Bürgerkrieg durch Klimawandel

Nachrichten zu und aus den Sahara- und Wüstenregionen.

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Roger-Tecumseh
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Re: Bürgerkrieg durch Klimawandel

Beitrag von Roger-Tecumseh »

Kuno hat geschrieben:
Extrapolieren? Das macht doch hier keiner, RT
Deine Bemerkung: "... wo die Haelfte der Bevoelkerung etwa 15 Jhre alt ist. Die werden ueber kurz oder lang auch ein Auto haben wollen und zur Erhoehung des Schadstoffausstosses beitragen", schien mir eine solche Extrapolation anzudeuten! Um so besser, wenn dies nicht Deine Absicht war.
Gerhard Göttler
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Re: Bürgerkrieg durch Klimawandel

Beitrag von Gerhard Göttler »

Hallo Lothar,

klar, auch die "Stellschraube" Bevölkerungswachstum soll nicht unberücksichtigt bleiben. Nur ist die halt so schlecht und so zäh beinflussbar.

Und im Wald mag ich Tannen lieber als Fichten. Schade ists um die Gletscher, auch kleinere Firnfelder fehlen mir. Anderseits sind ja auch Dünen nicht zu verachten und wenn sie sich erst mal in Europa (Spanien, Südfrankreich gelten ja als "gefährdet") ausbreiten, müssen wir hoffentlich bei Reisen in diesen Sandkästen nicht mit Entführungen rechnen. Ob ich das noch erleben werde? Tannen hats schon, die Gletscher sind kaum noch vorhanden (jedenfalls nicht mehr dort, wo sie auf meinen Wegen früher noch zu überqueren oder zu umgehen waren), aber die spanischen und südfranzösischen Sanddünen? Vielleicht muss ich dann nicht mehr in die Karibik oder nach Südostasien fliegen, um wirkliche Wärme genießen zu können ... Nein, wirklich bange ist m i r nicht.

Gerhard Göttler
Kuno
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Re: Bürgerkrieg durch Klimawandel

Beitrag von Kuno »

Roger, due liebst es ja mit Worten zu spielen. Da bin ich natuerlich lange nicht so gut - und muss dann halt mal irgendwo nachschauen:

Unter Extrapolation wird die Bestimmung eines (oft mathematischen) Verhaltens über den gesicherten Bereich hinaus verstanden.

Ich weiss natuerlich auch, dass ich nicht unbedingt ueberall Einblick habe. Aber in der Gegend wo ich lebe nimmt der Autoverkehr rasant zu. Fast jede Woche kommen solche "Schwimmenden Tiefgaragen" mit tausenden von Autos an. Und das sind natuerlich keine Toyota Prius oder so Zeugs sondern entweder hubraumstarke Karren oder China-Picker (welche auch nicht wirklich auf dem neuesten Stand der Technik sind). Aircons, Kuehlschraenke und all das Zeugs auf niedrigem tech. Niveau werden in Massen eingefuehrt und bringen den Stromkonsum jeden Monat auf einen neuen Hoechststand. Natuerlich wird der Strom auch nicht wirklich mit 'Erneuerbarer Energie' erzeugt.

Das sind die Tatsachen von HEUTE und auch wenn du die sofort stoppen/umkehren oder wenigstens reduzieren koenntest, dann waeren die Auswirkungen noch sehr sehr lange zu spuehren. Da brauchts keine Extrapolation.

Wer war Marx?
Kuno
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Re: Bürgerkrieg durch Klimawandel

Beitrag von Kuno »

Nein, wirklich bange ist m i r nicht.

Gerhard; bist sicher schon dran, deine Reisefuehrer fuer die Wueste um die Kapitel Spanien & Italien zu erweitern :mrgreen:
schu achbar ?

Re: Bürgerkrieg durch Klimawandel

Beitrag von schu achbar ? »

Kuno hat geschrieben:Wer war Marx?

:lol: Harald Schmidt ist wirklich nichts gegen Dich....
Seeehr guter Analyst der Mann, nur die gezogenen Schlüsse sind diskussionswürdig.

