17:55
Re: RIM ja oder nein... (Meinungsäußerungen)
Rotel-Tours hat seine Mauretanienreisen abgesagt.
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Roger-Tecumseh
- Beiträge: 2066
- Registriert: Mi 6. Jun 2007, 16:37
Re: Das denken wir als lokaler Veranstalter zur Situation
Jerome Wüstenwandern hat geschrieben:. Ich denke, Mauretanien ist nicht gefährlicher, als andere Länder in der Region. Was nach den Vorfällen klar geworden ist, ist dass es überhaupt keine Unterstützung von Islamismus aus dem Volk heraus gibt.... Es gibt Ecken, da würde ich als Individualtourist heute nicht hinfahren, das ist die Region östlich der Linie Tichit/ Ouadane hin zur Grenze Algerien/ Mali.
- Die Attentäter der französischen Individualtouristen ... da es keine logistische Verbindung zur ursprünglichen Al Qaida gibt. Bei den Attentätern handelt es sich um polizeilich bekannte Kriminelle aus der Hauptstadt Nouakchott. Jerome Blösser
Vorauschicken möchte ich, daß ich es für verständlich halte, wenn ein Reiseveranstalter sich hier zu Wort meldet und versucht, Zusammenhänge in ein anderes Licht zu rücken, als eine wenig informierte Presse es leider oft genug tut! Und auch ich bin davon überzeugt, das RIM nicht gefährlicher ist, als die Nachbarländer - hier also Mali/Marokko - Algerien sehe ich da ganz anders. Nur sind auch diese Länder eben nicht mehr ungefährlich - was mich selbst jedoch von einer Reise nicht abhält.
Islamistische Täter sind Einzel- oder Gruppentäter - ein ganzes Volk steht weder in Mauretanien noch anderswo hinter ihnen. Damit ist aber überhaupt nichts über ihre Gefährlichkeit, ihren Aktionsradius ausgesagt.
Wenn man die oben erwähnte Linie zieht und sich als Individualreisender an sie halten will, fällt dann nicht doch ein großer Teil des Landes unter "gefährdet"?
Die Mörder der vier Touristen waren polizeilich bekannt, auch weil sie wiederholt über einen längeren Zeitraum in einem Camp der algerischen GSPC trainiert hatten. Ihr vermutlicher Anführer Ould Abdelkader (alias Abou Saîd) wurde dafür im Sommer 2007 in RIM zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Die zwei geständigen Haupttäter waren im gleichen Prozeß ebenfalls wegen ihres dortigen Aufenthaltes verurteilt worden - wobei die Behörden weitere neue kriminelle Aktivitäten ausdrücklich für möglich gehalten hatten.
Kurz nach ihrer Verurteilung wurden sie - die späteren Attentäter - vom im März demokratisch gewählten Präsidenten im Rahmen eines nationalen Versöhnungsprogramms begnadigt. Ebenso, wie ca 30 weitere Individuen, die zuvor gleichzeitig verurteilt worden waren.
Die beiden Haupttäter sagten bei ihrer Verhaftung in Bissau, keinerlei Bedauern über ihre Tat zu empfinden und erklärten im Gegenteil, jederzeit wieder " die Ungläubigen und Alliierten der Amerikaner töten" zu wollen. Einer der Täter - Sidi Ould Sidina - drohte: " Guinea Bissau wird es teuer bezahlen müssen, Gotteskämpfer so schlecht behandelt zu haben!" Die beiden betroffenen Familien haben nicht nur ihr Entsetzen über die Tat geäußert, sondern auch ihre totale Überraschung über die dunkle Seite der Söhne. Nach Aussage der Polizei ist diese Reaktion zumindest zweifelhaft, da beide zuvor bereits im Gefängnis gesessen hatten (Vergewaltigung, Diebstahl, Rauschgiftschmuggel). Bei einem Überfall auf den Zoll im Hafen von Nouakchott sollen sie eine große Summe erbeutet haben.
Wie stark die GSPC (AQM) in RIM wirklich ist, wie viele Zellen existieren, ist zur Zeit nicht verifizierbar. Unbestritten sind jedoch terroristische Verbindungen nach Algerien, wo sich die z.T. simultanen Attentate innerhalb der letzten Monate vermehrt haben.
Mauretanien - fahren oder nicht fahren?
Roger - danke für deine interessanten Aufklärungen.
Fährst du nun nicht mehr nach Mauretanien?
wohin kann man denn überhaupt noch fahren?
traurige Grüsse
Ursula
Fährst du nun nicht mehr nach Mauretanien?
wohin kann man denn überhaupt noch fahren?
traurige Grüsse
Ursula




