landcruiser. hat geschrieben:
Die Anwerbung findet in einer Phase statt, in der sie suchen und versuchen sich zu orientieren.
Ev. noch in einer persönlich aus anderen Gründen schwierigen Situation (Schule, Ausbildung, Job, finanziell).
Wenn die Anwerbung funktioniert, hat zuvor die Erziehung und Ausbildung nicht funktioniert, und zu einem Teil genausowenig die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen wie z.B. die Chancenlosigkeit für manche Gruppen in der aktuellen Berufswelt. Letzteres ist eindeutig ein Fehler der neoliberalen "Werte", die uns seit der Endphase von Kohl begleiten.
Gibt man den Leuten Bildung mit auf ihren Lebensweg, dann sind sie eher in der Lage drüber nachzudenken, welche Folgen ihr eigenes Verhalten haben kann. Wie war das mit den öffentlichen Ausgaben in den vergangenen Jahren für Schulen und Ausbildung hierzulande? Manchmal kommt man schon zum Schluß, daß Bildung nicht mehr zu den staatlichen Zielen gehört.
landcruiser. hat geschrieben:
On top bietet der IS vermeintlich Macht in dem er ihm ein Waffe gibt und ihm erlaubt Gewalt gegen andere auszuüben.
Ich gehöre zu der Generation, die nur das theoretische Recht hatte den Kriegsdienst in .de zu verweigern. Also drückten mir damals Kriegsminister Apel und sein Chef Helmut Schmidt eine Waffe in die Hand und lehrten mich DDRler zu erschießen. Spaß hatte ich sicher keinen dabei, denn ganz im Gegenteil war mir klar, daß ich im Kriegsfall recht frühzeitig als Kanonenfutter enden werde.
Diese andere Sicht könnte auch daran gelegen haben, daß in meiner Generation in vielen Familien Großväter fehlten, die den 2. Weltkrieg nicht überlebt hatten. Oder es gab Großväter, die vom tatsächlichen Krieg berichten konnten.
landcruiser. hat geschrieben:
Und der IS löst über die Zwangsprostitution bei einigen wohl noch ein weiteres Problem: Wie kriege ich eine Frau rum, die ich hier in D nicht bekomme.
In welchen Ländern und Kulturkreisen werden weibliche Föten bevorzugt abgetrieben, so daß in Folge heutzutage der Jungenüberschuß deutlich bemerkbar ist? Indien ist eines der üblen und bekannten Beispiele, aber lange nicht der einzige Problemfall. Soll heißen, daß dieses Problem sogar gezielt gefördert wird. Nicht von der Politik, sondern von jedem (Eltern-)Paar.
landcruiser. hat geschrieben:
Klingt nach einer einfachen, aber nachvollziehbaren Erklärung, warum junge Deutsche konvertieren und zum IS gehen.
Sind es wirklich so viele "echte" Deutsche, oder sind das nicht mehrheitlich welche mit Wurzeln in einem anderen Kulturkreis? In Frankreich sind's hauptsächlich junge Männer mit familiären Wurzeln im Maghreb, auch wenn sie heute einen französischen Paß haben.
landcruiser. hat geschrieben:
Wenn sie dann merken was wirklich läuft ists zu spät und sie sind bald Geschichte.
Wenn sie wenigstens als abschreckendes Beispiel für noch unentschlossen Konvertierwillige sind, hat's wenigstens noch genutzt. Klingt zynisch, ist es vielleicht auch. Genauso unverständlich sind mir die bekannten Fälle von jungen Frauen in der Altersklasse unter 18, die ausgebüchst sind, um nach Syrien zu gelangen. Da fehlt's wohl komplett an Abstraktionsvermögen und vorausschauender Handlungsweise. "Schenke dem Führer ein Kind" hatten wir mal, nur hätten sich die Folgen herumsprechen können. Offensichtlich nicht :-(
Gruß, Ralf