Also, egal was die Ursache der Erwärmung ist:
Eine Art Wissenschaftsgipfel , der auch der Öffentlichkeit präsentiert wird wäre m.M. nach das mindeste, wenn schon so viele drastische u.
kostspielige Veränderungen dranhängen.
Was die Ressourcenschonung anbetrifft muss man sich halt klarmachen, dass Öl bis zum letzten Tropfen gefördert werden wird, egal ob man das gut findet oder nicht. Der Preis wird steigen u. ab einem gewissen Punkt zu teuer fürs Verfeuern in Otto oder Dieselmotoren sein.
Schade ist, dass das warscheinlich sehr spät einsetzen wird u. man das Öl nicht für wichtigere Dinge weiter veredelt hat.
Lothar
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Re: Bürgerkrieg durch Klimawandel

Beitrag von Lothar »

Hallo Gerhard,
klar, auch die "Stellschraube" Bevölkerungswachstum soll nicht unberücksichtigt bleiben. Nur ist die halt so schlecht und so zäh beinflussbar.
Ja, wirklich ? Worauf glaubst du verzichtet „ein Mann, der etwas auf sich hält“ eher, auf ein weiteres Kind oder einen potenzfördernden Fahr-Untersatz (z.B. einen schicken Wüsten-Cruiser) ?

Es wundert mich, wie einfach des Thema „Bevölkerungsdichte“ weggewischt wird (damit beziehe ich mich nicht nur auf RT ). Es wird allgemein nicht einmal der Versuch unternommen, dieses Stellventil etwas zu drosseln, das Gegenteil ist sogar der Fall.

Zweifellos ist es eines der sichersten und effektivsten Stellventile, welche uns zur Verfügung stehen.

Wenn die Erdbevölkerung nicht mehr so schnell steigt wie erwartet, kann das doch nicht bedeuten, dass damit an dieser Front alles mögliche bereits getan ist .... :bang:

Ich vermute eher, wir sind bei dem Thema „Bevölkerungsreduktion“ gefangene unserer archaischen Denkweise, unseres anthropozentrischen Weltbildes, eines religiösen Dogmas oder eines konsumdiktatorischen Ökonomiemodels.

Gruss

Lothar
schu achbar ?

Re: Bürgerkrieg durch Klimawandel

Beitrag von schu achbar ? »

Die postindustrielle europäische Gesellschaft hat doch kaum noch Kinder.
Wir sind eigentlich, was die Überbevölkerung betrifft, nicht übel als modernes Vorbild.
Aber das schert den weniger entwickelten Teil der Welt ja nicht.
Ich muss RT allerdings recht geben, dass die Wirkung der Kursänderung
wohl zu lange dauern würde. Und so eine Kursänderung ist ja noch nicht in Sicht.
Lothar
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Re: Bürgerkrieg durch Klimawandel

Beitrag von Lothar »

@welche schnellere ist denn in Sicht - die Hoffungen auf -20% CO2 in 10 Jahren ? ... und CO2 ist nicht alles.

Gruss Lothar
schu achbar ?

Re: Bürgerkrieg durch Klimawandel

Beitrag von schu achbar ? »

Eine technische Lösung würde in puncto CO 2 etwas rascher helfen,als
die Geburtenkontrolle.
Einmal, weil ihr (der geb.-Kontrolle)Erfolg erst in Jahrzehnten sichtbar wird und zum anderen, weil die Menschen nur durch eine autoritäre Weltregierung dazu gebracht werden könnten.
Aber es gibt ja auch andere Probleme: Wasser, Regenwald, Überfischung.
Vielleicht pendelt es sich bei 9 Milliarden ein, ev gibts Seuchen oder Kriege; wer weiss das schon.
Was das CO 2 selbst betrifft wäre ich halt für eine offene wissenschaftliche Diskussion ohne Vorbehalte mit open end.
Alexander
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Re: Bürgerkrieg durch Klimawandel

Beitrag von Alexander »

schu achbar ? hat geschrieben: Vielleicht pendelt es sich bei 9 Milliarden ein, ev gibts Seuchen oder Kriege; wer weiss das schon.
Die Erde ist krank. Sie leidet an Humanoiden. Aber das vergeht wieder....

Grüsse
Alexander
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LudwigH
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Re: Bürgerkrieg durch Klimawandel

Beitrag von LudwigH »

Stichwort: youth bulge

@ alexander: du hast recht

guckst du

http://www.welt.de/politik/article27018 ... erder.html
LudwigH
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Re: Bürgerkrieg durch Klimawandel

Beitrag von LudwigH »

Lothar hat geschrieben:Ich vermute eher, wir sind bei dem Thema „Bevölkerungsreduktion“ gefangene unserer archaischen Denkweise, unseres anthropozentrischen Weltbildes, eines religiösen Dogmas oder eines konsumdiktatorischen Ökonomiemodels.
ich kann deinem Kommentar nur 100% zustimmen,aber ich darf ergänzen:

oder ideologisch total hirngewaschen sind:

(es ist alles nur ein verteilungsproblem :mrgreen: )
Lothar
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Re: Bürgerkrieg durch Klimawandel

Beitrag von Lothar »

@ Schu achbar,

ich versteh`s nicht - heisst das, wir sollen uns mit einer Bevölkerungsdichte von 9.000.000.000 Menschen abfinden und auf eine andere Lösung hoffen ?

Ich hatte eigentlich bei dir vermutet, du seiest einer „intelligenten Bevölkerungspolitik“ (gerade in Europa) gegenüber besonders aufgeschlossen.

Das Argument „so etwas sei nur durch diktatorische Systeme zu erreichen“ kann ich nicht nachvollziehen:

1. Bevölkerungspolitik wurde noch gar nicht ernsthaft thematisiert,
2. Wir schaffen es, den Entwicklungsländern ihre Resourcen mittels ihrer Despoten abzujagen, wir verteilen jährlich Milliarden USD als Entwicklungshilfe und finanzieren ganze Staatsbudgets und dann wollen wir keinen Einfluss auf die Bevölkerungspolitik haben ???
3. Es gibt nicht nur uneinsichtige Staatsmänner.
4. In gewisser Weise sind wir in Europa gegenüber andere Ländern sogar als Vorreiter glaubhaft.
5. Wenn man dem Papst einen Maulkorb verpassen oder sogar umstimmen könnte ...

Also es gäbe da schon Potential.

Vielleicht gefällt einigen ja auch die göttlersche Vision, eine anspruchsvolle Sandwüste ohne lästige Verschiffung zu erreichen. Das spart nicht nur Zeit, sondern auch klimaschädlichen Treibstoff. Ich gebe zu, diese Vorstellung ist nicht ohne Reiz, aber Kunos „Wüstenreise 20XX“ zerstört ja auch diesen Traum.

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„Das eine tun und das andere nicht lassen“, wäre meine Devise, aber wir können den positiven Effekt einer friedlichen, intelligenten Bevölkerungsreduktion auch durch ein ordentliches Maß an zusätzlicher Hoffung kompensieren, mehr ist bei dem „homo sapiens“ wohl nicht zu machen !

Nachdenklichen Gruss

Lothar
Roger-Tecumseh
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Re: Bürgerkrieg durch Klimawandel

Beitrag von Roger-Tecumseh »

Kuno hat geschrieben:Roger, due liebst es ja mit Worten zu spielen. Da bin ich natuerlich lange nicht so gut - und muss dann halt mal irgendwo nachschauen:
Nachschauen ist der erste Schritt auf dem langen Marsch zum Durchblick, lieber Kuno! :)

Wollte ich nun aber Deine etwas irritierte Reaktion ( :wink: ) zum Massstab nehmen - also eine singulaere Reaktion in einen Plural extrapolieren ( :lol: ) -, dann waere mein (von Dir vermutetes) Vergnuegen am "Spielen mit Worten" doch eine sehr einsame Freude! 8)

Gruss

Roger-T.
Roger-Tecumseh
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Re: Bürgerkrieg durch Klimawandel

Beitrag von Roger-Tecumseh »

Lothar hat geschrieben:Ja, wirklich ? Worauf glaubst du verzichtet „ein Mann, der etwas auf sich hält“ eher, auf ein weiteres Kind oder einen potenzfördernden Fahr-Untersatz (z.B. einen schicken Wüsten-Cruiser) ?

Es wundert mich, wie einfach des Thema „Bevölkerungsdichte“ weggewischt wird (damit beziehe ich mich nicht nur auf RT ). Es wird allgemein nicht einmal der Versuch unternommen, dieses Stellventil etwas zu drosseln, das Gegenteil ist sogar der Fall.

Wenn die Erdbevölkerung nicht mehr so schnell steigt wie erwartet, kann das doch nicht bedeuten, dass damit an dieser Front alles mögliche bereits getan ist .... :bang:

Ich vermute eher, wir sind bei dem Thema „Bevölkerungsreduktion“ gefangene unserer archaischen Denkweise, unseres anthropozentrischen Weltbildes, eines religiösen Dogmas oder eines konsumdiktatorischen Ökonomiemodels.
Ich habe eher den Eindruck, dass DU hier in etwas reduzierenden "Denkweisen" gefangen bist, da Du zwar einen Stein ins Wasser wirfst, dann aber die konzentrischen Kreise, die er ausloest, hartnaeckig fuer die gesamte Flaeche des Sees haeltst! Es ist ja schoen fuer Dich, wenn Du Dich von "archaischen, anthropozentrischen Weltbildern" emanzipiert und Dein "Stellventil" gedrosselt hast - nur wird es nichts helfen!

Statt einer sehr naiven eindimensionalen Erklaerung zu folgen, solltest Du Dir einmal die Ergebnisse von Bevoelkerungstatistiken genauer ansehen:

Vor rund 2000 Jahren gab es wahrscheinlich 200 Millionen Menschen; mit der einsetzenden Industriealisierung war um 1800 die erste Milliarde erreicht; um 1930 die zweite und gegen 1960 die dritte.
1930 stellten Menschen europaeischer Herkunft etwa 35% der Weltbevoelkerung - ein Kulminationspunkt, der die Dominanz der Industriestaaten - bis ca. 1960 - widerspiegelte. - Heute leben in Entwicklungs- (und in geringerem Masse in Schwellen-) Laendern rund 80% der Weltbevoelkerung. - Ueberall, wo der Wohlstand waechst, geht die Kinderzahl zurueck, da Kinder heute zunehmend nicht mehr als notwendigerweise familienerhaltend, sondern als Kostenfaktor betrachtet werden!

Der demographische Uebergang (geringe Geburtsraten bei zugleich verlaengerter Lebenszeit) ist Ausdruck abnehmender Fertilitaet einer Gesellschaft. Heute drueckt sich dies darin aus, dass jede neue Kindergeneration eine um ein Drittel verminderte Fertilitaetsrate ausloest. In D betraegt sie inzwischen ca. 1,4 Kinder pro Frau, was einen kontinuierlichen Bevoelkerungsschwund zur Folge hat. In Irland und F werden - ein Rekord ! - ca. 1,9 Kinder geboren. In Suedkorea - ebenfalls ein hochindustrialisiertes Land - betraegt diese Rate sogar nur 1,2!

In etlichen Gebieten Afrikas ist der Bevoelkerungsgipfel erreicht; Russland und China (!!) werden in absehbarer Zeit mit so erheblichen Bevoelkerungsrueckgaengen zu rechnen haben, dass damit die wirtschaftliche Entwicklung vor ernste Probleme gestellt sein wird.

Aber all dies mag nur Statistik sein, wenn man sich nicht mehr daran erinnert, welche enorme Not - bei geringerer Bevoelkerung - in den Dreissiger Jahren in den USA und Europa herrschte. Waehrend einige Wenige durch hemmungslose Spekulationen steinreich wurden (z.B. der Vater des spaeteren Kennedy-Clans), hungerten Millionen. Die zahlreich vorhandenen Lebensmittel wurden vernichtet, um den Preis hochzudruecken. (Muss doch irgendwas mit Gerechtigkeit und Verteilung zu tun haben - oder!)

Heute leben ca. 1 Milliarde Menschen mit weniger als einem Dollar pro Tag; eine weiter Milliarde "verfuegt" ueber zwei Dollar. Natuerlich auch nur ein Problem der "Ueberbevoelkerung" (denn waeren es weniger Menschen, dann wuerden vielleicht nur 500 Millionen betroffen sein - bei unveraendertem Prozentsatz allerdings) und nicht etwa ein Symptom fuer ein desolates Weltwirtschaftssystem - gell! :cry:

Kurz: Die rein quantitative Betrachtung - auch unserer akuten Umweltprobleme - kann niemals die gesamte Wahrheit ausdruecken. Und in diesem Zusammenhang ist die FORDERUNG nach Bevoelkerungsrueckgang - mal ganz abgesehen von der Unmoeglichkeit einer schnellen Durchfuehrung - eine sinnlose intellektuelle Spielerei ohne realen Bezug! Ich sehe darin (wenn man unseren ohnehin kontinuierlichen Bevoelkerungschwund betrachtet), eine hoechst gefaehrliche eurozentrische Besserwisserei, die nicht davor zurueckschreckt, die wahren Verantwortlichkeiten grossmaechtig zu verschieben - wieder einmal!
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